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Oper (Geschichte)
Daß sich in gewissen Opern auch die, der Musik durch den Rhythmus verwandleTanzkunst mit der Tonkunst verbinden könne, ist der Oper zufällig. Hierdurchund durch Mitwirkung der malerischen und architektonischen Kunst, welche die Oper(vorzüglich die romantische) auf mannigfaltige Weise unterstützen, wird dieselbezu einem der zusammengesetztesten Kunstwerke, und da diese Verbindung fast allerschönen Künste in einem einzigen Werke so oft nur eine äußere bleibt, so scheint dieAufgabe um so schwerer, „aus hundert Vergnügen ein einzige? zu machen". AlleVorwürfe aber, die bloß von dem Standpunkte der gemeinen Wahrscheinlichkeitgegen die Oper aufgestellt werden, z. B. daß kein vernünftiger Mensch seine Ge-fühle und Gedanken im gewöhnlichen Leben singend mittheile, verdienen ebensowenig Beachtung als der gemeine Tadel, daß kein Mensch im Leben in regelmäßi-gen Gamben und Trochäen spreche, wie es in der Tragödie geschieht; denn olleKunst beruht auf gewissen Voraussetzungen der Einbildungskraft, welche die Allu-sion ausmachen. Zu den unbedeulendern Arten des Singspiels gehört das soge-nannte Intermezzo d«w Italiener (s. d.). Die in der lehren Hälfte des 18.Jahrh, bei uns Deutschen beliebten Melodramen (Monodramen und Duodra-nien), in welchen entweder die Declamation und Mimik ununterbrochen begleitetwird, oder die Musik nur die Pausen der Rede ausfüllt, oder endlich die Musikbald abwechselnd begleitet, bald nachfolgt, können zwar musikalische Dramen,aber nicht Singspiele genannt werden, insofern in ihnen nicht gesungen wird. Wohlaber gehört hierher das dem sranz. Vunele rille nachgeahmte Liederspiel (s. d.).
Die Geschichte der Oper steigt bis ins 16. Jahrh, hinauf, wo Vicenzo Ga-lilei und Giulio Caccini in Florenz , berühmte Tonkünstler ihrer Zeit, um die altegriech. Tragödie wiederherzustellen, es unternahmen, Gedichte unter einfacherBe-gleitung eines Saiteninstruments herzusagen oder zu recitiern, und große Dichter,wie Tasso in seinem „Amint", Schäferspiele mit Chören dichteten. Diese Versuche,welche als Ursprung derOper angesehen werden, bahnten einem durchaus in Musikgesetzten Drama den Weg, welches „Daphne" hieß und von dem Dichter OttavioRinuccini verfertigt, von Giac. Peri in Musik gesetzt war. Es wurde 1597 inFlorenz zum ersten Male mit dem lautesten Beifall aufgeführt. In dasselbe Jahrfällt des Dichters und Capellmeisters Horozio Vecchi „4mz>Iiipi,ina>!><>", welcherzu Venedig herauskam und durch Schauspieler aufgeführt wurde, wobei auch dieMasken (Pantalon-Doctvr) sangen. Andre Schäferspiele, wie die „Ägle" vonGiraldi und die „Arethusa" von Lollio, sollen noch früher am Hofe des Herzogsvon Ferrara aufgeführt worden sein, sowie man auch sagt, daß Guarmi'ü ,,l'i>!U<»ti.I»" schon in der Mitte des 16. Jahrh, musikalisch dargestellt wurde. Nach einerandern Meinung soll bereits um 1486 ein gewisser Ioh. SulpitiuS mit dem Zuna-men Verulamo auf dem Markt zu Rom , wie auch vor dem Papste und einigen Cai-dinälen kleine Dramen mit musikalischer Declaniation gegeben haben. 2>e Musikzu'diesen Schauspielen bestand größtentheils in einem Vortrage, der unserm heuti-gen Recitativ ähnlich war, welches nur selten durch Chöre unterbrochen wurde undsich daher dem Vortrage der griech. Tragödie näherte, deren Dialog ebenfalls un-ter einfacher Instrumentalbegleitung musika'isch declamirt wurde. Für den eigent-lichen Erfinder des Recitativs , sowie wir es jetzt haben, wird jedoch Enülio delCavaliero (seit 1570 Capellmeister in Florenz) gehalten, von dem 1580 zu Florenz zwei Echäferspiele: „>I."und „I.., elidier»/«»»,", aufgeführt wurden, undwelcher auch aufebendieselbe Weise ein Oratorium: ,,.1ni,>>-> e >..>po", in Musikgesetzt hat. Nach mehren andern dergleichen Versuchen wurde 1600 bei der Ve!-mählung König HeinrichsI V. das Singspiel ,,Euridice", von Rinuccini gediel t.tund von Peri und Coccini componirt, in Florenz öffentlich aufgeführt. Dies rRinuccini , der die regelmäßigere Oper einführte, dichtete auch „Arianna" imtMusik von Monteverde bei Vernrählung des Herzogs v. Mantua (1608); Mou-Lviivcfsiitioiis > Lexikon. Bd. VM. 5