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Orang-Outang
sehen sei, ihren ärmern Glaubensgenossen die volle Ausübung -er Bürgerrechte zuverschaffen, die ohne geistige Emancipation nicht bestehen kann, als die Herrschaftder Hierarchie fester zu begründen und sich allmälig den Weg zu politischem Ein-flüsse zu bahnen. Überhaupt stand die Frage, ob den Katholiken die »erlangtenRechte ertheilt werden sollten, nach der Vereinigung Irlands mit Großbritannien ganz anders als früher, wo Irland ein eignes Reich mit einem unabhängigen Par-lament bildete. Die Entscheidung zu ihren Gunsten mußte jetzt für alle Katholikendes Gesammtrciches gelten, und dies in der StaatSverfassung eine wichtige Ver-änderung herbeiführen. Daher waren die britischen Machthaber, unter den ob-waltenden Umständen, ohne unduldsam zu sein, dennoch abgeneigt, die Ansprücheder Katholiken unbedingt zu befriedigen, und gewiß war die Besorgniß nicht grund-los, daß der gelungene Versuch, ihnen, die ein Dritttheil der Gesammtbevölkerungdes vk! ,inigren Reichs bilden , eine politische Macht zu geben, eine neue Partei inden Staat eingeführt haben würde, die in sich allein stärker als jede der jetzt sichdas Gleichgewicht haltenden Parteien, gewesen, und die durch das Band des siezusammenhaltenden Geistes und bei der Anerkennung eines fremden, das kirchlichewie das politische Glaubensbekenntniß bestimmenden Supremats, keineswegs einunwirksames Element geblieben wäre. Endlich aber handelte der kathol. Verein,unter O'Connelü Leitung, mit solcher Mäßigung und Festigkeit zugleich, daßWel-lington im I. 1829 sich genöthigt sah, die Emancipation (s. d.) im Ober-hause durchzusehen; doch wußte er den politischen Einfluß eines fremden Supre-mats zu beschränken. Er unterstützte nämlich die »on dem großen Orange-Clubb(Oi->i>j,'e Iii-tit»tic»i) von Großbrit. und Irland , an dessen Spitze der Herzog v.Cumberland steht, dem Parlament« übergeben« Bittschrift, daß man den Katho-liken keine wettern Rechte gewährte, die Jesuiten -Anstalten in den drei König-reichen einer Aufsicht unterwarf, den kleinen irländischen Grundbesitzern (40 «b.b', kolloide, !>) ihr Wahlrecht nahm, und den kathol. Verein unterdrückte. Dieserhat sich seitdem aufgelöst. — Zu der unglücklichen Lage, worein seit Jahrhundertendie Vergehen der Machthaber die gesellschaftlichen Verhältnisse Irlands gesetzthaben, gehörte allerdings auch das unnatürliche Verhältniß, in welches die hei-schende Kirche gekommen war; aber zu einseitig haben einige Schriftsteller Ir-lands innere Zerrüttung hauptsächlich aus diesem Verhältnisse hergeleitet. Denndas Dolkselend, das sich in so starken Zügen zeigt, lbohnt nur unter der acker-bautreibenden Classe und hat in der Habsucht der irländischen Gutsherren, die größ-tentheils nicht auf ihren Gütern leben (llbrenteer), sondern ihre Angelegenheitenharten Geschäftsführern überlassen, sein« Quelle. Dieser Theil des Volkes ist inRohheit und Unwissenheit versunken und daher ein Werkzeug in der Hand ehr-süchtiger Führer. Das Heilmittel zeigt sich von selbst: Volksbildung, und dazuhat die Regierung meht-fach die Hand geboten. 26.
O r a n g - O u t a n g (in der malaiischen Sprache so viel als Waldmensch).Dieser oft mit dem afrikanischen Waldmenschen oder Schimpanse, dem menschen-ähnlichsten von allen Affen, verwechselte, von Linne aber sogar als eine Gattungvon Menschen, unter dem Namen kiomo troolodzilo,, aufgeführte Affe ist einzigauf Bornes zu Hause, und wird ungefähr 4 Fuß hoch. Er lebt in den großen Wäl-dern dieser Insel und ist sehr geschickt im Klettern und Springen. Der Arme undHände bedient er sich wie der Mensch. Er bricht Äste von den Bäumen und schlägt,bei seiner großen Kraft, den stärksten Menschen mit leichter Mühe nieder. DieJungen werden leicht zahm, gewöhnen sich an den Menschen und lassen sich, dasie sehr gelehrig und dabei geschickt sind, zu allerlei Künsten und Geschäften abrich-ten. Unter Andern, lernen sie aufbem Seile tanzen, Wasser holen, Reis stampfen,Gläser und andre Gesäße ausspülen, den Bratspieß drehen u. dgl. An das euro-päische Klima gewöhnen sid sich nicht wohl und sterben meistens nach kurzer Zeit.