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Achter Band. O bis Q.
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Oratorium (Priester vorn) Orchester

wurde, vorkamen. Auch den Namen Oratorien bekamen diese geistk. Musiken erstin der Mitte des 17. Jahrh, entweder von der vorhergenannten Kongregation, odervon der Kirche, wo sie aufgeführt wurden. Emiliv del Cavalieri compvnirte um1560 Oratorien mit Recitativen. Im 17. Jahrh, bildeten sich die Oratorien inHinsicht ihrer poetischen und musikalischen Form neben den Opern aus. Die erstenOratorien hatten kurze Chöre im einfachen Contrapunkt, in der zweiten Hälfte des

17. Jahrh, aber wurde es Mode, jeden Theil eines Oratoriums, deren jeder häu-fig gegen eine Stunde einnahm, mit einem Duett zu schließen. Im Anfange des

18. Jahrh, dichteten Pariati, der Jesuit Ceva, Lel. Orsini, Spagna, Zeno undMetastas,o Oratorien; Caldara , Jomeili, Leo, Buononcini compvnirten solche.Einen größere, Charakter erreichte das Oratorium durch Händel , der bis 1732den Cbor mit aller seiner Kraft und dramatischen Wirksamkeit ausstattete. Weittiefer stehen in dieser Hinsicht Graun (dessen ,,Tod Jesu" aber eigentlich Cantate ist), Rolle und Naumann. In reicher Schilderung zeichnete sich Haydn aus,durch ikn wendete sich da« Oratorium zugleich weltlichem Stoff und Tone zu. Anihn schloß sich neuerdings derComponist Friedr. Schneider (durch s. „Weltgericht",„Sündflut", „Verlorenes Paradies") an, und Gottfr. Schicht in dem PasfivnS-oratoriuni „Das Ende des Gerechten". — Noch bedeutet Oratorium einen Bet-saal, ein Betzimmer, besonders in Klöstern.

Oratorium (Priester vorn), oder vom Bethause, heißen die Glieder ei-nes geistl. Ordens, den der heilige Philipp von Neri 1574 in Rom zur Leitunggeistlicher sjdüngen der Andächtigen und zum Studium der theologischen Wissen-schaften stiftete, ohne sie durch Klostergelübde zu binden. Dieser Orden bestehtnoch in Italien , eingegangen ist aber die berühmtere Congregation der Bäter vomOratorium Jesu in Frankreich, welche 1611 zu Paris , ebenfalls ohne Verpflich-tungen zu Klostergelübden vereinigt, durch große Gelehrte aus ihrer Mitte, wieder Philosoph Makebranche, der Orientalist Morin und der freimüthige TheologRichard Simon , zu Ansehen und Einfluß gelangten und sich als Lehrer an Schu-len und Seminarien für Geistliche verdient machten. Beide Orden folgen derRegel des heiligen Augustinu«. L.

OrbiliusPupillu«, ein Grammatiker von Denevent, unterwies inseinem Vaterlande die Jugend und lehrte unter Cicero'« Consulat in Roni mitgroßem Beifall. Er starb fast 10V I. alt sehr arm. Benevent errichtete ihm eineBildsäule. Dem Horaz, der ihm wegen seiner Strenge den Beinamen >>!.-,gibt, verdankt er hauptsächlich die Ehre, daß noch jetzt sein Name sprüchwörtlichfür einen einbläuenden Schulmeister gebraucht wird.

Orchester (c»c>>e«t,!>), der Raum vor der Bühne bis zu den Sitzen derZuschauer, welcher bei den Griechen den Platz für den Chor und die Musiker, beiden Römern die Ehrenplätze der Senatoren enthielt; bei den Neuern der in demSchauspielhaus! vor dem Theater befindliche und durch ei» Geländer von den Zu-schauern abgesonderte Ort, und in dem Concertsaale diejenige, gewöhnlich etwaserhöhte Abtheilung desselben, wo sich die Musiker befinden. Oft versteht mandarunter auch die Gesellschaft der Tonkünstler selbst, die an diesem Orte die Musikaufführen, oder das Ganze der in der heutigen Concert -, Opern - und Kirchenmu-sik gebräuchlichen Instrumente. (Dgl. Capelle.) Was den Gebrauch des Or-chesters im letzter» Sinne anlangt, so erscheint eü bald völlig selbständig, wie ,nder reinen Instrumentalmusik, bald in Verbindung mit den Wingllimmen, aberauch hier nicht bloß begleitend, sondern häufig hervortretend in der Schilderung desGegenständlichen. Bei der Verbindung mit dem Gesänge bedarf es großer An-schmiegung im Vortrage und der feinsten Schattirungen im piano, sowie in,xreiiüo und clecre86e»(1n. worauf der Direkter des Orchesters (s. Musikdirek-tor) vorzüglich zu sehen hat.