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Ardcn (geistliche)
in den Klöstern andrer Orden nachgeahmt, wurde sie allmälig ein Mittel, dieMacht und den Wirkungskreis des Mönchswesens beträchtlich zu vergrößern. Un-ter dem Namen von Oblaten, d. h. Da, gebrachten, undDonaten, d. h. beschenk-,ten, widmeten unzählige Andächtige ihre Personen oder ihr Vermögen und ibrenEinfluß dem Dienste der geistl. Orden, ohne förmlich (Glieder derselbe» zu werden.Ganze Familien, Ehelcute aus allen Ständen traten auf diese Art in ein Ve,hält--niß der Abhängigkeit zu der regulieren Geistlichkeit, das nach ihi ein Glauben , da--durch dem Himmel näher zukommen, immer noch vortheilhast genug ei scheinenmußte, wenngleich es die lästigsten Aufopferungen nach sich zog. Der heil. Franzvon 'Assist gab diesem Verhältniß zuerst eine bestimmte Form, indem er Laien, diesich mit seinen Mitbrüdern verbrüdern wollten, ohne Geistliche zu werden, i» einebesondere Corporation u. d. JA des dritten Ordens der Minoriten vereinigte. Nachdiesem Muster gesellten sich außer sämmtlichen Bettelei den auch die Cistei ciensir,Trinikarier und dce Religiösen von der Gnade dergleichen dritte Orden zu, vondenen nur wenige in die Elausnr traten und feierliche Klostergelübde st «steten. Diemeisten Mitglieder derselben sind Laie», bleiben i» ibren bürget liebe» und bäuSrlichen Verhältnissen lind verpflichten sich nur zu einen, frömmer» Leb>n, ale-Welt--kinder zu sichren pflege». Dazugehört, daß sie täglich einige Ave Maria undPater nostcr beien und zu gewissen Acite» fasten. Die Mitglieder jedes drittenOrdens heißen Tertiärste oder Tertianer und werden im gemeinen Lebe» vonuglichdaran erkannt, daß sie die Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse in den K irrstenihres Ordens suchen, die Klöster und Mendicanien desselben reichlich hefchenkenund seinen Vortheil auf alle Weise beförd, rn. Sie dürfen dir Kleidung ihres Or-dens anlege», begnügen sich aber in der Regel, das Scapuster oder den Gürreldesselben wie ein Amulet unter ihrer bürgerlichen Kleidung zu tragen. Diese Ab-zeichen der Verbrüderung mit einem geistl. Orden, denen der herrschende Glaubeeine geheime ssgensvolle Kraft beilegt, werden theuer erkauft, und mit ihren, Be-,sitze ist geineiniglich die Versicherung großer Ablässe verbunden. Außer solchen Ein--künste» verschaffte die Anscbließung dritter Orten ten ersten so viele Mittel zu An-sehen und Einfluß, daß die Sorgfalt, womit sie erhalten, eiweiiert und begün-,stigt worden sind, sich leicht erkläre» läßt. Auch entstanden besonders in Rücksichtdieser verbrüderten Laie» zwischen den geistl. Orden die heftigsten Awistigkeiicn,welche nur durch förmliche, die Grenzlinien ihrer Besitzungen und ihre?Einflussesbestimmende Verträge lind durch gegenseitige Übereinkunft wegen der Übeiläuservon einem Orden zum andern beigelegt werden konnten. Au dem ursprünglichenEndzwecke des MencstswesenS, Gott durch Gebet und der Welt durch Lehre, Bei-,spiel und Wohlthätigkeit zu dienen, hat die Politik der Päpste allinälig den großenPlan der Herrschaft über die Volker gesellt und in den Verfassungen der geistlichenOrden deutlich genug zu Tage gelegt. Die Orden älterer Stiftung regierten sichanfangs auf aristokratisch , republikanische Weise selbst. Die Benedictinerklosicrblieben lange von einander ganz unabhängig, Cistercienser gehorchte» einem bohenRathe, heraus dem Abte zu Citeaux , als Generalsuperior, den Äbten zu Elanvaup, LaFertä, Pontigny und Morünand, und 20 andern Desinitorcn oder Rä--then bestand und anfangs jährlich, späte,- in jedem dritten Jahre, gehaltene» Ge-neralcapitel» der Äbte und Prioren aller Cistercienserklöster verantwortlich war;schwächere Orden, wie die Earthäuser, Grandmontaner u. a. m., hatten bei ähnli-chen Verfassungen überdies noch mit den Bischöfen zu kämpfen, deren alte An-sprüche auf die Gerichtsbarkeit über alle Klöster ihres Sprengels sie nicht so leichtabweisen konnten als die durch päpstl. Befreiungen begünstigten Bencdictincr undCistercienser. In ein viel engeres Verhältniß zum Papste setzten sich aber gleichbei ihrem Entstehen die Bettelorden. Vermöge der ihnen verliehenen Privi-legin einzig und unmittelbar abhängig von Rom , bewährten sie die Stärke ihrer