Band 
Achter Band. O bis Q.
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89
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Ordnung 89

Examinatoren und Tonsistorialassessoren angestellten Superintendenten öden In-spectoren übertragen, welches in England und in den nordischen Reichen die pro-testantischen Bischöfe sind. Auch bedürfen protestantische Geistliche beim Hinauf-rücken in höhere Ämte* keiner weiter» Ordination. Dagegen unterscheidet seit d.8. Jahrh, die kathol. Kirche, und mit ihr die griechische, acht verschiedene Gradeder Geistlichen, die »ach dem karhol. Kircbenrechte ebenfalls -Orden (<»->> ine-,) ge-nannt weiden, von denen jeder mit besondern Feierlichkeiten ertheilt wird. Dieuntersten Geistlichen der alten Kirchen waren die Ostiarien oder Kirchenlhürhüler,auch Sacristane und Glöckner, welche das Läuten, das Ausschließen der Kircheund Sacristei, und das Aufschlage» der Lection zu besorgen haben. Hierauf folgendie Lectoren, welche die Lection aus der Bibel vor der Gemeinde lesen oder absingen.Dann die Exorcisten, die die Befugniß zu Teufelsbeschwörungen haben und den,Taufpriester durch Vorlesung des Exorcismus (der Beschwörungsformel) bei derTaufe assistiren. Endlich die Akolithe» oder Akolu theil (s. d.). Dies sind dievier niedern Grade oder Orden (kleinern Weihen), welche den Candidaten desgeistl. Anus von dem Bischöfe durch angemessene Feierlichkeiten gewöhnlich an einemTage nach einander ertheilt werden, jedoch als nicht heilige Weihen weder zur Ehe-losigkeit verpflichten noch den Charakter der geistl. Wurde aufdrücken, und zu keinereigentlichen geistlichen Amtshandlung berechtigen. Deßhalb werde» auch Capellkna-ben, Küsterund andre Kirchendiener, die sich verheirathen dürfen, mit den Geschäftendieser Grade beauftragt, doch muß jeder sie erhalten haben, der zu den höh.rn oderheiligen Weihen gelangen will.—Letztere machen zur Ehelosigkeit verbindlich, be-rechtigen zur geistl. AnitSkleidung und Tonsur und drücken dem Ordinirten den un-auslöschlichen Stempel (oli!»i,<Ncr imlelolüli-i) des geistl. Standes auf. Die un-terste der heil. Weihen ist das Subdiaconat, welches zur Öbsicht über alle, bei derMesse nöthigen Gefäße und Geräthschaften, zur Bekleidung des Altars, zmnAufsetzen des Brotes und Weines und zum Absingen der Epistel vor der Gemeindeverpflichtet, blm einen Grad höber sieben die Diaconen, welche bei der Messeadministiiren (Oblaten austheilen), taufen, predigen, das Evangelium vor depGemeinde absingen und sich durch Tragen der Stola und Dalmatica von denSubdiaconen auszeichnen. Noch höher im Range sind die Priester oder Presbyter,welchen dieVerwaltung aller Sacramente, außer der Firmelung und Ordination.zukommt, und das Meßgewand bei der Messe zur Auszeichnung dient. Auch diesedrei höher» Weihe» pflegt der BischofDenen, diePrister werden sollen, an einemTage mit großen Feierlichkeiten nach einander zu errbesten. Der höchste Grad unterden geistl. Würde» der kathol. Kirche ist der bischöfliche, dem die Verwaltung derSacramente, die Firmelung und Ordination vorbehalten ist. (Vgl. B i sch o f.) DieBischöfe werden von den Erzbischöfen geweiht, und die Letztem bedürfen keinerweiter» Weihe, sondern erhalten ihre Bestätigung mit dem Pallium vom Papste.Der Glaube, daß die Ordination von den Aposteln nur durch die Bischöfe fortge-pflanzt und bis jetzt in ihrer Kirche erhalten worden sei, macht in den Augen derKatholiken die Ordination protestantischer Prediger durch verheiraihete Superin-tendenten und Dekane ungültig und zur Eriheilung der priesterlichen Würde un-zulänglich ; jedoch weichen hier die Begriffe der Protestanten so weit von demkathol. Lehrbegriffe ab, daß sie darum bei ihren Predigern nichts vermissen. (Vgl.Prediger.)

O r d n u n g ist die Gesetzmäßigkeit in der bloßen Zusammenstellung oder Auf-einanlerfolge der Dinge, oder d^e gesetzmäßige Art der Zusammenstellung oder Auf-einanterfolge gewisser Dinge selbst. Sie steht so der Willkür und Unordnung ent-gegen und gibt deü Dingen eine gewisse, wenigstens äußere Einheit, macht siezu eimm gewissen Ganzen. Indessen scheint doch oft das Gesetz nur zu fehlen,und de Unordnung ist nur scheinbar, weil die Mannigfaltigkeit sehr groß, und die