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Achter Band. O bis Q.
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Oreadeii

Drelli

Negeldcr Ordnung sich der Wahrnehmung mehr oder weniger verbergen kann. Letz-teres isi besonders derFall, wenn die Regel, nach welcher die Dinge angeordnet sind,zusammengesetzt ist, wie;. B. bei einer sehr ins Einzelne gehenden und mit Ober-und Unterabtheilungen versehenen Elassiflcanon. Es gibt eine Ordnung, welcheohne besimimke Absicht vorhanden ist, und man nennt sie insofern zufällig; eine Ord-nung, welche nach bestimmtem Naturgesetz erfolgt (Naturordnung), und die Gesetz-mäßigkeit der Natur wird überhaupt Ordnung der Natur genannt. Dannnenne» die Naturforscher auch Ordnungen, »rninrs, die Abtheilungen, welche sieunter gewissen Classen der Naturgegenstande finden und annehmen. Man redetaber auch von einer moralischen (Welt-) Ordnung als der Zusainmeiistiinmmigaller Dinge in der Welt zu einen, absoluten, sittlichen Zwecke. Die Kant 'sche Lehrenimmt an, man müsse derselben aus praktischen Gründen Realität zuschreiben,weil ohne die Voraussetzung derselben Sittlichkeit und Tugend, welche die praktischeVernunft fodert, zu einer leeren Einbildung werden würden. Sie anzunehmensei daher ein moralischer Glaube. —> Die Ordnung bewirkt schon für sich einWohlgefallen, selbst unabhängig von dem Inhalt der Gegenstände, wie wir z. B.an dem Rhythmus des Dreschflegels wahrnehmen können; »och größer wird ihrReiz durch diesen Inhalt. Aber in, Gebiete der schönen Kunst darf die Ordnungnicht zur leeren Regelmäßigkeit und kahlen Einsörinlgkeit werden. (S. Correclh c it, Regelmäßigkeit.)

O r eade », s. N y n, phe n.

Orelli (Johann Kasparvon , Pros. zu Zürich , geb. das. d. 13. Febr. 1787— nicht zu verwechseln mit Ioh. Kon r. v. Orelli, seit 179.7 Pfarrer und Chor-herr» zu Zürieh (gest. d. 27. Ocr . 1828), einem durch Philolog. Werke, z. B. durch dieAusg. des ArnobiuS , bekannten Gelehru » —, stammt aus einer von den Patrizier-familien, die aus den ital . Vogteien, ihrer'Anhänglichkeir an die Reformation wegenverfolgt, nach Zürich und andern glaubensverwandten Städten der Schweiz auswan-derten. Durch Privatunterricht in Wädenschweil, wo sein Vater zürichscher Land-vogt war, vorbereitet, stndirteervon 1799an, während derStürmeder helvetischenRevolution, nicht in der günstigsten Lage, zu Zürich . Während seines Aufenthalts inVverdu» machte Pestalozzi einen tiefen Eindruck auf sein Innerstes. Schon in sei-»ein 19. I.mußte er die reformirte Predigerstelle in Bergamo übernehmen, wo ihmMuße genug blieb, sich der ital.Literatur und der class. Philologie zu widmen. Iu -gendlicheProben da von enthielten seine,.Beiträge zurGesch. der ital. Poesie" (Zürich1819,2Hefte); „Vutorino v.Feltre" (ebendas. 1812); dieAuSg. von Isokrates'S Rede vom Umtausch (1811). Seine Vorliebe zum pädagogischen Berufe undNapoleons Wturz bewogen ihn 1814, einen Ruf als Pros. an der bündnerischenCanronsschule inEhnr aiizuiiehmen, wo seine Hauptfächer ital. und griech. Spracheund alte Geschichte waren. Das in Chur mit besonderer Innigkeit gefeierte Refor-»lationsjnbiläun, veranlaßte ihn, gemeinschaftlich mit seinem Freunde Herbst das„Bündnersche Reformationsbüchlein" und eine „Geschichtliche Darstellung derReformation in der Schweiz und Bünden" (Ehur 1819), erscheine» zu lassen.Im nämlichen Jahre folgte er einem Ruf an das Zürichsche Carolinum, als Pros.derBeredtsamkeit und Hermeneutik. Einige Verdächtigungen, die er wegen seinerLehre in dem letzternFache erfuhr, nöthigten ihn, »»Verbindung mit 1). Schultheß,eine Schrift über „Rationalismus und Suvranaturalismus ,c." (Zür. 1822) zuentwerfen. Seitdem widmete er sich ausschließlich der Philologie, wie s. eschriftenz über Tacitus, s. kritische AuSg. desEicero (Zürich 1826 fg., 1 Bde.) und s. Aus-wahl lat. Inschriften bezeugen. Sein gediegener Vortrag als Lehrer, seine humane,jedem Eigennutz unzugängliche Gesinnung und sein freisinniger, klarer, umfassen-der Geist, womit er überall als Mann der Wissenschaft wie als Patriot sich aus-sprach, erwarben ihm vorzüglich die Liebe der Jugend, die er stets für gründliches

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