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Orestes Organ
Wissen und Bewahrung jener Grundsätze zu begeistern suchte, denen die Schweiz ihr Dasein und ihre fernere Erhaltung verdankt. Sein Name erlangte einen neuenRuhm, als er i» Verbindung mitHirzel, Brenn, Kaiser, Ott, Aschokke, Frey,Merian und a. Philanthropen dcrschwciz, mit der aufopferndsten Beharrlichkeit,durch Rath und That für die Angelegenheit der Griechen mitwirkte. Er übersetztedie VersassungSurkunden des befreiten Griechenlands und die herrliche -Schriftdes AdamaniioS Korais : „Politische Ermahnungen an die Hellenen", beide mitkräftigem Vorwort. Die hellenische Regierung ehrte den thätigen Erfolg der Grie-chenfreunde, der auch bei Verpflegung und Unterweisung der unglücklichen Flücht-linge, die längere Zeit in der Schweiz verweilten, neuerdings sich bewährte, durchÜbersendung des griech. Bürgerrechts. — Die berühmte, in der NapoleonischcnZeit unterdrückte, später aber »euerstandene Helvetische Gesellschaft, als derenMitglied O. einige Jahre zuvor eine sehr zeitgemäße Rede gehalten, wählte ihn für1824 zu ihrem Präsidenten. 67.
Orestes , desAgamemuo» und de, Klvtämnestra Sohn, der alsRächer fei-nes Vaters durch denMord seiner Mutter, und alsBefreier seiner Schwester, einer derHaupthelden der griech. Tragödie wurde. Von dcn Stücken, die sein Schicksal dar-stellten, besitzen wirnochdeSÄschyluS„Koephoren" lind „Eumeniden ", dcssophokles„Elektra", des Euripides „Orestes " und „Iphigenia in Tauris". — Orest, aufElektra'S Veranstaltung durch seinen Erzieher von dem Schicksale seines Vaters ge-rettet, wurde bei seinem Oheim StrophiuS, Fürsten von PhociS , auferzogen, undschloß mit dessen Sohne PyladeS jene innige Freundschaft, welche der spätern Zeit alsMuster genannt wird. Zur Rache von dem delphischen Gorke selbst aufgefodert, eilter nach Mycene zurück. Um unerkannt zu bleiben, nimmt er zur List seine Zuflucht.Sein Erzieher und PyladeS bringen eine Urne mit, welche angeblich des O. Ascheenthält. Klytämnestra empfängt die Nachricht von des Sohnes Tode mit kaum zuverbergender Freude, und bald fällt sie von seinem Dolche. Gleiche Rache trifftden Äzisth. Aber nach einem religiöse» MvlhuS der Griechen war der Mutter-mörder den Eumeniden verfallen. Unablässig verfolgen die gräßlichen Göttinnenden Unglücklichen und stürzen ihn in Wahnsinn. Er flüchtet nach Delphi. DieRächerinnen folgen ihm auch dorthin; aber durch eine» Orakelspruch macht ihmder Gott bekannt, daß seine Dual endigen werde, wenn er die Statue der Dianavon Taurien nach Argos zurückgeführt habe. Auf diese Weisung schifft O. mitPvlades nach Taurien. Hier war Iphigenia (s. d.), seine Schwester, alsunbekannte Fremde, Priesterin der Diana. Ein altes Gesetz befiehlt, jeden Fremd-ling der Diana zu opfern. Iphigenia soll die Opferung ihres Bruders vollziehen.Aber Beide erkennen sich, und von seiner Schwester begünstigt, entführt Orest das Diane,ibild und kommt mit PyladeS und Iphigenia nach Argos. Jetztwaren die unterirdischen Göttinnen versöhnt. Mit kes MenelauS T., Hermione ,vermählt, herrschte O. über das väterliche Reich Mycene und über Argos, alsdessen König ohne Erben starb. Ein Orakelspruch bewog ihn aber, nach Arkadien auszuwandern, wo er in der Stadt Orestia wohnte und, von einer Schlangegebissen, im hohen Alter starb. Seine Gebeine wurden später nach Sparta gebracht.
Organ (von jedes Werkzeug, womit Etwas zu Stande gebracht
wird; in dieser wörtlichen Bedeutung könnte es auch ein mechanisches Werkzeug(Instrument) sein, welches durch fremde Anregung oder durch fremdes Leben erstin Bewegung gesetzt wird. Allein der Sprachgebrauch hat zwischen den, griech.Organ iuH dem lat. Instrument einen auffallenden Unterschied begründet. UnterInstrument versteht man ein Werkzeug der Kunst, wodurch ein vorhandener Stoffbearbeitet wird, unter Organ eine» Theil des organischen Körpers oder des Or-ganismus. Diese letzten Ausdrücke bezeichnen aber ein natürliches Ganzes,