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messen sein. Sie dürfen nicht zu viel, zu überraschend und unnatürlich moduliren undnicht zu weltlich sich bewegen. Endlich wird das Orgelspiel auch bei Musikaussüh-rungen, bald begleitend, bald als Conceitinstiumcnk angewendet. Bei der Beglei-tung wird dem Organisten gewöhnlich die sogen. Generalbaßstimme vorgelegt, inwelcher nur der Grundbaß des Musikstücks nebst den durch Zahlen bezeichnete» Ac-corden angegeben ist; und so sagt man, er spiele den Generalbaß (s. d.). Umdies richtig auszuführen, bedarf es großer Übersicht und selbst derKenntmß des Ton-stücks durch die Partitur, da ja i» solchem Fall die Orgel nicht Ober- odei Solo-stimme werden darf. In der Regel ist auch die Begleitung der Orgel bei unse, n sovollständig besetzten neuern Musikstücken überflüssig, und sie kann zweckmäßig nurzur Verstärkung einzelner Stellen angewendet werden; auffeden Fall aber ist es stie-rer, dem Orgelspieler Das, waser spielen soll, vollständig auszuschreiben. Wir cm-pschlen Denen die sich uniei richten wollen, vor allen Knecht's, Rink's und Werucr'sOrgelschulen. ?(uch soll C. Güntersbei g's „Fertiger O> gelspieler, oder Casiialmaga-zin für aste vorkommeiide Fälle im Orgelspiel" (2 Thlc., Vieiße» 1821) sthi^ insimcrttv sein. Als Cvncci.uistrumcnt endlich kann der Orgelspieler seine Kunst zwar emfeinsten zeigen; allein er dens hier die Würde seines Instruments nicht vera>ss'i>.Türk, Kittel, Kiiecht, I. S.Bach, Häßler, A.E.Müller, Umbreit.Vierling, Wels ,Rink haben Orgelstücke und Choralvorspiele verschiedener Gattung gesetzt.
Orgien, ein allgemeiner Name der mit mystischen Gebrauchen und trun-kener Wildheit gcseierten Feste des Bacchus (s. d.), in dei Folge auch andrer Festeund Mysterien der Alten, welche mit wildem Geräusche, lärmenden Instrumenten(Crmbeln, Trompeten :c.) und tobendem Geschrei gefeiert wurden; daher noch jetztwilde Feste, besonders nächtliche Gelage, Mit stürmischer Fröhlichkeit und unge-zügelter Lust begangen, Orgien genannt werden,.— Orglasmus, festliche Ra-serei beim mystischen Gottesdienste der Allen.
Oriani (Barnabe ), Abbale, T üeclor der Sternwarte zu Mailand , Mit-glied des itol. Instituts, Corresp. der pariser Akat. u. a. Gesellschaften, Ritter derEhrenlegion , der eisernen Krone, geb. d. 15. April 1153 zu Garegnano, einemDorfe bei Mailand , machte sich fett 1111 als Astronom bekannt. Die Regierungschickte ihn 118K nach London , »m daselbst von Ramsden cinenMauerguadrantenund andre astronom. Instrumente für die Mailänder Sternwarte verfertigen zu las-sen. Er wurde dort Herschel'S Freund lind stand mit ihm in stetem Briefwechsel.Tann nahm er in Italien an der Mestiing eims Bogens des Meridians Theil undleitete nebst Regaio und de Cesaris die Triaiigulirung zum Behuf einer Charte derLombardei. AlsPiazü am 1. Jan. 1801 die Ceres entdeckte und anfangs für eine«Kometen hielt, fand O. durch die Berechnung der Elemente ihrer Bahn, daß sieein Planet sei. Bei Errichtung des Instituts von Italien ward O. zu einem derersten 30 Mitglieder desselben und in der Folge zum Grafen und zum Senator desKönigreichs Italien von Napoleon ernannt. Unter seiner Aufsicht setzt Carlini dieastronom. Ephemersten zu Mailand fort. Alle Beobachtungen O.'S zeichnen sichdurch Genauigkeit aus. Wir nennen s. „Tafeln des Uranus " (1183), s. „Theoriedes Merkurs" (1188) und s. classischen „Elemente der sphäroidischen Trigonome-trie" (Bologna 1806). O.'s Abhandlungen enthalten treffliche Beispiele, Regelnund Bemerkungen für die praktische Astronomie.
Orient, die Morgengeg, nd oder die Gegend, wo die Sonne am Himmelaufzugehen pflegt, dann die »ach Morgen (s. d.) gelegenen Länder. Wir Euro-päer verstehen im Allgemeinen unter dem Oriente die Länder Asiens . — Orien-talisch, morgenländisch. In der Geschichte bei' Cultur verknüpft man mit demWorte Orient den Begriff von einer geheimnißvollen Größe, Majestät und Ri he,welche über dem Grabe der Urzeit schweben, aus welcher mit dem Priestertkumeund der Patriarchenwürte die geistige Entwickelung des Menschen mitten unterCoitversiiliviisiLezicvn. Dd. VIII. ... 1