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Achter Band. O bis Q.
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88 Orientalische Literatur

den erhabensten und den furchtbarsten Erscheinungen des Miterleben« hervorging.Zugleich verbindet sich mit >enem Worte die Vorstellung von dem Einfachen undWunderbaren im Beharrlichen und Steten, welche ebenso den Charakter der phy-sischen wie der moralischen Welt im Osten bezeichnen. In ekhnograph. Hinsicht ver-weisen wir auf die Reisebeschreib. (vgl. Asien, Arabien, Persien rc.); dieneueste: „I.ritr, >> ;>n I'itrieiit, eoeii^-i peiicl. !e, Äiiiiüeii 182^— 28", vomBar. Th. Renouard de Bussierre, 2 Bde., mit Steindr. (Paris 1829).

O r i e :> l a l i s ch e L i t e r a t u r. Dieses Feld der Philologie, welche»die Sprachen und die Literatur einer Menge zuin Theil ganz von einander verschiede-ner Völker umfaßt, ist in der neuesten Zeit mit großem Eifer bearbeitet worden.Nicht nur ist die Zahl der orientalischen Sprachen, welche man studirt, gegenwärtigungleich großer als sonst, sondern man erlernt jetzt auch jede einzelne dieser Sprachenviel gründlicher als früher. Eheniaks besaßen selbst berühmte Orientalisten häufignur sehr oberflächliche Kenntnisse der Sprachen, in welchen sie glänzten; ein gerin-ger Grad von Gelehrsamkeit reichte damals hin, einen Mann unter die Ersten die-ses Fach,? zu stellen, und unvei hältnißmäßig groß war der Unterschied zwischendem Vielen, was ein Kenner der classischen Philologie leisten mußte, und dem We-nigen, was der Orientalist in seiner Sprache zu wissen brauchte; manche Orien-talisten konnten weder richtig arabisch decliniren noch conjugiren. Heutiges Tagesist die grammatische Kenntniß mancher orientalischen Sprachen weit vorgerückt;orientalische Autoren aber sind verhältnißmäßig immer nur noch wenig durch denDruck bekanntgemacht, und ebenso wenig vollständig ist die Literargeschichte dereinzelnen oriental. Völker erforscht und dargestellt. Einen Hauptanstoß zum gründ-lichern Studium morgenländischer Sprachen gab die von W. IoneS (s. d.) inCalcukta gestift. asiat. Societät, und in Europa der pariser Gelehrte Silvestre deSacy , der vollendetste Kenner des Arabischen, dessen Werke durch grammatischeund logische Schärfe sich auszeichnen. Seine „(Vumm-iiie -ir.'.be" (Paris 1810)hat das arabische Sprachstudium ganz neu geschaffen und es möglich gemacht, indie schwierigern Schriften der Araber mit Sicherheit einzudringen. Die Erschei-nung dieser Grammatik hat mittelbar auch auf die Verbesserung des Studiumsandrer Sprachen gewirkt, z. B. der persischen und der hebräischen. Die reiche, imhöchsten Grade von ihrem Volke genau grammatisch bearbeitete und ausgebildeteSprache ist deßwegen vorzugsweise scharfsinniger grammatischer Erörterungen fä-hig. Aber auch die literarische Thätigkeit der indischen Engländer hat sich um dasPersische und um das Arabische durch die Herausgabe wichtiger Werke sehr verdientgemacht. Von den indisch-engl. Druckereien zu Serampor und zu Calcutta undvon den türkischen Druckereien in Skutari und Konstantinopel haben wir bis jetzt diegrößten Werke orientalischer Literatur erhalten, z. B. die großen Originallepica derAraber, Perser und Türken. Aber nicht nur das orientalische Sprachstudium anund für sich, sondern auch die Anwendung desselben auf andre Wissenschaften, zuhistor., geograph., inythol., Philosoph, und sprachvergleichenden Forschungen, istin den neuesten Zeiten fleißig geübt worden, und im Ganzen auf eine besonnene,zuverlässigeWeise. Freilich hat es nicht an Einzelnen gefehlt, die verkehrte Rich-tungen in dieser Hinsicht befolgten und unhaltbare Hypothesen durch gemißbrauchtSprachkenntnisse unterstützen wollten, vorzüglich durch unrichtiges Etymologisiern;am meisten geschieht dies von solchen, die nur eine oberflächliche Kenntniß der Spra-chen besitzen, wogegen gründliche Kenner in Ansehung großer neuer Entdeckungenimmer viel vorsichtiger zu Werke gehen. Indeß, eine dauernde Herrschaft habensolche unzuverlässige Methoden bis jetzt sich nicht erwerben können. Zur Förderungder oriental. Studien sind 5 gegenwärtig bestehende asiatische Gesellschaften vonEuropäern gestiftet worden. Drei derselben befinden sich in Indien , in den StädtenCalcutta, Bombay, Madras , und sind aus Gelehrten und aus Militairpersonenzusammengesetzt; jede derselbe gibt Abhandlungen heraus: die zu Calcutta „Asia -