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Orkans (Louis Joseph Philippe Herzog v.)
Flott? gegen den Admiral Keppel in dem Treffen bei Duessant an. Aber seineAbkhcklung stand im Hintertreffen, und man warf ihni Feigheit vor, sodaß er,starr Großadmiral zu werden, die Stelle eines Generalobersten der Husaren er-hielt: Stoff genug zu Epigrammen! Seitdem fing er an Ludwig XVI. zu hassen.Als er einige Jahre darauf in einem Luftballon aufstieg, sagten die Spötter: erhabe alle Elemente tu Zeugen seiner Feigheit machen wollen. Indeß war er nichtohne Ehrgeiz. Dabei' suchte und erhielt er die Stelle eines Großmeisters allerFreimaurerlogen in Frankreich ; daher trat er 1788, wo der Hof mit den Par-lamenten in Streit oeri.lk, auf die Seite des Volks und widersetzte sich in derkönigl. Satzung vom 19. Nov. dem Könige; er ward deßwegen verwiesen, vomVolke aber verehrt. Denn er kaufte Korn auf, um es den Armen wohlfeil oderunentgeltlich abzulassen. Er ließ 1788 und 1789 Zimmer für die Armen heizen,sie speisen und Geld unter sie vertheilen. Um dem Volke zu gefallen, war er per-sönlich bei der Plünderung der Papiermanufactur zu Revcillon zugegen, und ließsich vom Adel zu Crepy in Valois zimi Mitgliede der ersten Nationalversammlungernennen. Bald trat er ganz aus die Seite des dritten Standes. Er nahm an ge-heimen Zusammenkünften Theil, wo ihn listige Parleihäupler mit der Aussichtkirrten, Generallieutenant des Königreichs zu werden. Hätte er Muth gehabt,so würde er an die Spitze des Volks getreten sein. Kaum vermochte er d. 12. Juli1789, wo er mitten unter den Dolksbaufen im Palais roval trat, das Wort her-vorzubringen: „Es gibt nur Ein Mittel: greift zu den Waffen!" Eiligst zog ersich in den Palast zurück. Seitdem brauchten ihn seine Anhänger nur für ihreZwecke, doch schmcichelten sie seiner Ehrsucht so lange, als es ihnen nöthig schien.Don ihnen verleitet, bestach er das Regiment der franz. Garden. Er ließ Schmäh-schriften gegen die Königin vertheilen, die er mit dem giftigsten Hasse verfolgte;dafür trug der Pöbel seine Büste im Triumphe durch die Stadt. Welche» Antheiler seitdem an allen Ausbrüchen des wilden IakobinismuS genommen, kann nichtmit Bestimmtheit gezeigt werden; allein die Spur der sogen, orleanischen Parteiläuft deutlich genug durch die dunkelsten Windungen der RevolutionSgräuel hin.Doch hatte er nicht Kühnheit genug, rasch nach der Krone zu greifen. Daher ge-lang der Plan in der Nacht vom 5. u. 6. Dct. , als dessen Haupturheber alle Aus-sagen den Herzog einstimmig bezeichnete», nur halb. Lafayelte bedrohte ihn deß-halb mit gerichtlicher Untersuchung, und der erschrockene L). ging mit Erlaubnißdes Königs nach England. Nach 8 Monaten kam er zurück, leistete den Bürger-eid , und die Nationalversammlung sprach ihn von jeder Anklage frei. Bei derFlucht Ludwigs XVI. erklärte er, daß er auf die Regentschaft, im Falle sie ihmangetragen werden sollte, Verzicht leiste. Er beschäftigte sich damals mit Auf-käufen von Getreide und Zucker; daher verließen ihn die »leisten seiner Anhänger.Jetzt riechen die Minister zu einer Aussöhnung mit D. Er wurde zum Admi-ral von Frankreich ernannt, lind der Minister Bertrand v. Moleville leitete eineUnterredung ein, die der König mit O. hatte. Aber unglücklicherweise wußtendie Hofleute nichts von dieser Annäherung. Sie behandelten daher, vom blin-den Roralismus bethört, den Herzog, als er wenige Tage nachher (Jan. 1792)bei Hofe erschien, mit der beleidigendsten Verachtung, und beim Hinabsteigenvon der Treppe wurde, wie Bertrand de Moleville in seinen ,X1o>noir>.--i" erzählt,sogar auf ihn gespieen. Dies brachte ihn in Wuth, und er trat als der unversöhn-lichste Feind des Königs und der Königin zur Revolutionspartei. Der Hos schlugihm daher sein Gesuch ab, bei dem Heere unter Luckner zu dienen, worüber erbei der Nationalversammlung Klage führte. Nun erfolgten die Schreckenstagevom 20. Juni und 10. Aug. 1792, an denen O. wol Theil haben mochte, ob-gleich er einsehen mußte, daß hier eine mächtigere Partei als die seinige ihn selbstmit sich fortriß. Er ward hierauf nebst Maral, Robespierre und Danton zum