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Achter Band. O bis Q.
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120 Orthodox Orthopädisches Institut

Entdeckung des elektrochemischen Magnetismus will Forni in Turin früher alsA.gemacht haben. Über H.'s Entdeckungen belehrt Pfaff'S Schrift: „Der Elektro-Magnetismus" (Hamb . 1824). 81.

Orthodox wird Derjenige genannt, der sich in Hinsicht der religiösenÜberzeugung streng an den Lehrbegriff seiner Kirche hält. Der Begriff der Or-thodoxie oder Rechtgläubigkeit ist in den protestantischen Kirchen, bei demSchwanken, in dem sich die Meinung von dem Ansehen der symbolischen Bücherals kirchlicher MlaubenSregel befindet, jetzt noch schwankender, als er es sonst warund in der kathol. Kirche jemals werden kann. Die Billigsten lassen schon Denfür orthodox gelten, der nichts den erweislichen Lehren der heil. Schrift Widerspre-chendes glaubt und lehrt. (Vgl. Heterodox.) is.

Orthoi-pie, derjenige Theil der-Sprachlehre, welcher sich aufdie richtigeAussprache der Wörter bezieht; er gründet sich auf Bekanntschaft mit den Sprach-werkzeugen und den Thätigkeiten derselben bei Hervorbringung einzelner Laute undTöne, oder auf den Mechanismus des Sprechens. Der neuern Zeit gebührt dasVerdienst, der Orthoepie selbst auch bei dem Lesenlehren in Schulen mehr Auf-merksamkeit gewidmet zu haben als früher geschah, obgleich auch nicht geläugnetwerden kann, daß hierbei manche Lehrer in guter Meinung zu weit gingen, in-dem sie die kleinen Sprachsichüler'nicht nur mit der Einübung der zur Hervorbrin-gung der einzelnen Kehl -, Gaumen-, Zungen-, Lippen - und Zahnlaute erfoder-lichen oder erfoderlich scheinenden Mundstellungen zu lange hinhielten, sondernauch wol gar bei diesem Elementarunterrichte selbst zu viel von der Theorie, aufwelche er sich gründet, einstießen ließen. Scharfsinnige und gründliche Forschun-gen über diesen Gegenstand findet man in von Kempelen'S „Mechanismus dermenschlichen-Vprache" (mit 21 Kupf., Wien 1191), welches Werk auch Ferd.Olivier bei dem „Versuch einer vollständigen Analyse der Tonsprache", in seinem„Ortho-epo-graphischen Elementarwerke", Thl. 1, benutzte. Noch tiefer drangdessen Sohn, Lud. Olivier: „Die llrstoffe der menschlichen Sprache und die allge-meinen Gesetze ihrer Verbindungen" (Wien 1821, mit beiges. Abbild, der Mund-stellungen) , in das Wesen der Sprache ein. Dieser unterscheidet in den europ.Sprachen 10 Vocale, oder, wie er sie nennt, Haller, und 26 Lauter. Die Lauter-fsrm unterscheidet er in Knaller-, Brum <er-, Sumser-, Sauser- und Schnar-i'erform. Auch Liscovius (in s. „Theorie der menschlichen Stimme"), Chladni(in s. „Akustik"), Bernhardi (in s. „Sprachlehre") theilen hierher gehörige scharf-sinnige Forschungen mit. I. Fr. A. Krug'S „Anweisung, die hochdeutsche Spracherecht anSsprechen , lesen u. s. w. zu lehren" (Leipz. 1808), und G. L. Schulze'S„Legographologie" (Leipz. 1821), bearbeiteten diesen Gegenstand in Beziehungauf den Leseunterricht in Schulen. 11.

Orthographie, s. Rechtschreibung.

Orthopädisches Institut: Anstalt zur Heilung von Verkrüp«pelungen des menschlichen Körpers, es mögen dieselben am Rückgrats», den Rippenund dem Becken, oder auch an den Gliedmaßen vorkommen. Den Theil der Chirur-gie, welcher sich damit beschäftigt, hat man Orthopädie (->§A,c. gerade,

Bildung des Kindes) genannt. Da die Heilung dieser Gebrechen (wie dieder psychischen Krankheiten) leichter in besonders dazu eingerichteten Institutenmöglich ist, so hat man in neuern Zeiten orthopädische Institute errichtet. Dasvom Hofrath II. Leithoff in Lübeck gestiftete ist das älteste in Deutschland . Einsder vollkommensten Institute dieser Art, das in Würzburq, wurde von JohannGeorge Heine im Nov. 1816 angelegt. Heine, der die Kunst des Bandazistenund Instrumentmachers mit der des Chirurgen in sich vereinigt (geb. 1113 zuLauterbach «m Schwarzwalde in der Grafschaft Bissinzen, wo sein Vater Gast-wirth war), hatte das Messerschmiedshandwerk erlernt, ging jedoch zur Kunst