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Achter Band. O bis Q.
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Orthopädisches Institut

des chirurg. Instrumentmachers über und zeichnete sich in diesem Wirkung-kreise soauk, daß er 1798 nach Würzburg berufen ward, um für die Universität und dasIuliushospital eine Werkstätte für chirurgische Instrumente zu errichten, wo er un-ter Siebold'S, Brünninghaußen's und Hesselbach'S Anleitung sich nicht nur in sei-ner Kunst vervollkommnete, sondern sich auch anatomische und chirurgische Kennt-nisse erwarb. 1802 ward er als UniversitätSinstrumeiitmacher angestellt, 1816ihn, die goldene Civilverdienstmedaille ertheilt, 1824 erhielt er von der UniversitätJena das Diplom als l>. der Chirurgie, und in dems. I. ward er zum Deinonstratorder Orthopädie an der Universität Würzburg und zum Assessor der dasigen Medicin.Facultät ernannt. Diese Auszeichnungen waren von SeitenHeine'S wohlverdient,denn nicht nur wichtige chirurgische Verbesserungen und Erfindungen (z. D. zumVerbände der Beinbrüche, besonders des Schenkelbcüchalses, zur Einrichtung derLuxationen, zur Trepanation, zur Verfertigung künstlicher Füße ic.). waren vonihm ausgegangen, sondern auch manche nicht unverdienstliche schriftstellerische Ar-beit. Am meisten verdient machte er sich um die Heilung derVerkrüppelunaen desKörpers durch s. orthopädische Anstalt. Dieses, gegenwärtig unter königl. Lrchutzestehende Karolineninstitut befindet sich in einem königl, Gebäude des Ste-pbanklosters, einer ebemal, Benediclinerabtei, in einer gesunden Lage an der südl.Grenze der Stadt Würzburg , und hat außer der Wohnung des Vorstandes (Heine)sechzig Zimmer nebst einem Garten und einer Badeanstalt, welche auch Dusch-und Dampfbäder darbietet. Das Institut, welches 1826 über 200 Kranke zählte,ist so eingerichtet, daß jeder Stand, jedes Geschlecht und Alter und jede Religion indemselben Aufnahme und angemessene Behandlung und Verpflegung finden kann,wenn das Subject nur übrigens sich zurAusnahme und Heilung eignet. Für dieje-nigen Kranken, welche allein kommen, übernimmt die Direction hinsichtlich der Er-ziehung und der geistigen und körperlichen Pflege die vollste Verantwortlichkeit. Eskönnen aber auch die Ältern, Hofmeister, Gouvernanten, das Gesellschaft-- undBedienungspersonal, mit den Kranken zugleich im Institute wohnen. Die Direc-tion gibt die ganze Verpflegung im Hause: Wohnung, Meublirung, Bedienungu, s. w., nach individuellem Bedürfniß und Geschmack. Es werden monatlich zweiAbendgesellschaften gehalten, wobei Spiele, Tänze, musikalische und andere Un-terhaltungen wechseln. Übrigens kann jedes Individuum in allen Fächern der gu-ten Erziehung den gehörige» Unterricht erhalten, wozu Würzburg die Hnlf-guellendarbietet. — Die medicinische Behandlung des hier zu heilenden Übels zerfällt ineine mechanische und eine dynam.sche. Für die mechanische Behandlung dienen:eine mit den Cu> zimmern in unmittelbarer und steter Verbindung stehende Werk-stattfür die Anfertigung und Abänderung der nöthigen Maschinen und Bandagen,und eine reiche Sammlung dieser Vorrichtungen oder ihrer Modelle; nächsidem sindfür die Anlegung der genannten Vorrichtungen und für die nöthigen Manipulatio-nen unterrichtete Gehülfen oder Gehülfinnen angestellt, wodurch dieser wichtigeTheil der Behandlung sicherer ausgeführt werden kann als in der Privatyrapis.Der dynamische Theil der Behandlung begreift die Anwendung solcher Mittel, wel-che theils auf die innere Organisation überhaupt wirken, theils auf einzelne Theilezur Erschlaffung oder Anspannung, zur Schwächung oder Stärkung derselben, jenachdem es die Behandlung des zu heilenden Gebrechens oder die Gesundheit desIndividuums überhaupt fodert. Hierher gehört die Anwendung der Bäder, derFriciionen, der Elektricität und des GalvaniSmuS u. s. w. Für die körperlicheBewegung und für die zweckmäßig erachtete» gymnastischen Übungen dient derhierza eingerichtete Garten der Anstalt, in welchem Kegel- und Ballspiel, schau-keln Carrousel und ähnliche Bewegungen vorgenommen werden können; auchhält dar Institut Rollwagen zur Sclbstbewegung und Equipagen zu Spazierfuh-