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Oryktognosie §)ser
Länder, um Bibliotheken und Kunstsammlungen zu sehen und Verbindungen mitGelehrten anzuknüpfen. Nach seiner Rückkehr wurde er 1736 Pros. der Geschichte,der Beredsamkeit und griech. Sprache am Athenäum zu Amsterdam . DiesemAmte stand er mit großem Ruhme bis 1'42 vor, wo er es niederlegte, um sich ganzseinen literarischen Arbeiten zu widmen. Unter diesen Beschäftigungen lebte ermetstens auf seinem Landgute zu Harlem bis an seinen Tod (14. Sept. 1751 zuAmsterdam ). In der Kritik und Geschichte hat er sich große Verdienste erworben,und es erschien nicht leicht eine vorzügliche AuSg. eines Klassikers, woran er nichtvielen Antheil gehabt hätte. Man verdankt ihm die erste Ausg. des Romans vomChariton , den er mit einem reichhaltigen Philolog. Commentar begleitete. InVerbindung mit Burmann sehte er die, von einigen gelehrten Engländern an-gefangenen „Vlinuelluncno vliücrviltionc« in uuutorez veleie^ el >fort; auch gab er seines gelehrten Bruders Gedichte, mit den seinigen vermehrt, u.d. T./Vetii ck'Orvüle Xäli piiiüiiita" heraus. Seine Rktsebeschreibuiig vonSici-lien, worin er alte Denkmäler erläuterte, erschien nach seinem Tode: „dicula,gnibus 8>eiliae vcte, x rucke,., „ckckilis, antignilulun, tubuli» iI1u,truiitur, eck.k. Lurmannntt" (Amsterd. 1764, 2 Bde., Fol.).
Oryklognosie, ein Theil der Mineralogie (s. d.).
Oryktvlogie, die Lehre von den GebirgSarten und demnach ein Theilder Geognosie.
Oscilliren,Oscillation,Schwingen , Schwingung (s. d.).
Ösrr (Adam Friedrich), geb. 1717 zu Presburg in Ungarn , von evangel.Ältern sächs. Ichtion, widmete sich aus Neigung frühzeitig den bildenden Künsten.Sieben Jahre genoß erUnterricht im Zeichnen auf der Akademie zu Wien und ge-wann, 18 I. alt, durch sein Brandopser Abrahams die goldene Prämie. VonRafael Donner erhielt er Unterricht im Bossire», sowie er auch seine Kenntniß desCostums und der Antike diesem gelehrten Bildhauer verdankte. Indeß entschieder sich für die Malerei und ging 1739 nach Dresden , wo sich um dieselbe ZeitDietrich und MengS.auSgebildet halten. Späterhin ward dort Winckelmann seinvertrauter Freund. Ö. war es, der Winckelmami'S erste Schritte bei seinem Stu-dium der alten Kunst leitete. Er selbst machte immer größere Fortschritte, nament-lich in der Freskomalerei durch die Bekanntschaft mir Ludw. Svlveibre. EinemRufe nach Petersburg z» folgen (1744), wurde er durch den Tod der Kaiserinzurückgehalten. Während des siebenjähr. Kriegs hielt er sich meistens zu Dahlen bei dem Grafen von Bünau auf. Gegen das Ende desselben ging er nach Leipzig und wurde zum Direclor der neuen Zeichnungs-, Malerei- und Archilekruraka-demie ernannt, nachdem er schon Professor der dresdner Kunstakademie und kurf.sachs. Hofmaler, aber ohne Gehalt, gewesen war. In diesen: Wirkungskreiseerwarb er sich große Verdienste durch die Bildung vieler Zöglinge. Leipzig besitztmehre seiner schönsten Arbeiten; dahin gehören die FreScogemälde im Concert-saale und in der Nicolaikirche, deren innere Verschönerung hauptsächlich sem Werkist. Verständige Erfindung und Gedankenreichthum, ausdrucksvolle Wabrheitund Haltung, Natürlichkeit in der Composition, skizzenhafte Leichtigkeit und Rich-tigkeit in den Formen sind die charakteristischen Eigenschaften seiner Gemälde, unterdenen die allegorischen den Vorzug verdienen. Von seiner Geschicklickkeit in derBildhauerkunst gibt seine marmorne Statue Friedrich Augusts, »velche, zumalaus dem unverhältnißmäßigen Fußgestelle, die Esplanade in Leipzig nicht sonderlichziert, ein Denkmal in der kathol. Capelle daselbst, das Denknial der KöniginMathilde von Dänemark zu Celle und das von Geliert in einem Privatgarten zuLeipzig keinen besondern Begriff. Indessen siel auch sein Kunstleben in eine fürdie bildende Kunst sehr unfruchtbare Zeit. Als Mensch, Staatsbürger lind Freundwar Ö. höchst achtenswerth und im Umgänge liebenswürdig. Das Alter hatte