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Osmanischeg Reich (Gesch. v. 1300—1455)
Palastes hieß die Pforte. Er war ein Eidam des griech. Kaisers Kantakuzeno. Diesund die Verbindung mit den Genuesern, welche, aus Handelseifersucht gegen diein der Levante mächtigen Venetianer, bald dein Hofe von Konstantinopel , bald demMächtigen Sultan von Kleinasiens Küste schmeichelten und ihre Schiffe den Türkenzur Überfahrt darliehen, machte Orkan und seine Nachfolger bekannt mit derSchwäche des osirönuschen Reichs und mit den Spaltungen d.S Abendlandes, wodie Kirchentrennung und das Lehnwesen die bürgerliche Ordnung zerrütteten, wo eskeine Macht und keine Staatskunst gab, die das Ganze umfaßt und gelenkt hätte.Asien fürchtete keinen Kreuzzug mehr. Staatskluger und unterrichteter als diePa-dischahs des 18. und 19. Jahrh., beschlossen Orkan und s. Nachfolger, das kleine,ihnen verächtliche, in sich uneinige Europa dem Islam zu unterwerfen. In mehreHerrschaften zerstückelt, lockte es, wie zuvor Kleinasien , sie zu Sieg und Perlte. Alsobetrat zuerst Orkan's Sohn, der tapfere Sollwan, 135b Europa . Er befestigteGallipoli und Sestos , und behauptete dadurch die Meerenge, welche beide Welt:theile schied. Nun breiteten sich die Waffen der Osmanen gleichzeitig in Europa und in Asien aus. Orkan's zweiter Sohn und Nachfolger, Aiiiurat I., eroberte1360 Adrianopel, den Sitz des Reichs in Europa , und besieate mit seinen neuen,aus jungen, im Islam erzogenen Christenknaben gebildeten Soldaten, denIani-»scharen, dem ersten stehenden Heere, und mit seinen zum Reirerdienste durch Lehn-guter verpflichteten Tiniarioten und Aaimü Macedonien, Albanien und Serbien .Als er aber auf dem Schlachtfelde von Kaschau seines Sieges froh war, rief ihn derSerbier Milosch Kobilowiksch, der umsonst für die Freiheit seine? Vaterlandes <je-kümpst hatte und schwer verwundet zu Boden lag , herbei, raffte sich auf und streßihm den Dolch in das Herz, sodaß mit dem Besiegten der Sieger starb (1389).Nach ihm drang in Thessalien ein und bis vor Konstantinopel der wilde Bajajid,genannt der Blitz. Er schlug den 28. Sept. 1396 die abcndländ. Christen unterSiegmund von Ungarn und Böhmen bei Nikopolis (in der Bulgarei), ließ ausRache 10,606 christl. Gefangene ermorden, baute am Bosporus ein festes Schloßund legte dem griech. Kaiser einen Tribut auf; aber des Mongolen Timur (s. Ta-merla») Waffen riefen ihn nach Asien , und i» der Schlacht bei Ancvra 1 A>2,wo mehr als 1 Mill. Krieger um die Herrschaft der Welt kämpften, ward der stolzeBajased überwunden und gefangen. Darauf vertheilte Timur die Provinzen „werBajafed'S Söhne. Endlich (1-113) sehte sich wieder auf Osman's »»getheiltenThron der staatSkluge und gerechte Mohammed 1., Bajafed'S 4. Sohn. SeineWaffen drangen, während die Vater des Conciliums zu Konstanz , um der Kircheden Frieden zu geben, Huß verbrannten und 3 Päpste absetzten, 1115 bis Salz-burg und in Baiern vor. Dann besieate er Venedig in Thessalonich (1420), undsein berühmter Großvesier Ibrahim schuf die türkische Seemacht. Ihm folgte seinSohn, der weise und tapfere Murad > l. Diesem widerstanden nur der tapfere GeorgKasiriota (Skander-Beg, d. i. Fürst Alexander) m EpiruS , der heldenmüthigeJohann Hunvad, Fürst von Siebenbürgen , und das starke Bollwerk des Abend-landes, die Feste Belgrad . Als er darauf nach beschworcncm Frieden (1440) dieRegierung niedergelegt halte, entband der Papst den König von Ungarn und Polen,Wladislav, von seinem Eide, und die Christen drangen vor bis an das schwarzeMeer; aber Murad umgürtete sich aufs Neue mit dem S-nbel Osman's, rief dieRacke des Himmels gegen die Meineidigen an und schlug die Christen bei Darna1441. Wladislav und der päpstl. Legat Julian waren unter den Todten: Nocheinmal entsagte der' große Murad dein Throne, lind noch einmal rief ihn die Ge-fahr auf denselben zurück. Er bändigte den Trotz der Ianitscharen und überwanddie Christen bei Kaschau 1419. Schon war das Reich der Byzantiner voni Abend-lande abgeschnitten, da vollendete Murad'S 26jähriger Sohn und NachfolgerMohammed ll. (s. d.) (1451—81) das Werk staatskluger Eroberung. In