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Achter Band. O bis Q.
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Osmanisches Reich (Gesch. von 1774—1801)

schlick Kainardschi (1114) auf die Hoheit über die Krim verzichten und das Landzwischen dem Bog und Dnepr mit Kinburn, sowie Asow, an Rußland abtreten undseine Meere den russischen Handelsschiffen öffnen. Hieraus entstand eine so heftigeReibung zwischen dem Stolze der gedcmürhigten Pforte und den gebieterischenFederungen Rußlands, daß der Divan 1181 an Katharina II. den Krieg er-klärte, der aber unter Selims III. Regierung so unglücklich geführt wurde, daßRußland im Frieden zu Iassy (1192) Taurien behauptete, das Land zwischen demBog und Dniestr nebst Oczakow erhielt und am Kaukasus sich vergrößerte. AuchOstreich, dein die Pforte 1711 ein Stück der Moldau, die Duckowina, zuge-standen hatte, war auf dem Kampfplätze für Rußland aufgetreten, hatte aber,von Preußen bedroht, das eroberte Belgrad im Frieden zu Szistowe (1191) zu-rückgeben muffen. Um diese Zeit stieg u» Innern die Verwirrung immer höher.Sein» III. hatte wol Geist und Kenntniß, aber nicht die Kraft, welche durchgrei-fende Verbesserungen bewirkt. Wie konnte er den antieuropäischen Nationalgeistder Türken, den prätorianischcn Trotz der Ianitscharen, die alte, durch den Islamgeheiligte und durch die Illema vertheidigte Staats - und Rechrsform, wie konnte«r endlich den Orientalismus des Hofs und der ganzen Staatsverwaltung mit sei-nen! Divan umbilden! Es gab keinen ander» Zusammenhang in der weitfchichki-gen Ländermasse, als den Glauben an das Khalifar des Padischah und die Furchtvor der Macht des Grcßherrn. Jenen erschütterte die, erst 1818 bezwungeneSekte der Wahabis (Wechabiten), und von dieser machten sich mehre kühneStatthalter in den Provinzen gänzlich frei. So regierten wie kleine SultanePaßwa» Oglu in Widdin (s. d.), Iussuf «.bis 1810) in Bagdad , mehre Pa-schas in Anadoli u. A. ni., so Ali (s. d.), Pascha von Ianina. Die Serbierverlangten einen eingeborenen Hospodar. Daher beständige Empörungen undallgemeiner Druck. Das Volk selbst brütete fort, bis auf einzelne Ausbrüche sei-ner asiatischen Wildheit, in dem alten Stumpfsinn. Dagegen regte sich der Geistdxr Freiheit bei den Griechen in ohnmächtigen Versuchen, im kräftigsten Wider-stände bei den Serbier» (s. d.) seit 1801 —14. Endlich erhob sich im März1821 das Volk der Grieche», um das Joch der Eroberung abzuwerfen. Eben-so sehr verwirrten sich die auswärtigen Verhältnisse. Schon früher war die Pfortegegen Frankreich mißtrauisch geworden, als Maria Theresia mit Frankreich dasDündniß von 1156 geschlossen hatte. Jetzt blieb sie ruhige Zuschauerin bei demAuebruche der Revolution, und der Großvesier hoffte, die Republik werde wenig-stens sich nicht mit Östreich verbinden. Überhaupt hielt der Divan von jeher diebestehenden Verträge gewissenhaft und benutzte in Asien so wenig als in Europa günstige Verhältnisse, um dort die alte Macht der Ösnianen gegen Persien , hiergegen Östreich wiederherzustellen. Zudem stand Rußland gerüstet auf den Höhendes Kaukasus wie vor den Mündungen der Donau . Endlich reizte Bonaparte'SZug nachÄgYPten den Unwillen der Pforte so, daß sie — das erste Mal! — (1.Sept. 1198) Frankreich den Krieg erklärte. Nun kam sie durch ihr Bündniß mitRußland (Dec. 1198), England und Neapel (Jan. 1199) unter die Leitung desEabinetS von Petersburg und St.-Iomes. Eine russische Flotte segelte durch dieDardanellen, und eine türkische eroberte, mit derselben verbunden, die ionischenInseln. Darauf stifteten Paul I. und Selim III. durch den Vertrag zu Konstanti-nopel (21. März 1800) die Republik der Sieben Inseln, welche wie Ragusa unterdem Schuhe der Pforte stehen sollte. Im folg. I. gab England zwar Ägypten andie Pforte zurück, aber dieMamelucken-Beys und die Arnauten stürzten das Landin blutige Zerrüttung, bis der neue Statthalter Mohammed Ali Pascha (s. d.) durch Verrath (1-März 1811) die Mamelucken gänzlich vertilgte. Seit-dem regiert er Ägypten fast unabhängig. Übrigens hatte jene Verbindung mit der(oalition den Sultan Sclim und einige Großen seines Reichs zu der Überzeugung