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Achter Band. O bis Q.
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Osmanischee Reich (Gcsch. von 1801—21)

geführt, daß, wenn die Pforte sich in ihrer Stellung behaupten wolle, sienothwen»big ihr Heerwesen im Geiste der neuern Taktik umbilden und dem Divan eine zeitegemäßere Form geben müsse; daher arbeitete eine Commission, der Nesumi Dsche-did, an der Ausstellung eines europäisch-türk. Heeres, das die Ianitscharen ent-behrlich machen sollte. Allein in dem Divan gab eü nach dem Frieden mit Frank-reich 1801 2 Parteien, eine russischbritische und eine französische. Rußlands Übergewicht drückte nämlich auf die Pforte in den ionischen Inseln und in Ser-bien; darum neigte sie sich wieder nach Frankreich hin. Als nun Rußland sogardie Moldau und Walachei besetzte (1806), brach der alte Haß los, und die Pforteerklärte, auch »och von Frankreich dazu gereizt, Rußland, das schon mit Persien und Frankreich Krieg führen mutzte, ebenfalls den Krieg (30. Dec. 1806). Daward die Schwache des Reichs der Dsmanen offenbar. Eine engl. Flotte drangfeindlich durch die Dardanellen und erschien (20. Febr. 1801) vor Konstantinopel ;doch der franz. General Sebastiani leitete mit Erfolg den Widerstand des Dwansund des erbitterten Volks. Dagegen macbten die Russen große Fortschritte. DasVolk murrte laut; S elun III. ward (28.Mai 1801) von dem Mufti abgesetzt, undMustapha IV. mußte die verhaßten Neuerungen aufheben. Aber nachdem dietürkische Flotte von der russischen bei Lcmnos (1. Juli 1801) gänzlich geschlagenworden war, benutzte Selim's Freund, der kühne Pascha von Ruecsuk, Mu-siavha Bairaktar, das Schrecken der Hauptstadt, um sich derselben zu bemächti-gen ; der unglückliche Leinn verlor dmüber das Leben (28. Juli 1808), und Bai-rakrar erhob an des abgesetzten Mustapha IV . Stelle den jetzt regierenden Gioß-sultan Mahmud II. (s. d.) aus den Thron. Als Mahmud's Großvesier stellteer das neue System des Heerwesens wieder her und schloß mit den Russen einenWaffenstillstand; aber die Wuth der Ianilscharen brach aufs Neue los (16. Nov.1808) und vernichtete ihn und sein Werk. Mahmud blieb auf dem Throne, denner war nach Mustapha's IV. Hinrichtung der einzige Fürst aus Osman'S Ge-schlecht. Er zeigte bald ungewöhnliche Kraft und Klugheit, versöhnte sich mitGroßbritannien (5. Jan. 1809) und si tzte den Krieg gegen die Russen, welche schondie Engpässe des HämuS bedrohten , mit doppelter Anstrengung fort. Zwei Mal(1810 und 1811) mußte» sich die Ri ssen übe, die Donau zurückziehen; dennochgelang es ihrer Staatskunst, im Divan die stanz. Partei zu besiegen. Vergebenshatte der franz. Kaiser in seinem Waffe,ibunte mit Östreich (14. März 1812) dieAuftechthalkung des ganzen Gebiets der Pforte erklärt; diese erkaufte dessenunge-achtet, ehe noch das franz. Heer über den Nieme» ging, den Frieden von Rußland zu Bucharest (28. Mai 1812) durch die Abtretung der jenseits desPrnih liegendenMoldau und Bessarabiens mit den nördl. Festungen am Dniesir lind an der Do-naumünduna, sowie der südl. Pforten des Kaukasus am Kur. Die sich selbstüberlassene» Scrbier wurden aufs Neue den Türken Unterthan; doch behielten siein dein Vertrage mit der Pforte (Nov. 1815) die eigne Verwaltung ihres Landes.Seit diesem Frieden stand Rußland drohender als je der Pforte gegenüber, in Asien wie in Europa ; seine Flagge herrschte im schwarzen Meere und sein Einfluß imDivan. Darum mußte Mahmud 1811 die Hauptmündung der Donau an Ruß-land überlassen. Der Aufstand der Griechen aber verwickelte die Verhält-nisse der beiden Nachbarstaaten mebr als je und führte einen Wendepunkt in denAngelegenheiten des osmanischen Reichs herbei, dem entscheidende Ereignissegefolgt sind. (Dgl. Griechen seit 1821.) Die Pforte glaubte näml ch, daßRußland insgeheim den Ausstand der Griechen begünstige, und besetzte nicht nurdie Moldau und Walachei, sondern beschränkte auch die russische Handelsschiff-fahrt. Beides war dem bucharester Frieden entgegen. Nach einem lebhaftenNotenwechsel verließ der russische Gesandte Konstantinopel . Die Vermittelungdes engl. und des östreich. Hofes, sowie des Kaisers AleZander Liebe zum Frie-