irr OsmanischtS Reich (statist.)
be» verhinderte zwar den Ausbruch eines Krieges; allein der Divan verweigertekein ruff. Cabinete unter mancherlei Verwänden jede Genugthuung, bis endlich derKaiser Nieolaus eine letzte Frist bestimmte, worauf die Pforte (14. Mai 1826) alleFederungen des ruff. Hofes bewilligte, in der Moldau und Walachei (wo sie seit 3fahren 37 Mül. Plaste erpreßt und damit den griech. Krieg geführt hatte) Allesauf den alten Fuß zu setzen versprach und Commissarien nach Ackerman sandte.Hier wurde dem Diva» ebenfalls eine letzte Frist gegeben, und am 6. Oct. 1828nahm er sämmtliche 82 Punkte des ruff. Ultimatum« an. Dieser Vertrag vonAckerman ist eine Ergänzung des bucharester Friedens. Die Pforte überließ denRussen alle'Festungen in Asien , welche sie bisher zurückverlangt hatte, und erkannteden von Rußland bestimmten RechlSzustand in Serbien , der Moldau und Walacheian. Doch zog sie ihre Truppen aus den Fürstemhümern erst im I. 1827 zurück.Unterdessen harke Mahmud große Reformen im Innern begonnen und den Ianit-scharenpöbel. der zuletzt noch die Vorstadt Galata (3. — 5. Jan. 1826) verbrannte,Mit der Wurzel auszurotten beschlossen. Ein Heer ward auf europäischen Fuß er-richtet, und das Ianitscharencorps nach einem mörderischen Kampfe im Juni 1826gänzlich aufgehoben. Die blutige Strenge in Vollziehung dieser und andrer Maß-regeln, welche die herkömmlichen Gebräuche der Türken vielfach verletzten, hatteAufstände zur Folge, in welchen (am 31. Aug. und 11. Oct.) über 6000 Häuser inKonstantinopel verbrannten. An die Stelle der militairischen Pöbelherrschaft tratjetzt der härteste militairische Despotismus, welcher selbst dieUlema nicht verschonte.Zugleich wies die Pforte (zuletzt im Juni 1827) jede von Rußland , England undFrankreich angebotene Vermittelung des Krieges mit den Griechen übermüthig zu-rück, und der Großherr rief alle s. Unterthanen, die Christen mit eingeschlossen, unterdie Waffen, um dem Kamvfe mit Europa , wenn es sein müßte, entgegenzutreten.Als nun auch, nach dem Falle der Akropolis (5. Juni 1827), Reschid Pascha Liva-dien wiedererobert hatte, als Ost- und Westhellas aufs Neue dem Halbmonde ge-horchten, da reizte Mahmud durch seinen Ham Sherif vom 30. Der. 1827 Ruß-land zum Kriege. Über den Gang dieses Krieges (vom 14. März 1828 an) bis zuder Demüthigung Mahmuds in dem Frieden zu Adrianopel (14. Sept. 1829) s.t. Art. Türkei und Griechenland am Schlüsse des 12. Bds.
Das Reich der Osmanen hak auf etwa 47,000 UM-' "ach Mengin, gegen23 Mill. Einw.; davon in Europa 9000 HD!., 9^ Mill. E.; in Asien 22,000MM., 10 Mill. E.; in Afrika, Ägypten und Nubien 16,000 f^M., 4 Mstl. E.Die Gesamimzahl der Türken (Osnianen, Tataren, Turkmanen, Araber) in allenTheilen des Reichs wird auf 10 Mill. geschätzt. In Europa besteht nur j der Volks-menge aus Türken. Die übrigen Bew. sind Christen, meist von der griech.Kirche.Man nimmt folgende Verhältnisse an: Türken 3,500,000, Griechen oder Hellenen2,600,000, Moldauer und Walachcn 400,000, Arnauten und Albanier 750,000,Serbier 450,000, Bosnier 250,000, Dalmatier 800,000, Raizen oder Raseer80,000, Kroaten 40,000, Bulgaren 510,000, Juden 300,000. Die europ.Türkei grenzt an Rußland, Siebenbürgen, Ungarn, Galizien, Illyrien , Dal-matien, die ionische Republik und das adriatische, ionische und mitkelländ. Meer.Die Herrschaft über das schwarze Meer behauptet Rußland. Der Bosporus (s. d.), das Marmormeer und die Dardanellenstraße stehen nebst den griech. Ge-wässern allen europäischen Handelsschiffen offen, die nach ruff. Häfen bestimmtsind. Die Lage des Landes ist bei seiner großen Küstenstrecke und bei seinen vielenEinbuchtungen für den Levantehandel äußerst wichtig und ebenso gesichert durchseine Stromtbäler (>Lave und Donau ) an der Grenze wie durch die Höhenzügedes Balkan (HäniuS), die vom Cap Emineh bis zum illyrischen Gebirge sich er-strecken , und mit welchem die Bergrücken des Rhodope, des Pangäus und mehreandre, die Griechenland durchschneiden, zusammenhängen. Abgesondert liegt der