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Ostindische Compagnien, holländische
sch^n Rechten eingeräumt winde, jedoch so, daß die bisherigen einzelnen Gesell-sekafte» in einer gewissen Absonderung erkalten wurden, und jede der 6 Städte:Amsterdam, Middelbnrg, Delst, Rotterdam , Horn und Enkhuysen» welche dieersten Versuche gemacht, den Handel von lkren eignen Häfen aus zn betreiben be-fugt blieb. Diele Handelsgesellschaft begann chr Geschäft mit den vereinigtenFonds von 64 Mist. Girm.; 65 Direekoren (Bewindhebbers), unter den verschiede-ne» Kammern nach Verhältniß der beigetragenen Gelder vertheilt, sodaß auf Amster-dam 25, aufMiddelburg 12, und auf jede der 4 übrigen Städte 5 kamen, besorg-ten in ibren besondern Häfen die Ausrüstung der Schisse, ein Ausschuß von 15 Di-rectoren, „ach gleichem Verhältniß zusammengesetzt, die allgemeinen Geschäfte. Als1622, bei Gelegenheit der Frage über die Erneuerung des Freiheitsbriefes der Com-pagnie, die Erfolge ihrer Unternehmungen von den Generalstaateu untersucht wur-den, ergab sich, daß sie i» den 20 Jahren ihresDaseinS 3»Mill. Gltn., d. h. niehrals das Vierfache ihres GrundeapitalS, unter die Inhaber der Actien vertheilt, unddas Capital selbst noch außerdem durch Colonialanlagen, Befestigungen, Schiffen. andres untheilbares Eigenthum unermeßlich vermehrt hatte. Diese bewunderns-würdigen Resultate können nicht befremde», da der Anstand von Ostindien in allenRücksichten dem Republikaner und Protestanten günstiger war als dem monarchi-schen Katholiken. Waren die Feldherren der Portugiesen von dem Grundsatz aus-gegangen, daß ohne feste Begründung militairischer Macht und ohne religiösesEinverständnis! des Unterworfenen mit seinen, Herrn ein dauerhaftes Handels-verhältniß nicht möglich sei, und war dieser Grundsatz durch ein ganzes Jahrh, vongeschickten und ungeschickten Händen, oft mit Weisheit, öfter mit der menschen-feindlichsten Härte angewendet worden: so mußten wol die Holländer, bei ihrerGleichgültigkeit gegen die sittliche» Verhältnisse der Völker, mit ihrer kräftig gelei-teten Handelspolitik anfänglich überall die günstigste Aufnahme finden. Daß sie inihren ersten Unternehmungen auch den Engländern den Rang abliefe», lag nichtnur in ihrer Überlegenheit zur See, m dem jugendlich republikanischen Geiste desMutterlandes und in dem größer» Umfang ihres Capitals, sondern vielmehr darin,daß sie von Anfang an mit vereinigtem Capital bandelten, während die erste eng-lisch-ostindische Compagnie bis 1610 ein bloßer InuungSverein blieb, in dem jederTheilnehmer sein Geschäft abgesondert betrieb und nur gewisse» allgemeinen Vor-schriften, sowie der Verpflichtung, sich der Schiffe der Compagnie zu bedienen,unterworfen war. In Betreff der augenblicklichen Wirkung mußten die neuenGeldcorpsrationen, wovon die holländischeostindiscke Compagnie das erste großeBeispiel aufstellte, den alten persönlichen (Iunungs-) Corporationen den Rang ab-laufen, wenn auch der spätere Erfolg gelehrt hat, daß eine bloße Geldmacht ohnedie völlige Hintansetzung aller Menschlichkeit nicht zu behaupte» ist, sowie andrer-seits die ersten portug. Eroberer selbst in den Augen aufgeklärter Holländer undEngländer wenigstens insoweit Recht behalten haben, daß alle Weltherrschaft derEuropäer in Indien unsicher bleibt, so lange sie nicht auf einem sittlichen , recht-lichen und religiösen Einverständnisse mit den Urbcwohnern jenes Landes beruht.Der Freibrief der kolländisch-ostindischcn Compagnie wurde bis 1644 verlängert;Batavia, für den Verkehr mit den Gewürziuseln, dem Hauptgegenstande des indi-schen Handels, äußerst vortheilhaft gelegen, war gegründet; 34—41 befrachteteSchiffe liefen jährlich von Holland nach Indien aus, 25 — 34 Frachtschiffe kehr-ten im Durchschnitt zurück. Der Handel mit Japan gewann täglich an Ausdeh-nung, und die Ausbreitung der portug. Macht in Brasilien seit der Thronbesteigungdes Hauses Braganza, obwol sie der holländisch-westind. Gesellschaft den empfind-lichsten Verlust brachte, forderte die Angelegenheiten der ostindischen, weil sie, diegange Aufmerksamkeit der Portugiesen auf Amerika ziehend, den Holländern inAsien desto freiern Spielraum ließ; 1641 ging Malakka , die Hauptst. des portug.