Oskindischc Compagnien, britische 1L1
tugal aufzutreten. Dies war der Hauptzweck der 1581 errichteten britischetürkischen Compagnie, die indeß bald die Vcrgeblichkeit ihrer Bestrebungen er-kannte, dagegen aber durch die Nachrichten, welche Franz Träte von seiner Weli-umseglung zurückbrachte, bestimmt wurde (1591), 5 Schiffe unter Capik. Rar-Niond auf dem portug. Wege nach Indien abzuordnen. Sowol dieser Versuch,als der andre Rob. Dudley's, 1598, scheitelten gänzlich. Indes; tiiebe» dei spani-sche Krieg, die Sperre von Lissabon und die Gewinnsucht der Holländer den Unter-nehmungsgeist der londner Kaufleute aufs äußerste, und so kam am 22. Sept.1599 zu London die Vereinigung zu Stande, aus der sich im Lause zweier Jahrh,die größte Handelsmacht entwickeln sollte, von der in den Jahrbüchern der Weltdie Rede ist. Tie erste Anlage bestand in §0,133 Ps. St., und am 3 l. Tec. 1600bewilligte die Königin Elisabeth dem Gouverneur und der Gesellschaft der nach Ldst»indien handelnden londner Kaufleute das ausschließliche Recht des Handels auf15 Jahre mit allen Ländern vom Cap der guten Hoffnung östlich bis zur magella,Nischen Straße, diejenigen ausgenommen, die im wirk! chen Besitze befreundeterchristlicher Mächte sind. Bis 1813 bestand die Compagnie in reguliitei Verfas-sung; jeder Theilnchmcr verwaltete seinen Antheil selbst aus eigne Rechnungund war nur an einige allgemeine Vorschriften gebunden. Ungeachtet dieser unbe-quemen Form ergaben die in dieser Zeit unternommenen 8 Reisen eine Ausbeutevon 171 Proe. II. Periode, von 1613—1708. Tas Capital wird vereinigt;aus dem bloßen Innungsvereme wird eine förmliche Handelsgesellschaft, dem-nach die Verfassung derselben aus einer demokratischen eine mehr aristokratische,i» der die reichsten ActtonnairS die Gesanimtvei Wallung übernehmen und die großeMasse der ActionnairS eine Scheinconti ole bei den Generalversammlungen behaup-tet, im Wesen aber nur den Geldhandel mit den Aetien in> Auge hat. Nun gediehendie Angelegenheiten der Compagnie dergestalt, daß ihre Aetien binnen 1 I. zu demWerthe von 203Pioc. hinaufstiegen, daß ferner die Holländer, wiewol vergeblich,um eine Verbindung mit ihr gegen die Portugiesen warben, daß ihre Factoreiensich über Java, Sumatra, Bornes, die Banda-Inseln, Eelebes, Malakka , Siam,die Küsten Adalabar und Koroniandel, vorzüglich aber über die S taaten des Mogulverbreiteten, den die Compagnie mit besonderer Klugheit zu gewinnen gewußt hatte,endlich daß beider neuen Unterzeichnung, die sie 1616 eröffnete, 1,629,040Pf.St. einkamen. Aber schon 1627 „ hoben sich Klagen üb-r schlechte Verwaltung,über Mißbrauche aller Art, insbesondere über den eignen Handel der Beamten,welcher die Compagnien von jeher am meisten beeinträchtigte. Andrerseits aber,je mehr die königl. Rechte unter der Regierung des Hauses Smart in Zweifel gezo-gen und beschränkt wurden, »m so mehr wurde auch tas ausschließliche, aus königl.Machtvollkommenheit herrührende Recht der Compagnie bestritten. Die Königeselbst nährten diese Zweifel durch die Freibriefe zum indischen Handel, welche siezum großen Nachtheile der Compagnie einzelnen dritten Personen bewilligten. Da-zu griffen unter Cromwell's Protcctorat die Begriffe der politischen Freiheit so weilUM sich, daß kein Monopol irgend einer Art vor ihnen bestehen zu können schien,und der Protectvr glaubte bei Erlöschung des Freibriefs 1655 den Versuch wagenund den ostindischen Handel freigeben zu müssen. Aber die Sache war nicht aus-führbar. Die Compagnie aufgeben, hieß, das ganze, bereits erworbene, untheil-l'are Capital von Macht und Einfluß in Indien zum Nachtbeile des Mutterlan-des aufgeben. Nach der Restauration der königl. Familie trat auch das königl.Privilegium, welches schon Cromwell hatte erneuern müssen, wieder in sein vollesRecht. In der kurzen Zwischenzeit bis zur Revolution 1688 gewann die Com-pagnie Mit Madras und Bombay den vorherrschenden Einfluß auf den Küsten Ma-kaber und Koromandel, und hiermit die Grundlage der spätern Unternehmungenauf das innere Hindostan, und der Macht, die sich auf den Trümmer» des Reich»