Ottave Rime
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Alfried
„Reisen der Spanier nach der Südsce, insbesondere nach Otahi'ti" (übers. niitAmnerk. von Bratring, Berl. 1812). Seit Forster's Zeit hat sich der Charakterdieser Insulaner sehr verändert. Die Menge der ihnen durch die Briten Angeführ-ten Werkzeuge (besonders Pulver und Blei) hat sie verleitet, die ihrigen bei Seitezu legen; auch mußten die vielen Ausschweifungen, welche seit der Ankunft derEuropäer, von denen Ausreißer und verdorbene Menschen unter ihnen sich ansiedel-ten, auf Okahiti überhandgenommen hatten, dem Kunstfleiße nachtheilig werden.Gegenwärtig, im Besitz eines Gesetzbuches und eines gerichtlichen Verfahrens, anOrdnung und Recht gewohnt, achten sie das Eigenthum. Das Christenthuni be-günstigt rechtmäßige Ehen, verschafft den Frauen Achtung und wehret dem altenHang zum Trunke. Die Missionnaire regieren durch die eingebornen erblichenHäuptlinge, und die Verfassung gleicht einer Thcokratie. Seit 1823 ist Taili un-abhängig. In der Druckerei der engl. Missionarien erschien außer Übers. einzelnertcsiamentl. Bücher eine polynesische Grammatik („X gr-nnumr vt tlw labitünicküilcni <>k llio I'olvni'.ü.ni üni^imge", Burderspoint 1823). bi.
Otfried, Mönch des Benedictinerklosters Weißenburg im Elsaß , wahr-scheinlich aus Schwaben gebürtig, verfaßte eine freie poetische Bearbeitung dercoangel.Geschichte, die er dem König Ludwig 1l., dem Deutschen , in einer Zuschriftin Beigen gewidmet hat. Sie ist ein Hanptdenkinal der althochdeutschen Sprachein kurzen Reimpaaren, von denen je zwei eine Strophe bilden, und in mehre Abschnitte getheilt. (Gedruckt in Schilter'S „ I be?. nnlü,. leuinnie-mun,", I . I.)Neben dem hohen Interesse, welches dieses kostbare Überbleibsel für die Geschichteder Sprache hat, erregen auch einzelne Stellen, in denen O., von Begeisterungergriffen, mit ollen Härten seiner Sprache siegend kämpft, Achtung für den Dichter.Nicht minder schätzenswerth macht ihn der edle Stolz, mit welchem er die hohenVorzüge seiner Nation preist, und die daher entspringende Verbindlichkeit zur Aus-bildung ihrer Sprache empfiehlt.
Otho (MareuS Calvins), Nachfolger des Kaisers Galba , stammte aus einerconsularischen Familie, verlebte seine Jugend in Schwelgerci und Müßiggang , undwurde des Nero Vertrauter. Dieser Kaiser ernannte ikn zu s. Statthalter von Lu-sikanien, um s. Liebe zur Poppäa LMbina, der Gemahlin O.'s, aus deren iLchön-heit ihn dieser selbst aufmerksam gemacht batte, um so ungehinderter folgen zu kön-nen. O. verwaltete jene Stelle 10I. lang mit Ruhm. Er war der Erste, der sichfür Galba erklärte, als dieser sich gegen Nero empörte, begleitete ihn nach Rom undward nach dessen Thronbesteigung zum ersten Male Consul (67 n.Chr.). Da ihnGalba nicht zum Nachfolger ernannte, und die Zerrüttung seines Vermögens ihn indie peinlichste Lage versetzte, so dachte er darauf, den Kaiser zu stürzen. Dies gelangihm mit Hülfe der Prätoriancr und der übrigen Truppen. Galba ward ermordet,und O. zum Kaiser ausgerufen. Aber die Legionen in Deutschland ernannten denVikllius zum Kaiser. Umsonst bot O. unmäßige Summen, diesen zu gewinnen.Ditellins schlug das Anerbieten aus, Mnkaiser zu werden, und führte s. Heer überdie Alpen . O., für den sich die meisten Provinzen erklärt hatten, sandte diesenalten Kriegern ein zwar neugeschaffenes Heer entgegen, aber an der Spitze desselbenstanden die erfahrensten Feldherren, welche des DnelliuS getbeilteTruppen 3Malschlugen. Dadurch stolz und unvorsichtig gemacht, befahl O. ein entscheidendesTreffen gegen die nun vereinigten Truppen des VirelliuS, und wurde besiegt. Aufdie Nachricht davon beschloß er durch freiwilligen Tod den Bürgerkrieg zu enden, sowenig auch s. Lage ihn zu einem so verzweifelten Entschlüsse trieb. Er durchbohrtesich mit einem Dolche, nachdem er 3 Monate und 3 Tage regiert hatte, und bewiesdurch diese That, wie durch manche frühere, daß er bei aller Sittenlosigkeit einenkühne» und entschlossenen Geist besaß.
Oktave Rime (ital.), Octavreime, s. Stanze.
Eonversittloiis-Lexikon. Bd. VIll. 42