Ousclep (Sir William) 183
Ourcq (Canal von)
u. a. Große des Reichs Landhäuser in St.-Ouen , die jetzt zum Theil durch die Er-eignisse in der Revolution zu andern Zwecken, als Vergnügung einzelner Vorneh-men verwendet werden, wie sich denn z. B. in den ehemals dem Prinzen Rohan ge-hörigen Gebäuden die Spinnmaschinen des Bar.Ternaup (s.d.) befinden. Aucherließ von hieraus Ludwig XV 111. den 2. Mai 1811 die berühmte Deklaration, inwelcher er sich verpflichtete, Frankreich als ein consiilutionneller König nach libe-ralen und verfassungsmäßigen Normen zu regieren.
Ourcq (der Canal von), eine Schöpfung Napoleons, versorgt Paris mitgutem Wasser und hilft einem der dringendsten Bedürfnisse jener Hauptstadt, we-nigstens zum größtenTheil, ab. Schon vor und während der Revolution faßte manden Gedanken, einige kleine Flüsse mittelst eineS CanalS nach Paris zu führen, umdadurch dem Mangel an gutem Wasser zu begegnen. Das Werk kam jedoch nie zurAusführung. Endlich befahl Bonaparke, als erster Consul, einen Canal von derOurcq an zu graben und einen Theil des Wassers von diesem Flusse sowol als vonder Bauveronne nach Paris in das Bassin de la Vilette zu leiten, aus welchem danndie Fontaine» und Brunnen der Stadt ihren Zufluß ziehen sollten. Das Werkwurde den 2. Sept. 1802 begonnen und mit solcher Regsamkeit betrieben, daß manbereits 1805 die Schleusen össnen und das Wasser in das Bassin konnte strömenlass ». Doch ist das Werk in dem ganzen Umfange, den ihm Napoleon gebenwollte, bis jetzt noch nicht vollendet. 1822 kamen aus diesem Canal 169Fahrzeuge mit Holz, Kohlen, Mehl ic. und 2611 Flöße nach Paris .
Ousele y(Ei'r Gore), älterer Bruder des Sir William, ein großer Orien-talist, obgleich nicht als Schriftsteller bekannt, geb. den 21. Juni 1110 i» Wales , ausuraltem Geschlechte, ging jung nach Ostindien und zeichnete sich so aus, daß ihn derNabob von Aubd und Lucknow als Feldadjutanten, vertrauten Secrelair undBe-fehlsbaber der Leibwache in seine Dienste nahm. Auch beehrte ihn der Kaiser vonHindostan, Lcbach Allum, mit einem Adelsbriefe. Sein König erhob ihn 1188 zumBarouet vou Großbritannien und Irland. Als Bonaparte sich bemühte, den persi-schen Hof zu gewinne», um desto leichter die Engländer in Ostindien anzugreifen,mußte das Cabinct zu S,.-James auf Gegenanstalren denken und schickte daher1810 eine prachtvolle Gesandtschaft nach Persien . Der Erfolg derselben beruhtehauptsächlich aufdem Gesandten, und da kein Mangel an tüchtigen Männern war,so gereichte es dem Sir Gore O. zu nicht geringer Ehre, daß ihn der König zu einemso wichtigen Posten wählte. Wirklich gibt es nicht viele Europäer, die so genau mitdem Orient bekannt wären und so vollkommen persisch sprächen als er. Ihn beglei-tete sein Bruder William als Privatsecretair. Die bezielre Absicht wurde ganz er-reicht, und die Freundschaft des britischen mit dem persischen Hose fest begründet.Mit der Gesandtschaft kehrte ein vornehnier persischer Botschafter nach England zu-rück. Die gelehrte Ausbeute jener Sendung ist von Sir William, dem Bruder desGesandte», in einem trefflichen Werke: „'Haveln >,, vorin,,-; couu tries os tli«; läaiU,INOI« N>,I licii! ml>- (Lond. 1820 fg., 3 Bde., 1.) den Orientalisten und
Freunden der Länderkunde mitgetheilt worden. Die „Götting. Anzeigen" (1821,Nr. 80) nennen es „die gelehrteste und wichtigste Reisebeschreib. von Persien unterallen, welche von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten erschienen sind". 62.
Ouselev (SirWilliam), einer du berühmtesten Orientalisten unserer Zeit,geb. in Monmuthshire 1111, besuchte 1181 Paris , um sich in der franz. Sprachezu vervollkommnen. 1188 ward er Officier bei dem 8. britischen Dragonerregi-mente, welches damals i» Irland stand. Alle seine Nebenstunden widmete er demStudium der morgenländsschen Sprachen, und verließ deßhalb nach dem Feldzugegegen die Franzosen 1194 den Dienst. Zu diesem Zwecke besuchte er die Universi-tät Lenden und gab 1195 seine „per^i-n ininaellaniez etc." heraus. Daraufward er als Major zu einem Dragonerregimrnle nach Carlisle abgerufen. Als die-