Ouvertüre
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ses Regiment bald nachher aufgehoben wurde, ging er nach London , um sich seinenLieblingswissenschaften zu widmen. Die Universität Dublin ertheilte ihm dieDoc-torwürde. Mehr« Universitäten und gelehrte Gesellschaften ertheilten ihm Ehren-bezeigungen. Als mit dem persischen Hofe Unterhandlungen eröffnet wurden, be-gleitete er seinen Bruder als Privatsecretair. Zu s. Schriften gehören „OiienUdcolicelions" (1137, 3 Bde., 4.), theils Ausluge und Übersetzungen aus arab.,persischen, türkischen Handschriften ic., theils Abhandlungen; „Obscrvai»»>.>, onsinne med.ds und ^eius, tru,!,,^ iiiseriptions in tlie ^>ol>!avi vr annicnt persiaoln-ir-iole," (1801, 4.); eine Übersetzung Ihn Haukal'S u. ?l. (Vgl. Persi-sche Literatur.) Von seiner beträchtlichen Sammlung pers., arab. und tnrk.Handschriften hat er einen beschreibenden Katalog verfaßt und „Anekdoten ausder oriental. Bibliographie" 1821 herausgegeben.
Ouvertur e (Eröffnung) bedeutet ursprünglich ein größeres Instrumental-tonstück, welches einen Gegenstand einleitet. Vorzüglich findet sie statt bei einemgroßem musikalischen Ganzen, wie z. B. Oper, Oratorien ic., wo sie den Eindruckdes Ganzen vorbereiten soll, und unterscheidet sich dadurch von der eigentlichen In;troduckion, wie man in der italienischen Oper gewöhnlich das erste Gesangstück selbstnennt. Aber auch Werken der Poesie, z. B. Schauspiel, dient sie zur Vorberei-tung, wofern sie nicht, wie Iean Paul irgendwo sich ausdrückt, ein musikalisches Ge-schnörkel u. Gekrätze! ist, welches das Plaudern und Lärmen des Publicums zu denMusikern überträgt, die nun jenem zurufen: Wammel» Lüe sich, Geehrte! es wirdbald angehen! Von der ediern Art ist z. B. Beethoven'S Ouvertüre zu Gökhe'g„Egmont ". In geringerm Zusammenhange steht schon die Ouvertüre mit Dem,was auf sie folgt, i» gewöhnlichen Concerten, wenn nicht bei der Wahl dersel«den auf die folgenden Tonstiicke Rücksicht genommen ist. Ist aber die Ouvertürezugleich ein selbständiges Musikstück, so kann man sie auch ohne Das, was sievorbereiten soll, und daher sogar am Schlüsse eines Concerts geben, wobei sie frei-lich ihre unmittelbare Bestimmung nicht vollkommen erreicht. Denn diese Be-stimmung ist, das Gemüth des Zuhörers in einen bestimmten Zustand zu versehen,durch welchen er für das Eingeleitete empfänglich wird, und in ihrer höchsten Be-deutung zugleich den Charakter des folgenden Ganzen in seiner Gesammtheit an-zudeuten. Die dürftigste Gestalt der Ouvertüre mochte ursprünglich darin beste-hen, daß man die Aufmerksamkeit des Publicums durch einige Töne aufzuregensuchte, wozu selbst eine Fanfare hinreichend war. Die höhere Bedeutung erhieltsie, als sie eine dem Gegenstände selbst angemessene Vorbereitung wurde. Hierist ein Doppeltes möglich, im Fall sie ein aus mehren Tonstücken bestehendesGanzes — wie namentlich die Oper ist — einleitet: daß sie nämlich ein den Cha-rakter dieses Ganzen im Allgemeinen aussprechendes Instrumentaltonstück sei unddaher auch im Style mit demselben in Übereinstimmung stehe, wie z. B. Mozart'SOuvertüre zu „Figaro "; oder daß sie diesen Charakter insbesondere auch durch Zu-sammenfassung und Verbindung der bedeutsamsten musikalischen Gedanken, wel-che in der Oper vorkommen, ausspreche und gleichsam »ach seinen Haupkzügenentwerfe. Diese Federung ist zuerst von den Franzosen gemacht und von ihrengrößten dramatischen Tonsetzern (namentlich Cherubim) und den neuern deutschenOperncomponisten (wie vornehmlich K. M.v. Weber im „Freischütz " u. „Oberen")beobachtet worden. Wir sagten aber mit Absicht Verbindung, nicht künstliche Zu-sammensetzung, wodurch eine solche Ouvertüre das Ansehen einer steifen Mosaikhaben würde. Es fragt sich aber, ob die Ouvertüre zu einer Oper überhaupt we-sentlich nothwendig ist? Die Erfahrung scheint das Gegentheil zu beweisen. Eskann nämlich eine Oper mit einem kurzen Instrumentaltonstücke (ich will dies I n-strumcntalintroduction nenne») anfangen, welches nur in die erste Situa-tion einleitet (wie z. B. in Spohr's Oper „Zemire u. Azor") oder mit der eigentlichen