Ouvertüre
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Introduction selbst, das heißt dem ersten Gesangstück, welchem ein Ritornell desZnstrumentalorchesterS vorausgeht, wie dies besonders bei einigen Opern Rossini'-!der Fall ist. Indessen ist eine Einleitung in das Einzelne der Einleitung in dasGanze gewiß vorzuziehen, wenn von vollkommener Gestalt eines großen Musikwerksdie Rede ist, und der Tonsetzer erhält, wenn er die obige Anfoderung mit Geist undFreiheit zu erfüllen weiß, den Sinn und Geist seines ganzen Werks in ein vorberei-tendes Instrumentalstück gleichsam zusammenzudrängen, den großen Vortheil, seineZuhörer in die Stimmung, welche zur Auffassung und Beurtheilung desselben vonvorn herein nothwendig ist, vollkommen versetzt und die Aufmerksamkeit des vor dieBühne tretenden Zuschauers gleich auf den Mittelpunkt der-Sache, von dem dieeigentliche Introductio» nach Beschaffenheit des Inhalts der ersten Scene oft etwasfern liegt, hingelenkt zu haben. Zweckmäßig würde daher nur dann die Instrumen-talintroduction an die Stelle der Ouvertüre treten, wenn die erste Situation desGanzen schon gleichsam den Keim des ganzen Dramas enthält. Mit der eigentli-chen Iiiirokuction (Nocalintroduckion) aber anfangen, hat in der Regel denNachtheil, daß dadurch auf das erste Tvnstück verhälmißwaßig ein zu großes Ge-wicht fällt, ohne daß doch die Zuhörer gehörig vorbereitet sind, eS in seiner wahrenBedeutung aufzufassen. Am meisten wird die Ouvertüre ihrer Bestimmung ent-sprechen, wenn sie nicht bloß das Ganze (einer Oper oder eines Oratoriums) einlei-tet, sondern zugleich sich auch insbesondere an das nachfolgende Tonstück anschließt.Was die äußere Form der Ouvertüre anlangt, so unterscheidet man sie heutzutagevon der Symphonie dadurch, daß sie aus einem großen Musikstücke besteht, in wel-chem jedoch mehre in ununterbrochener Folge verbundene Musiksätze enthalten seinkönne», während die Symphonie ein aus mehren durch eine musikalische Idee zu-sammenhängenden Musikstücken gebildetes Werk der Tonkunst ist. Doch müssenwir bemerken, daß in früherer Zeit die Namen Svmphonie und Ouvertüre gleich-bedeutend gebraucht wurden, wie noch jetzt Franzosen und Italiener auch die Ouver-türe Symphonie nennen, wovon der Grund der Mangel an Ausbildung oder An-wendung beider als besonderer Musikwerke ist und war. Denn früher hatte mancineStheilS die Instrumentalmusik noch nicht zu der Höhe erhoben, daß sie durchmehre ausgeführte Musikstücke ein großes Ganzes darstellte, an welchem das ganzeReich des Orchesters Antheil nimmt; anderntheils aber nahm man es mit demAusamm.'nhange eines zur Einleitung der Opern oder Oratorien bestimmten StückesmitdemEinzuleitendennichkso genau, wie bei gereifter Kunst. Jene fllationen aberhaben für die Ausbildung der eigentliche» Svmphonie wenig gethan, und es ist wolihrem Temperamente zuuischreiben, daß sie auch in Concerten, wo die Instrumen-talmusik in ihrer höchsien Selbständigkeit auftreten kann und also auch die Sym-phonie einheimisch ist, die kürzere und gedrängtere Darstellung der Ouvertüre vor-ziehen, die sie daher in der allgemeinen Bedeutung des Worts ebenfalls Symphonienennen. Die ältesten Ouvertüren nun hatten eine Fuge zum Hauptsatz, dem einnicht weitläufig ausgeführtesGrave im Viervierteltakte voranzugehen pflegte, wel-ches in der Dominante schloß. Oft wurde auch das Grave nach der Fuge wieder-holt. War eine Ouvertüre für das Concert bestimmt, so setzte man oft wol aucheine leichte Tanzmelodie hinzu. Jene ältere Form haben auch die meisten Ouvertü-ren zuHändel'S Oratorien. Später kam eine andre Form der Ouvertüren auf, wel-che z. D. Mozart noch in seiner „Entführung aus dem Serail " beobachtete. Manverband nämlich in den Ouvertüren drei Musiksätze von verschiedener Bewegung,wovon der erste ein ällegeo. der zweite ein An-Iante, der dritte wieder ein Xileprooder I>rx5t„ war. Ein glänzendes, leidenschaftliches cklicgun, welchem ein kurzerSatz von langsanier Bewegung und feierlichem Charakter vorhergeht, ist die jetztam meisten gewöhnliche Form der Ouvertüre, wozu Gluck in seiner Ouvertüre zur"Iphlgenia in Aulis" das Vorbild lieferte. Die Stelle, welche die Ouvertüre ein-