196 Padischah Pacr
Padifchah (Pad, Beschuhen oder Thron, und Sbah, König, Fürst),ein Titel, welchen der türk, Kaiser sich selbst beilegt. Vormals ertheilten ihn die türk.Kaiser nur den Königen von Frankreich, indem sie die andern bloß Kral nannten.Jetzt geben sie denselben auch dem »streich, und dem russ. Kaiser.
Padua (Padova ), eine alte, feste Stadt (6000 H., 34,000 E.) am Bac-chiglione, ist durch e. Canal mit derBrenta verbunden; der Sitz der kön. Delegationund Provinzialcongregation ic. Unter ihren OK Kirchen gehört die Hauptkirche zuden reichsten in Italien . In der Sacristei ist das Bild Pctrarca'S, welcher Dom-herr an derselben, war und ihr einen Theil seiner Bibliothek vermacht hat. DieKirche der h. Justins wird für die einfach-schönste in Oberitalien gehalten. Ein öf-fentlicher Platz vor derselben, str-ite, ilellu viUlc (die Thalmiese), das altrömischeMarsfeld, mit den Bildsäulen berühmter Paduaner verziert, bildet einen angeneh-men Spaziergang. DieFranciscanerkirche, <2!>i,.^> ,Ik> 8->„io. hat viele Kostbar-keiten und prächtige Denkmäler. Vor derselben steht die Bildsäule zu Pferde, welchedie Rep. Venedig ihrem (Generale, Gaktamelata von Narni, errichten ließ. Dasbischöfi. Seminar, welches durch den verst. Cardinal Barbarigo erneuert wurde, isteine treffliche, für 100 junge Geistliche eingerichtete Bildungsanstalt; es hat eineberübnue, auch mit morgenländ.Schriften versehene Buchdruckerei, deren Ertragder Stiftung zu Gute kommt. Die berühmte Universität zu Padua wurde vomKaiser Friedrich II. gestiftet, indem er 1228 die Universität von Bologna dahinverlegte; die medicinische Facultät ist die wichtigste. Sie zählt etwa 400 Studi-rende, in ältern Zeiten mehre Tausende; daher erhielt auch die Sradk von denItalienern den Beinamen l» Unlt.i (die gelehrte). Das Universitätsgebäude, ilz>.->!.->7.7.„ ilegfi 5i»<Ij. ist mit den Bildnissen der berühmtesten Professoren geschmückt.Ihr gehören 12 Collegia, die Sternwarte auf dem alten Schlosse, ein botanischerGal ten, ein anatomisches Theater :c. In Padua befindet sich auch eine Abtheilungdes kön. Instituts der Wissenschaften und Künste, e. Ges. der Wjssmsch. und desAckerbaus:c. Unter den Gebäuden zeichnen sich aus: das Ralhhaus, mit einemDenkmal des i» Padua geb. LiviuS, der Palast kes Podesta mit der Stadtbibliothek,das «Schauspielhaus rc. Man zeigt das vermeintliche Grab des trojanischen HeldenAntenor, der Padua , nach Virgil, erbaut haben soll. Aus römischer Herrschaft kamdie Stadt in die Hände der Langobarden, denen sie Karl d. Mr. entriß. Nach derHerrschaft der deutschen Kaiser kam sie unter den Tyrannen Ezzelin, wurde Republik ,von den Carrara? beherrscht und 1405 von Venedig unterworfen. Noch sieht mandie Trümmer einer Arena. — Der Handel ist meist in den Händen der Juden, dieein eignes O.uartier bewohnen. Die Messe fällt auf das Fest des heil. Antonius.Man verfertigt Tuch und seidene Zeuche. Im Sommer wird die Stadt lebhaft,vorzüglich zur Messe im Iunius, indem die Reichen aus der Gegend hier zusammen-strömen. Das Gebiet von Padua (il Padovano) ist eine der schönsten und frucht-barsten Landschaften von Europa , mit 300,000 Einw. Stadt und Land kamennach der Aufhebung der Rep. Venedig an Östreich, wurden 1805 an Napoleon ab-getreten, sind seit 1814 wieder unter östr. Herrschaft und bilden die Delegation Pa-dua (40st^M., 289,000 E.) im Gouvernement Venedig des lombardisch-venekia-nischen Königreichs.
P aer (Fernando), Theatercompomst, geb. 1174 zu Parma , ein Schülerdes Neapolitaners Ghiretti, aus dem Conservawrio dclla Pietä. Zehn Jahr alt,gab er zu Venedia keine erste Oper, „Circe 'fi welche viel Beifall fand. Er besuchtedarauf die Hauptstädte Italiens. Der Herzog von Parma , sein Pathe, setzte ihmein Iahrgeld aus und erlaubte ihm 1795 wegen der Kriegsunruhen nach Wien zu gehen, wo er 1798 als Componist beim Nationaltheaker, seine Gattin aberals erste Sängerin bei der nal. Oper angestellt wurde. Seinen Ruhm verbreitetebesonders 1799 seine „Camiila", die auf allen deutschen Bühnen erschien.