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Achter Band. O bis Q.
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Palais Royal

nienallee, welche früher die eine Längenftite des Gartens einnahm; von 11 Uhr desMorgens an war sie belebt, auf beiden Seiten standen Stüble, die von Menschenaus allen Standen und Ländern nie leer wurden. In der Mitte stand der bekannte<>u l'.iurueic; unter seinem Schalten entschieden die Politiker über Welt-handel ; hier war von jeher der freimüthigste Punkt von Paris . An die Stelle derBäume kamen jetzt Galerien von Kaufmannsgewölben, Buchhändler- u. Putzlä-den, Spiel- u. Caffeehäufern, Tbeater u. andre 'Anlagen. Dieser Sammelplatz fürGenusse aller Art brachte dem Herzoge reichen Gewinn. Nur die Spaziergängerrächten sich für den Verlust der schönen Bäume durch witzige Einfälle. Man nannteden Herzog b^,„rzcnr ,le,? In 3 Jahren waren 2 der großen Flügel fer-

tig, in deren Arkaden sich die zierlichsten Kaufmannsläden aneinanderdrängten; eswurden neue Alleen gepflanzt, die aber vermuthlich wegen des durch das stete Men-schengewühl erregten Staubes nicht haben gedeihen wollen. Auch das 'I'hsälro1r,>,,<->>5 kam in das Palais Royal , wo es sich noch jetzt befindet. Während der Re-volution uütinte der Herzog diesen Palast I'H>Iit,i. 1802 erhielt er aufkurze Zeit den Namen l'.clA; <I>, trilmiuit. Der jetzige Herzog v. Drleans hat denneuen Bau des Palais Royal , welcher 1831 vollendet sein soll, dem BaumeisterFontaine übertragen. (L-. die nicht in den Buchhandel gekommene Vchrift: „l,<:I'uhsi-i llovnl", Paris 1829.) Der Haupteingang des Palais Royal ist auf derStraße St-Honor,-. Von dem täliäiemi n aus (ein Gebäude, wo die Wasser-hälter für die Tuilerien und das Palais Royal angelegt sind) sieht man die Antlitz-seite des Palastes vor sich. Zwei Pavillons mit ionischen und dorischen -Säulen,deren jeder mit einem Fronton u. mit Bildsäulen von Pajou geziert ist, sind durch eineMauer verbunden, die zwischen Säulen fortläuft und 3 Eingänge in das Palaisbildet. Tritt man in den ersten Hof. so breiten sich 2 Flügel vor dem Auge aus,ebenfalls mit ionischen und dorischenPilastern verziert. Zwischen beiden istderDor-hof, der auS dem erstenHofe in den zweiten (! > <A>m >»^>le) führt. Mächtige do-rische Säulen erheben sich aus beiden Seiten, deren Wirkung aber dadurch gestörtwird, daß an und unter denselben Buden und Läden allerlei Art so zusammengedrängtsind, daß man zwischen dem Säulenwerke kauin hindurch kann. Nach Innen zuliefen seit 1786 hölzerne Galerien quer hin, wo Buchhändler u. Brochurenkrämer,Modehändlerinnen und Bandverkuufer ihre Riens und Nippes auslegen. Diese(Glorie ,Ie I> >i<i ward 1829 weggerissen und durch die prächtige sBb-rie1<An-! ersetzt, aus welcher man in den von glänzende» Arkaden umgebenen Gartentritt. Doch dieser selbst -st schattenlos und dürr, der Boden festgestampfter Kies, dieBäume sind klein und verdorren schnell, von den zurückprallenden Sonnenstrahlengetroffen; aber wer wird auch reinen Naturgenuß in diesem Garten suchen? Da-gegen ist die Wirkung der Bogenhallen und Pavillons, besonders Abends in ihrerschimmernden Beleuchtung, wahrhaft blendend. Die beiden Seitenflügel laufenin einer Länge von 117 Klaftern, und der entgegenstehende in einer Breite von 50Klaftern hin. Alle 3 sind gleichförmig hoch. Canuelirte Pilaster von zusam-mengesetzter Ordnung herrschen rund herum und unterstützen ein Geländer, aufwelchem Vasen stehen, die den ganzen Umfang des Gebäudes krönen. Zu ebenerErde läuft eine gewölbte Galerie rund herum, die von 180 Bogenhallen durch-brochen wird, zwischen denen je zwei und Zwei ein großer Reverbere hängt, sieendigen auf beiden Seiten in zwei, von prächtigen Säulen verzierten Dorhöfcnoder Eingangssälen. Festons und Basreliefs zieren die Zwischenräume. Über denBogenhallen erhebt sich das erste Geschoß mit hohen palastmäßigeu Fenstern, überdiesem das zweite mit niedrigern, und über diesem Mansarden, vor deren Fensterndas Geländer hinläuft. Hier findet man Befriedigung für jedes natürliche odererkünstelte Lebensbedürfniß, wie für jede gröbere oder feinere Begierde. Bei die-