Band 
Achter Band. O bis Q.
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Palästra Palermo 2lN

sehen, wo das Haus des Kaiphas, jetzt eine armenische Kirche, das Haus derEinsetzung des he»l. Abendmahls und der Ausgießung des heil. Geistes, jetzt eineMoschee mit türkischem Spitale, und Davids Palast in Ruinen stehen; südlichdaneben, im Thale Ben-Hinnon, sieht man den Blutacker und die Gräber derKönige; innerhalb der Stadt die SchmerzenSstraße (vi.i clolorn^n). auf welcherJesus den Weg zum Tode ging, eine 500 Schritt lauge Gaffe vom Hause desPilatus , einer Ruine, bis zur Kirche des heil. Grabes. Diese Kirche, derenMauern alle Stätten, welche aus der Geschichte der Kreuzigung, des Begräbnis-ses und derAuferstehung Jesu bemei kenswerth sind, umschließen, hält in der Länge126 und in der Breite 10 Schritte. Sie ist kreuzförmig gebaut und bildet 3 Domeüber einer ungleichen Fläche. Geistliche von 8 Nationen und christlichen Reli-gionSparteien haben sich in ihren Besitz getheilt und verrichten darin ihren Gottes-dienst, jede nach ihren» Ritus: Katholiken, welche Franciscanermönche vom Klo-ster St.-Salvator zu Jerusalem sind, Griechen, Abyssinier, Kopten, Armenier,Nestorianer und Jakobiten, Georgier und Maroniten. Die dienstthuenden Prie-ster und Mönche jeder Partei bleiben gewöhnlich 2 Monate lang in der Kirche, bissie von andern abgelöst werden; 200 Lampen brennen Tag und Nacht in den w ü-ten Räumen dieses Gebäudes. Die Mauern desselben, an denen nian die Grab-mäler Gottfrieds und BalduinS 1. sieht, scheinen noch seit Konstantin d. Gr. Zeitzu stehen, der innere Ausbau aber rührt von den Kreuzfahrern her. Diese Kircheist 1808 den 12. Dct. durch Brand beschädigt worden. D»e Capelle des heil.Grabes blieb unversehrt, und auch die mit Blei gedeckte, bei diesem Brand einge-stürzte Kuppel hat man jetzt wiederhergestellt. Ansichten von Palästina gab E. F.K. Rosenmüller nach Ludw. Mapr'S Drigiaalzeichnungew Leipzig 1810, heraus.Belehrend ist auch Mayr'S „Reise nach Konstantinopel, ÄgvPten, Jerusalem :c."(2. A„ St.-Gallen 1810), und Röhr's „Palästina w." (5.A.,Zeitz 1829). l>.

Palästra, s. Gymnasium.

Palatinus heißt der vornehmste ungarische Reichsbaron oder Magnat,der auf dem Landtage von den Ständen aus 4, von» Könige vorgeschlagenenMagnaten erwählt wird, um in allen »nichtigen Staatsangelegenheiten die Stelledes Königs zu vertreten und zwischen diesem und dem Volke Vermittler zu sein.Auch ist er Präsident in dem hohen statkhalterschaftlischen Rathe, bei der Septem-viraltasel (d. h. demjenigen Theile des adeligen DbergerichtS oder höchsten Justiz-hofeS, der über Appellationen entscheidet); er hat endlich den höchste» Rang unterallen Ständen, den Erzbischof von Gran ausgenommen. Don 1185 an bis zuJosephs II. Tode (1190) blieb die Stelle unbesetzt; es wurde, wie dies schon zuweilenvorher geschehen war, ein bloßer Statthalter in dem Herzoge Albert von Sachsen -Tcschen ernannt; Leopold II. machte den Beschwerden der Nation hierüber durchdie Wahl eines neuen Palatins ein Ende. Gegenwärtig bekleidet die Würde derErzherzog Joseph Anton, Bruder des Kaisers Franz, geb. 1116. (S. auchPsalzgraf.)

P a l e r n» o , Hauptst. deS Königr. Sicilien und einer Intendanz gl. N., aneinem kleinen Meerbusen, ist groß, schön gebaut und wohl befestigt. Der Hafen,in den jährl. 500 fremde Schiffe einlaufen, wird durch 2 feste Schlösser beschützt.D:e Zahl der §»nw., früher 200,000, ist auf 160,000 gesunken. Zu den vorzüg-lichsten Gebäuden gehören: der Palast des VicekönigS, der Palast des Erzbischofs,das große Hospital, dasSt.-Clarenkloster, das ehemal.Profeßhaus der Jesuiten , dieDomkirche, das Rathhaus und mehre aus Marmor und Alabaster erbaute präch-tige Kirchen und Thore. Die 2 Hauptstraßen kreuzen sich in der Mitte der Stadtund bilde» ein regelmäßiges Achteck, Piazza Villena, das mit sehr schönen Gebäudengenert ist. Sowol das Pflaster als die nächtliche Beleuchtung sind vortrefflich.Die 1394 gestiftete Universität (Accademia Reale) hat eine beträchtliche Bibliothek