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Achter Band. O bis Q.
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220 . Palmenorden Palinyra

man in den Schriften der Alteil u. d. N. Palmenbaum versteht, und deren Bläk -,kcr man fälschlich Palmenzweige nennt. Der Mittelstrunk ist sehr stark und zähe,und gibt tüchtige Stocke. Von den Blättchen derselben sind die untersten kürzer,die nach oben zu immer länger. Erstere gehen in bloße Stacheln über, die übrigensind schmal, wie Grasblätter, auch an ihrer Spitze stechend. Die Früchte (Dattes,lat. U.il.-t,vH) sammelt man theils noch unreif, theils halbreif, theils vollkommenreif, und zwar oft zu gleicher Zeit, indem die 3 Tage der Sammelzeit hinreichen,um die noch nicht vollkommenen reifen zu lassen. Die abgenommenen Datteln brei-tet man auf Strohmatten aus, wo sie bald weich und breiartig werden, dannschwelle» sie auf und werden gut, sodaß sie der Fäulnifi nicht wieder unterliegen.Wenn sie getrocknet sind, kommen sie m die Presse, um den Zuckersaft aus ihnenzu ziehen. Dann packt man sie i» Ziegen - oder Kalbfelle, oder in lange KörbeauS Palmenblättern. Diese ausgepreßte» Dattel» genießt das gemeine Volk; oderman begießt sie noch einmal mit ihrem Safte, bevor man sie einpackt, oder endlichman hebt sie unauSgepreßt in Krügen mit Syrup auf. Die Datteln, welche ausSyrien und Ägypten kommen, sind zum Theil auf der Palme selbst getrocknet,oder sie werde» kurz vor der Reife abgenommen und an Fäden aufgehängt ge-trocknet. Aus diesen wird gleichfalls ein dicker und süßer Syrup gepreßt, dessenman sich anstatt der Butter zur Anmachung der Speisen bedient. Viele VölkerAfrikas und Indiens leben fast einzig von diesen Früchten. Medicinisch betrachtet,wirken die Datteln durch ihren Zuckerstoff erweichend und nährend, haben abernoch überdies etwas gelind Zusammenziehendes, daher man sich ihrer im entkern-ten Zustande, in einer mäßigen Abkochung, als eines angenehmen, linderndenund beruhigenden Getränks, besonders bei entzündlichen Reizungcn der Brust-und Athmungsorgane bedient. Wegen ihrer gelind adstringirenden Eigenschaftwerden sieauch beiMagenschwäche und überhaupt bei Krankheiten von Erschlaffungder Därme, sowie bei Nieren - und Blasenkrankheiten mit Vortheil angewendet. —Eine andre Art von Dattelpalme, die Istioonie steril, i-ita, am Vergeb, der gutenHoffnung, trägt Früchte mit einem lederartigen, geschmacklosen Überzüge, welchein ihrem Vaterlands u. d. N. wilder Eaffee bekannt sind, von den Hottentotte» ge-röstet und wie Caffee benutzt werden. — In unsern Tagen sind die Palmen einHauptgcgenstand des Luxus für Gewächshäuser. Über die Palmen des südl. Amerika erschien 1823 ein Prachtwerk vom Hofrath v. MartiuS in Dicklichen. 21.

P a l m e n o r d e n, s. F ruchtbringende GeseIlschast.

Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern, an welchem der EinzugChristi in Jerusalem , bei welchem ihm Palmen auf den Weg gestreut wurden, ge-feiert wil d; ehedem der Blumensonntag, auch der blaue Ostertag. In kathol.Ländern führte man an diesem Sonntage einen hölzernen Esel mit einemChristusbilte auf einem kleinen Rollwagen in Procession herum, weil Chri-stus, auf einem Esel reitend, in Jerusalem eingezogen war.

P almv r a, eine im 'Alterthume berühmte Stadt in Syrien , in der Land-schaft Palmyrene, die auf kurze Zeit einen mächtigen Staat bildete. Vorher hießsie Thamar oder Tbadmor, die Palmenstadt; der lat. Name ist eine Übcrs. davon.Ihr Ursprung fällt in das höchste Alterthum. Sie war theils als Vormauer desjüdischen Landes gegen den Euphrat und herumstreifende Horden, theils als Sta-pelplatz für den Handel aus dem östl. und westl. Asien wichtig, und wurde durchdenselben, besonders seit Trajan'S Zeiten, der die ganze Provinz unter römische Ober-herrschaft brachte, reich und groß. Sie lag in einem nach Süden offenen Thale mitten in der Wüste, in einem schonen Palmcnwäldchen. Die prächtigsten Palästezierten die Vtadt, deren Ruinen nach einer zweimaligen Zerstörung Bewunderung er-regten, bis auch sie die Zeit zerstörte. Zum ersten Male wurde P., unter der Regierungder berühmten Zeuobca, vom Kaiser Aureliaii (215) zerstört, und nach ihrer