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wurde Karnmerherr, ging 1747 als bevollmächtigter Vlinister nach Kopenhagen ,und 2 Jahre darauf nach Stockholm . Bei seinerRuckkunftward er Gouverneur lesGroßfürsten Paul Petrowitsch, und als Katharina I !. 1752 denThron bestieg, er-nannte sie ihn luiii VtaatSminister. Der Krieg wider die Türken, welchen die Un-ruhe» von Polen veranlaßten; die Derkauschung des HerzogthumS Holstein gegendie Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst . zum Vortheil der jüngern Linie desHauses Holüein-Gottorp; der Friede mit der Pforte Ist'!; die Bermittelung Ruß-lands beim Frieden von Teichen; endlich die bewaffnete Neutralität, wurden groß-tenthells durch seine Vorstellungen hervorgebracht und durch ihn vollendet, stille In-structionen für die Feldherren und auswärtigen Minister, sowie die ganze Correspon-denz mit den fremden Höfen wurden von ihm selbst entworfen. Er war die Haupt-stütze des preuß. Snstems in dem ruff. Cabinette; allein sein Einfluß auf Katharinahatte sich in den letzten Fahren bedeutend vermindert, sowie der seines Gegners gestie-gen war. Die Grundsätze, nach welchen er die öffentliche» Angelegenheiten leitete,waren, daß der Staat seine Würde, ohne Beeinträchtigung Andrer, stets behauptenmuffe, und es einem mächtigen Reiche nicht anstehe, zu List und Verstellung seineZuflucht zu nehmen, sondern die offenste Freimüthigkeit das Verhalten seines Mini-steriums beseelen müsse. Er behandelte die Geschäfte gern mit der Sanftheit undangenehmen Leichtigkeit, welche einen Hauptzug feiner tugendhaften Seeleausmach-ten. Überall bewies er große Festigkeit. Wo es das Wohl des Staats galt, erschüt-terten ihn weder Drohungen noch Versprechungen. Er rieth nur, wovon er über-zeugt war, daß es das Beste sei, und widersprach in diesem Falle selbst seiner Fürstin.Mit einem richtigen Verstände verbandet eine scharfe Urtheilskraft, tiefe Menfchen-kenntniß und die Gabe der Überredung. Er starb den II. April 1783.
P an i S b ri e f(von p,ini§. Bröt, daher Brorbrief), ein Schreiben,worin ein deutscher Kaiser eine weltliche Person einem deutschen Stifte oder Klosterzuwies, um ihm eine Laienpfründe zu verleihen. In kath. Stiftern war dies Rechtdes Kaisers,, einen alten Diener, Trabanten, Hatschier u. dgl. unterzubringen,vielfältig in Übung geblieben, in den mittelbaren und protestantischen Stiftern aberseit Jahrh, nicht mehr üblich gewesen, als plötzlich unter Joseph ll. eine Mengederselben erschienen, um Personen aus den kaiserl. Erblanden in andrer Reichs-stände Landern mit Pensionen zu begnadigen, was zu einigen gegen diesen Miß-brauch gerichteten Bestimmungen in der Wahlcapitulation seines Nachfolgers An-laß gab, auch bei Stiftung des Fürstenbundes mit angeführt wurde.
Pannonien, im Alterthume das von denPannoniern, einem thrazischenVolke, bewohnte Land, zwischen den Illvriern und Celten auf dem nördl. Abhängeder östl. Alpen. Erst dem Kaiser Augustus gelang es, die Illyricr und Dalmatierzu überwältigen; er drang in die Gebirge der Pannonier einsund bezwäng sieslOI.n. Chr.). Eine gefährliche Verschwörung derselben gegen die Römer wurde durchTiberiuS gedämpft. Nachher scheinen sie unter Begünstigung der Römer sich ander Donau niedergelassen zu haben; wahrscheinlich aber erhielt ihr Land erst unterClaudius die Einrichtung einer römischen Provinz. — Pannonien umfaßt auf un-sern Charten ten östlichen Streif von Astreich und Steierma, k, ganz Ungarn , wel-ches daher vorzugsweise kunnoni» heißt, soweit es auf der Südseite der Donau liegt, einen Theil von Krain und Kroatien, ganz Slawonien und einen Streif vonBosnien längs der >Liave. Wahrscheinlich theilte Hadrianes in Iü>»»c>n>!>^»per>c>roderoccicleiitulic(nachher PIÜ>>>!>) und l'ui,m>i>i., ioieii>>> oder »rinnWÜ8(nachherrveuncla). Seit deni markomannischen Kriege ward Pannonien häufig von Bar-baren mitgenommen. Ungleich mehr litt es durch die Völkerwanderung. Die Rö-mer verloren einen Theil des Landes im 4. Jahrh, an die Vandale», dann an dieGothen. Ganz entrissen wurde ihnen Pannonien von den Hunnen unter Attila .Nach dem Tode dieses Eroberers <4iS) gii»g das Hunnenreich in seine östlichen