Band 
Achter Band. O bis Q.
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22S Pantheismus

Hämmer auf die Tatren von oben herab geschieht, oder bei welchen metallene Hem-mer oder in Haken gebogene Drahte an die Saiten angesichnellt werden, und wobeidas flüzclanige Corpus senkrecht in die Höhe steht. — Endlich heißen Pantalonslange, bis aufdie Fuße herabgehende Beinkleider, wie der Pantalone in denital.Masken (s. d.) sie trägt.

Pantheismus, ein Wort, mit welchem besonders unter den Theologengroßer Mißbrauch getrieben wird, aus Mangel philosophischer Begriffe. Die Ideeder Gottheit oder des absolut nothwendigen vollkommenen Wesens ist der sich ent-wickelnden Menschenvernunst überall eigen und nothwendig; denn durch Vernunfterhebt sich der Mensch über die Erscheinungen der Dinge bis zu dem Gedanken desletzten Grundes derselben. Diesen stellt sich der Mensch, auf den verschiedenen-Stu-fen seiner Bildung, bald als einfach und von der Welt verschieden (Monotheismus ),bald als vielfach (Polytheismus), bald als das Gaule der Welt vor. Diese letztereVorstellungsweise, oder dieses philos. System (wenn diese Vorstellungsweise wissen-schafrlich aufgestellt lind entwickelt wird), nennt man im eigentlichen Sinne Pan-theismus (Alleinslehre). Er besieht also darin, daß man das All der Dinge (--»-ira»), oder die Welt im wettern Sinne, für Gott hält und kein von ihr verschiede-nes Wesen als Grund derselben annimmt, mithin Gott und Welt schlechthin iden-tificirt. Eine solche Annahme ist in der Philosophie gewöhnlich das Ergebniß einesfolgerecht durchgeführten Materialismus, d. h. der Ansicht, welche die Materie alsGrundlage alles Dessen, was ist, betrachtet. Da aber diese Ansicht dem innerstenBewußtsein des Menschen, welches durch dieselbe nicht erklärt werden kann, undden heiligsten Interessen seiner sittlichen Natur widerspricht, weil dann nur eineNaturnothwendigkeit herrscht, und alle Freiheit aufgehoben wird, durchweiche dermenschliche Geist der Vervollkommnung ins Unendliche fähig ist; weil mithin dieseAnsicht nothwendig in Fatalismus übergehen muss welcher die reine, dem sittlichenSelbstbewußtsein einzig zusagende Idee der Gottheit, als des allweisen und heiligenSchöpfers, unmittelbar aufhebt: so ist auch der Pantheismus in diesem Sinnegleich verwerflich und dem Atheismus gleichzustellen, der den Schöpfer läugnet. —Zweitens kann man zwar dem Worte nach auch diejenige Ansicht Pantheismusnennen, nach welcher angenommen wird, die Gottheit sei Alles, was wahr-haft ist, das Wesen aller Dinge beruhe in ihr, und Nichts sei wahrhaft, wasnicht in Gott gegründet sei (man hat auch dies die Lehre von der Immanenz derDinge in Gott genannt); allein diese Ansicht ist von der vorigen in religiöser undmoralischer Hinsicht so verschieden und läßt so mannigfaltige Abweicbuugen zu, daßman sogar mit Schelling behaupten kann, jede Vernunftansicht, wir setzen hinzu,jede religiöse Ansicht, müsse in irgend einem Sinne zu dieser Lehre hingezogen wer-den. Denn hauptsächlich kommt «s daraus an, was man unter Gott versteht, undin welcher Beziehung man die Dinge zu ihm setzt; — ob nämlich ein Fatum odereine bildende Naturkraft, durch welche Alles ursächlich bedingt sein soll, Gort ge-nannt, und den Dingen, die aus Gott stammen, eine göttliche Natur beigelegt wird,in demselben Sinne, in welchem sie Gott zugeschrieben wird, d. h. dem Grade oderder Art nach mit Gott völlig gleich. Denn nur in diesem Sinne würde die ebenbeschriebene Ansicht mit der obigen gleichen Tadel verdienen. Wenn aber Gott imobigen Winne, als das vollkommenste Wesen, die Welt als das ihm entsprechendeWerk, wodurch er sich von Ewigkeit offenbart hat, und die Freiheit als dem Men-schen durch ihn verliehen betrachtet wird, so isi dies sogar der Ausspruch der chri'silich-religiösen Lehre (vgl. Apostelgesch. N, 21fg.; Ephes.4, 6), durch welche der Unter-schied zwischen Gott und Welt nicht aufgehoben wird, und die Vittlichkeit vielmehreine höhere Weihe erhält. Übrigens schreibt man die obige Ansicht oder den eigent-lichen Pantheismus, der aber freilich ebenfalls verschiedene Abweichungen zuläßt, un-ter den neuern Philosophen gewöhnlich demGiord.Bruuo und-Lpinoza zu; daher die