Benennungen Spinozismus und Pantheismus oft, aber fälschlich, gleichbedeutendgebraucht werden. M. s. auch Ritter: „Die Halbkantianer und der Pantheismus"(eine Streitschrift gegen Iäsche'S „Pantheismus" :c.), Beil. 1827. Die Religio-nen des heidnischen Alterthums sind sämmtlich in jenem Sinne pantheistisch, unddie Philosopheme der meisten griech. Philosophen haben diese Grundlage. 'l'.
Pantheon (a. d.Griech.), im Alterthum ein Tempel, welcher allen oderden vorzüglichsten Gottheiten gemeinschaftlich gewidmet war. Am berühmteste» istdas Pantheon zu Rom, welches Agrippa , der Günstling Augusts, auf dem Mars-felde allen Göttern erbaute. Es standen darin die Statuen des Mars und der Ve-nus, welche Gottheiten man als die Grundkräfte der Natur betrachtete. Agrippa weihte das Pantheon bei der Rückkehr des AugustuS aus Ägypten dem rächendenJupiter . Dieses Pantheon wurde vom Papste Bonifaz IV. im I. 607 der Jung-frau Maria und allen Märtyrern gewidmet, weshalb es die Kirche 8,t.->I-nl,i ->,Ibl.irsvrw genannt wird. Die Hauptzelle für die Statue des Jupiter ist jetzt derHauptaltar. Noch häufiger nennt man es die Rotuuda, weil es rund gebaut ist.Seine steinerne Decke ist gewölbt, und das Licht fällt von oben durch eine große-Öffnung hinein. Der gut erhaltene Porticus scheint von einer spätern Bauart alsder Tempel selbst zu sein; er enthält 16 Säulen von oricntal. Granit, deren jede 1.7Fuß im Umfange hat. Das Innere des Tempels war mit den schönste» Bildsäulender Götter geziert, von denen die besten durch Konstantins nach Konstantinopel ge-bracht wurden. Jetzt befinden sich noch hier in 8 antiken Nischen ebenso viele schöneSäulen, welche Kaiser Hadrian setzen ließ. Aste Höhe des Tempels ist gleich derWeite, nämlich 137 F. Der Durchmesser der -Öffnung in der Kuppel beträgt 27 F.Der Fußboden ist mit Porphyr belegt. Das große kühne Werk macht einen wunder-baren Eindruck. Doch hat eS durch die Beraubungen der Barbaren und einigerKaiser und Päpste außerordentlich gelitten. — Ein kleineres Pantheon in Rom wird nachMontfaucon für das Pantheon der ^Ilncr,- ineiür.a gehalten. (L^.Hirtim „Museum der Alterthumswissenschaft", I.Hft.) — Noch finden sich gut er-haltene Überreste eines prächtigen Pantheons, welches Kaiser Hadrian zu Athen er-bauen ließ, und das auf 120 Marmorpfeilern ruhte. Eancva baute eine dem römi-schen Pantheon in der Anlage ähnliche Rotunde in s. Geburtsorte Pr^agno. ^
Panro m i m e. DiemimischeKunst (s.Mimik) ist an ihrem angemessen-sten Platze, wo das innere Leben des Menschen auf die Gebärde einzuwirken unddiese unmittelbar zu erzeugen scheint. Aber in der Wirklichkeit erscheint dieAugerungund Mittheilung des Innern durch Gebärden, worunter wir hier sowcl Bewegun-gen des ganzen Körpers und seiner Theiles.B.Mienen, als auch Stellungen, ver-stehen, natürlich und gewöhnlich mit der Äußerung durch Sprache verbunden, undso leuchtet eui, daß auch Mimik und die Kunst der Declamarion ursprünglich zu-sammengehören, sowie sie denn, in ihrer höchsten und umfassenden Ausübung ver-einigt, die Schauspielkunst bilden. Durch Trennung beider könnte zwar jede fürsich auf den höchsten von ihr zu erreichenden Grad der Ausbildung gebracht werden,indem der Künstler, bei einem geringern Umfange seiner Kunstmittel, dem Einzelnengrößere Aufmerksamkeit und fleißigere Übung zu widmen vermag, aber die Betrach-tung und der Genuß erfodern auf der andern Seite eine künstliche Abstraeuon, ver-möge welcher man davon, daß jene Beide» bei vollkommener Äußerung des mensch-lichen Innern natürlich zusammengehören, hier aber nicht in dieser Verbindungerscheinen, absehen muß. Diese Abstraction wird besonders dann begünstigt, wennder Künstler die Gebärde oder den mündlichen Vertrag so weit ausbildet, daß erdurch Anwendung eines dieser Kunstmittel das andre selbst zu ersetzen scheint; jadiese Abstraction veranlaßt ihn selbst dazu, seinem mündlichen Vortrage den mög-lichst lebendigen Ausdruck zu ertheilen und die Gebärdt gleichsam zur Sprache zuerheben, sowie Letzteres den Zuschauer und Hörer wiederum veranlaßt, dem Kunst-