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Achter Band. O bis Q.
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Paraclet Paradies (Maria Theresia )

rühmte, womit er sein Leben nach Gefallen verlängern könnte, starb erd.21. Sept.1541 an einem Fieber in Salzburg , und ward im St.-Sebastianshospital begra-ben, dem er sein mäßiges Vermögen vermachte. Sein Hauptverdienst um dieMe-diei» bestand wol darin, eine geistigere Ansicht vom Lebe» zuerst laut ausgesprochenund somit den Sturz des längst untergrabenen Galem-sinuS beschleunigt zu haben;auch führte er kräftige chemische Mittel ein, statt der bisherigen Sprupe und Vege-rabilie». Seine gänzliche Unwissenheit in der Anatomie und rationalen Physiologieerlaubte ihm nicht, auf die Verbesserung der Theorie Anspruch zumachen; außerdemwar er nicht nur Alchemist , sondern auch Astrolog, Theosoph, sowie der Magie, Geo-inantie und anderin mystischen Betrüge zugethan. So bearbeitete er kabbalistischeVorstellungen und suchte sie auf die Medicin anzuwenden. Das Opium siand inseinen Arzneien oben an; aus Antimouium und Merkur bereitete er sehr heftig wir-kende Präparate. Letztere wandte er mit Erfolg gegen die venerischen Übel an. Erhat unglaublich viel geschrieben, doch wenig drucken lassen, aber eine große MengeSchriften sind nach seinem Tode unter seinem Namen erschienen (vollst. AuSg. zuGenf 1658 in 3 Theilen oder 2 Bdn., Fol.). Sein Leben und seine wissenschaftli-chen Ansichten lernt man kennen aus Ripner'S und Siber's „Leben und Lehrmcinun-ge» berühmter Physiker" (I.Hft., Sulzb. 1819).

Paraclet, s. Geist (heil.).

Paradies (vsx«äe,»»q, nach d. griech. Übers. des Wortes Eden), eingroßer schöner Garten. Die Bibel erwähnt eines zweifachen Paradieses: einesirdischen, in welchem das erste Menschenpaar im Stande der Unschuld seit seinerErschaffung lebte, bis es aus diesem glücklichen Aufenthalte um seines Ungehor-sams willen getrieben und in die Welt hinausgestoßen wurde (der Garten Edens,nach der Urkunde in Südasien auf dem Gebiete des heutige» Persiens ), und eineshimmlischen, welches als der Aufenthalt der Seligen nach dem Tode bezeichnetwird. (Vgl. Aria.) Die Vorstellung, daß der Mensch, je nachdem er gerechtoder ungerecht gelebt, einst nach dem Tode an einen Ort der Freude oder Trauerversetzt werde, finde» wir fast bei alle» Völkern der Erde wieder, aber unter denmannigfaltigsten Abweichungen und Verschiedenheiten. Je roher und sinnlicherdie Begriffe eines Volks sind, desto roher und sinnlichcr stellt es sich den Ort vor,an dem die Seele nach dem Tode des Körpers fortdauern wird, indem es das Irdi-sche auf das Überirdische überträgt. In seinem Paradiese ist nichts vorhanden vonDem, was ihm hier Schmerz oder Kummer verursacht, dagegen wird ihm Alleszu Theil werden, was ihm hier das Köstlichste und Wünschenswertheste ist. Derkriegerische Germane schmauste in seinem Paradiese (Walhalla ) mit den Heldender Vorzeit und schlürfte köstliches Bier aus den Schädeln erschlagener Feinde;der sinnliche Mohammedaner schwelgt unter Wohlgerüchen in den Annen rosigerMädchen w. Der geläuterte Christianismus hat alle irdische Vorstellungen auf-gegeben und findet den paradiesischen Zustand der Gerechten nach dem Tode darin,daß sie, je mehr sie die Tugend liebgewonnen, um so fähiger geworden, sie i»immer größerer Vollkommenheit auszuüben. Ioh. lLchultheß hat in seiner Schrift:„Das Paradies" (die sogen. Leipz. 2. AuSg. 1821 ist dieselbe mit der Züricherv. 1816) über das Historische, Mythische und Mystische sich lehrreich verbreitet,jedoch in der Hauptsache auch nur Hypothese» ausgestellt, die man niit Rosen-müller's „Handbuch der bibl. Alterthumskunde" vergleichen muß.

Paradies (Maria Theresia), geb. zu Wien d. 16. Mai 1759. Seit ihre»:Z.I. wurde sie durch einen gichtartigen Schlagfiufi ihres Gesichts gänzlich beraubt.Da sie für die Musik Neigung zeigte, liesisie ihr Vater vom 8.1. an auf dem Forte-piano und im Gesänge unterrichten. Schon nach 3 I. sang sie zu Wien i » Per-golese's „8t!>bot i»»w," als erste Sopransängerin, wobei sie selbst auf der Orgelaccompagnirte. Die dabei anwesende Kaiserin, Maria Theresia , setzte ihr sogleich