Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
262
JPEG-Download
 

2 <'.2

P.arö

Parfums

Par k- (Ambrosie), der Vater der stanz. Wundarznerkunst, geb. zu'Ansängtdes 16. Jahrh, zu Laval, im Depart. Mayenne , lernte bei einem Kaplan das La-kein und bei einem Wundärzte in Laval das Aderlässen. Ein Steinschnitt, der inseiner Gegenwart verrichtet wurde, bestimmte ihn, sich der höher» Wundarzneikunstzu widmen, und er begab sich nach Paris , um die berühmtesten Lehrer zu hören.Goupil, Lehrer am'tl»!!^»! ,W b'r>>»ue, gebrauchte ihn bei seinen Kranken zssae-ringern chirurg. Fällen, und trug viel bei, dieftdeigung zu ernstem Studium ti, ihmzu erwecken. P. begleitete 1533 Renä de Mont Jean während des Feldzugß inItalien , erhielt nach seiner Rückkehr die chirurg. Docwrwürde, wurde 1552,zuHeinrichs II. Leibwundarzt ernannt und diente in gleicher Eigenschaft Franz ll.,Karl IX. und Heinrich III. Als Karl V. Metz belagerte, erlaubte ihm der König,auf den Wunsch der schwachen Besatzung, sich dahin zu begeben, da fast alle Ver-wundete starben, und er rechtfertigte das Vertrauen, das die Belagerten auf ihn ge-setzt hatten. So viel Freunde er ant Hofe hatte, so bitter haßten ihn die Ärzte.Sie beschuldigten ihn sogar, Franz ll. vergiftet zu habe»; aber Katharina v. Me-dici wies diese Anklage unwillig ab, und als er Karl I X. von einem gefährlichen Zu-falle geheilt hatte, befestigte sich P. so sehr in der Gunst des Hofes, daß der Königin der Bartholomäusnacht, wo er seine prütestant. Unterthanen, ohne einen einzi-gen schonen zu wollen, ermorden ließ, ihm Zuflucht in seinen Zimmern gab. Erschlug die Anerbietungen eines fremden Fürsten, der ihn in seine Dienste ziehenwollte, standhaft aus, und als die Spanier ihn zum Gefangenen gemacht hatten,verkleidete er sich, um dem Könige das hohe Lösegeld zu ersparen, das sie wahr-scheinlich gefodert haben würden. Er starb 15,90 zu Paris . Man verdankt ihmeine bessere Behandlung der Schußwunden; er verbesserte die Operation des Tre-panirens, führte die Unterbindung der Arterien wieder ein, operirfe Gelenkycrhär-kungen rc. P.'s Werke stanz. Paris,1561, Fot.; lat. Paris 1582, Föl.

Parenthese, ein in cineWortpcriode alS beiläufige Bemerkung oder Er-läuterung Angeschobener Satz, durch welchen.die Wortfolge unterbrochen wird;bann die Zeichen (), womit wir einen solchen Satz einzuschließen.pflegen.

Parere, ein schriftlich abgefaßteS,Güfächten unparteisscher und unterrichte-ter Kaufleute über eine streitige Handelssache',' worüber i»e Parteien ihre Meinungzu wissen verlangen. Es setzt die genaue Vörlegung des Falles vorauf .

P a r so rc ej agd, s. Jagd. ' / ,

Pars ums, -0 de u rs. In Medicin , Hinsicht läßt sich gz'gendfeseizLuruS,der kaum einen reellen Nutzen zu gewähre» im.Stande ist, mancherlei einwenden.Es kann nur nachtheilig sein, wenn einer Unserer Sinne fortwährend in einem unddemselben Genusse so schwelgt, daß er sich nothwendig gegen diesen Genuß abstum-pfen muß; er ist in dieser Abstumpfung schon krankhaft zu nenne» und trägt diesenwidernatürlichen Zustand aufGehirn und Nerve» über. Dann wird auch der Sinndes Geruchs dadurch völlig für seine Bestimmung unbrauchbar, und wer wolltesich gern eines Sinnes freiwillig berauben? Die 9Aase aber, die fortwährend voneinem wohlriechenden Duft umgeben ist, der sie überall begleitet, befindet sich indemselben Falle wie ein Auge, dem fortwährend ein rothgefärbtes Glas vorgehaltenwird. Es ist aber der Sinn des Geruchs wol vorzüglich deßhalb m>6 .gegeben, daßwir es durch ihn gewahren sollen, ob die uns umgebende Luft rein und «thembarsei oder nicht; der Parfumirte wird davon nur dann etwas gewahr, wenn die Lust,dje er athmen soll, so stark verunreinigt ist, daß sie selbst die Gewalt des ParftnnSüberwältigt. Nächstdem kann der Parfum'bei reizbaren Personen selbst Andrangdes Blutes nach dem Kopfe, Kopfschmerzen, übermäßig erhöhte Empfindlichkeit desNervensystems u. dgl. hervorbringen. Außer diesen Nachtheilen für den Parfchnullen selbst, kann derselbe oft andern Personen, denen er naht, höchst lästGwerden; bekannt ist die Abneigung hysterischer Frauen gegen alles Wohlriechende