262
Parga
Parias
^mentlich gegen Moschus, Zibeth, Zlmbra, Nelkenöl, Lavendel und ähnlicheDinge; es sind diese Gerüche oft im Stande, in ihnen den hysterische» Anfall her-vorzurufen oder wenigstens ihre krankhafte Empfindlichkeit bis zur peinlichsten Be-klemmung zu steigern. Übrigens gilt es als unumstößlicher Grundsatz: nichts Wohl-riechendes kann die Luft wahrhaft verbessern, sondern es versteckt bloß ihre schlechten Eigenschaften und verdirbt dieselbe noch mehr. (Vgl. Rosei, öl.) 16.
, Parga, Seehafen qn der Küste von Albanien , der südl. Spitze Korfn's ge-genüber. Diese Stadt wurde zu den Zeiten des Verfalls des röm. Reichs auf ei-vem Felsen erbaut, der an 8 Seiten vom Meere umspült ist und im Rücken sichan eine steile Klippe lehnt, an deren Spitze sich eine fast »nbezwingliche Citadellebefindet. Die Stadt liegt an der Mündung eines Flusses (dem Acheron der Al-ten), ist mit Wällen umgeben und hat einen zwiefachen Hafen, den eine kleine In-sel bildet und eine Batterie schützt. Die Aussicht von der Citadelle ist großartig,bie Umgegend fruchtbar, und der zur Stadt gehörige District von der aibanischenGrenze durch hohe Berge geschieden. Pargas wird in der Geschichte bis 1101kaum gedacht, wo es in Bündniß mit Venedig trat: ein Bündniß, das bis 1107,wo Venedig unterging, fortdauerte, Parga, von Ali Pascha , dem Tyrannen vonAlbanien , unabhängig, würfe um diese Zeit von listen, die Ali s Verfolgungen?u entgehen suchten, als eine Freistätte betrachtet, dadurch aber auch der Sitz vie-ler Parteiungen und Ränke, die man gegen seine Regierung anzettelte. Ali Pascha suchte daher sich Pargas zu bemächtigen. 1708 fand er Mittel, Prcvesa und dieandern befestigten Plätze an der nahe gelegenen Küste in Besitz zu nehmen. Pargaallein bot seinen Waffen Trotz. Die Pargioten schlugen bis 1811 seine Angriffe zu-rück, wandten sich aber jetzt an die Engländer in Korfu , und wünschten der Repub-lik der ionischen Inseln einverleibt zu werden. Die Engländer legten zwar Besatzung"ach P., allein die brit. Regierung nahm die vorgeschlagene Unterwerfung nicht an.Die verkannte zwar die Wichtigkeit nicht, welche P für K orfu hat; allein die Be-swgniß, in fortwährende Streitigkeiten mit den räuberischen Albanesern verwickeltzu werden, führte zu Unterhandlungen mit Ali, in deren Folge dieser in Besitz vonP- gesetzt wurde, jedoch mit der Verbindlichkeit, asten Einwohnern (damals etwa6000 albanes. Griechen), die eine Auswanderung vorziehen möchte», eine Geld-rutschädigung zu geben. Die Übergabe an Ali Hütte 1810 statt, und die Einwoh-ner wendeten sich fast alle nach den ionischen Inseln.
Parias, Hindus von den Kasten der Sutas, VaidehaS und Chandalas,die zu den unrein!^ und Verachteten gehören; leider eine so zahlreiche Classe, daßMenü im 10. Capitel sich nicht einmal die Mühe gegeben hat, sie aste aufzuzählen.Bekanntlich ist schon die vierte Kaste der Sudras durch eine scharfe Grenzlinie vonbeu 3 begünstigten getrennt; aber in noch weit größer»! Abstände stehen die ver-wischten unreine» Inhaber mehrer niedriger Gewerbe des täglichen Lebens, deren^"Zahl »ach Einigen bis auf 84 steigt. Doch werden nur die 3 Anfangs genanntengasten nach Menu'S Gesetz (X, 26) mit dem Namen der Parias bezeichnet, undsie sind es, die ein Begriff als aussätzig aus der Berührung und der Umgangssphärewies Dessen verbannt, was nicht auf r er Stelle für gleich unrein gelten soll. (S.^sndus.) Heeren glaubt in der Verschiedenheit der Farbe dieser Parias in> Ver-gleich der höher» Kasten einen Grund zu finden, sie für die unterjochten Ureinwoh-die Heloten Indiens , zu nehmen, denen Siegerübermuth diese Ausschließungwn alle» Gesellschastsrechtcn als Strafe für seine »erfochtene Unabhängigkeit zuer-annte. Der geistreiche Casimir Delavigne hat durch sein Trauerspiel „DerParia"^ Aufz. Chören, a. d. Franz, von I. F. von Mosel , Leipz. 1823), das iiuec. 1821 auf dem zweiten franz. Theater zu Paris mit unglaublichem Beifall ge-ge >en ward, das Schicksal dieser unglücklichen Menschenrasse auf eine anziehendeAbesse vor die Erinnerung gebracht. Durch die politische Lehre, die er predigte,