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daß bürgerliche Tugenden nicht das ausschließliche Erbe Begünstigter und Bevor-rechteter seien, und durch die Darstellung des kühnen Kampfes eines tapfern Hin-dus gegen solchen Fanatismus, gewann das Stück ein Interesse, das mehr für denPlatz berechnet als rein ästhetisch war. Auch in Deutschland ist derselbe Gedankedurch Michael Beer in einem Trauerspiele in einem Auszuge, „Der Paria", 1824dramatisch bearbeitet worden (in der „Urania" für 1826). Göthe hat das franz.und deutsche Gedicht verglichen. (L>. „Kunst und Alterthum", 5. Bd.) 19.
Parini (Giuseppe), einer der berühmtesten ital. Dichter der neuern Zeit,geb. 1129 in dem mailänd. Dorfe Buststo, wo sein Vater ein Gütchen besaß, stu-dirte zu Mailand die schönen Wissenschaften und Philosophie, und widmete sichwider seine Neigung, nach dem Willen des Vaters, der Theologie. Mit einer un-günstigen äußern Lage und körperlichen Leiden kämpsend, arbeitete er unablässig anseiner Ausbildung, Schon früh hatte er sich in der Dichtkunst versucht. SeineUmstände zu verbessern, gab er eine Auswahl seiner Iugendversuche u. d. N. Ri-pano Eupilino 1752 heraus. Sie fanden Beifall; die römische '.Akademie der Ar-kadicr ernannte ihn zu ihrem Mitglied«; er nahm als solches den Namen DarioloElidonio an. Darauf ward er Hofmeister in den erlauchten Familien Borromeo und Lerbelloni, und dadurch in den Stand gesetzt, seiner Lieblingsneigung freierfolgen zu können. Er schrieb jetzt unter Anderm gegen den „l)i->Ioxc> »leid, lln^u»toreaiia" von Onofrio Branda und verwickelte sich dadurch in eine hitzige Fehde.Einen Fischerroman ließ er unbeendigt, weil er fand, daß ihm Originalität man-gele. Die Wüten der Großen und das Leben in den Palästen, die er kennen und»erachten gelernt hatte, beschloß er sakyrisch darzustellen, in der Darstellung aberdas Didaktische und Dramatische mit dem Watyrischen zu verweben. Wo ward erin seinem „Tage" der «chöpfer einer neuen Gattung. 1783 erschien der „Morgen",und 2 Jahre darauf der „Mittag". Diese trefflichen Gedichte erwarben ihm dieGunst des östr. Ministers Firmian, der ihn 1763 zum Pros. der schönen Wissen-schaften an der palatinifchen Schule zu Mailand ernannte. P. las in der Cano-biana bis zu ibrer Aufhebung, worauf er Pros. der Beredtsamkeit am Gymnasiumder Hrera wurde. Sein Lehreurs der schönen Wissenschaften ist gedruckt. Wpätererhielt er noch die Professur der schönen Künste. Er entwarf mehre Lehrplane undschrieb eine Menge Programme. Die Ankunft des Erzherzogs Ferdinand v. Ost-reich und dessen Vermahlung mit der Prinzessin Maria Beacrice v. Este feierre ermit seinem musikalischen Drama „Ascanio in Alba ", das sich auszeichnet, und demandre dramatische Versuche, namentlich schöne Camaten, folgten. Nicht gerin-gern Erfolg hatten seine lyrischen Gedichte. Inzwischen beschäftigte ihn die Vollen-dung seines „Tages"; er entwarf den „Abend" und die „Nacht ". Aber allzu großeÄngstlichkeit unk die Unruhen der damaligen Zeit unterbrachen seine Arbeit oft.Die Ankunft der Franzosen erfüllte den republikanischgesinnten P. mit Hoffnungenfür das 'Wohl Italiens; er ward Mitgl. der Municipalität in Mailand . Die Rück-kehr der Ostreicher 1793 machte seiner Thätigkeit ein Ende; dazu kam noch, daßer auf beiden Augen erblindete. Zwar gab ihm «ine glückliche Operation das Ge-sicht wieder, aber ein neues Übel, die Beinwassersucht, führte den 15. Aug. 1799seinen Tod herbei. P. hatte ein tiefes und zartes Gefühl, Geschmack und ein schar-fes Urtheil; er wußte selbst einem unbedeutenden Gegenstände ein poetisches Coloritzu geben. Seine Sprache ist einfach, gewählt und schön. ^Zugleich mir Ago stinound Paradisi brachte er jenen bessern Geist in die Poesie der Italiener, der die Ein-fachheit der Alten mit dem Eigenthümlichen der ital . Sprache und dem Charakterder Zeit zu verbinden strebt. P.'s Werke sind 1801—4 in 6 Bdn. erschienen;sein Leben in Orelli's „Beitr. zur Gesch. der italien . Poesie" (1. Heft, 1810).
Paris (auch Alexandras genannt)» des PriamuS und der Hckuba Sohn,wurde durch d:e Entführung der Helene die Ursache des trojanischen Kriegs und des