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Ganzen wird wol Niemand läugnen, daß der Charakter des franz. Volks durch dieRevolution mittelst der bessern und großer» Interessen, die sie in die Gesellschaft ge-führt, sich veredelt habe, und die denFranzosen früher eigneKleinlichkeit einem ern-siern Sinne gewichen sei. Noch gedenken wir der größer» Theilnahme der pariserFrauen an allem geschäftlichen Lebensverkehr, als es in Deutschland der Fall ist.Dagegen wälzt man freilich dort die mütterlichen Sorgen leichter von sich ab, in:dem die Mehrzahl der pariser Mütter ihre Kinder bald nach der Geburt zur Er-ziehung aufs Land schickt, wo sie körperlich besser gedeihen sollen als im österlichenHause, in welchem oft mehr aufVerziehung als auf Erziehung hingewirkt wird.Die zuerst von dem Polizeiprasid. SartineS 1175 Privileg. Spiclhäuser (s. Ha-zartspiele) wurden 1118 aufgehoben, bald aber wieder eingeführt. (Vgl. dieArt. Palais Royal , Pariser Theater.)
X. Zu den besten Schriften über Paris gehören: Dulaure's „Ilis-tni,<! civile. pP-sigiie et mor-iie ist- l'.vii.-," (3. Allst., Mit Kupf., 8 Bde.,Paris 1825; bis zum Tode Ludwigs XV.); desselben Vss. „Oex-, i,,ti<„> <lelinst"; Mercier's „lüstst-su >st st,>i>" (geistreich und voll Witz, aber veraltet);Iouy's „Vloeiii! sie stillst" (u. d. T.: „st'lst'i, liste sie st, G,i>„-i<-ee istXnistl";„l.i liiiix- >>.,rle,ii :c.", ein Werk, das, seines romantischen und Humorist. An-strichs ungeachtet, in einzelnen Zügen ein treues Bild der pariser Sitten darbietet);Landon's „Oe-ieiiplio» ,!e st-,ist"; Lachaise's „luz»oxii,j>l,ie „ieilie-ste lle l'iiiis"(Paris 1822); des Präfecten Grafen Chabrol ,,lsi-el>eieste5 lirii,,. >.-»liste i!e sti>,i>i ele." (1823; Vf. ist Fourier, das Werk ist nur in 100 Epempl.gedruckt), sowie die jährlich unter immer neuen Formen wiederkehrenden Iti,,e-liiiie-., Wegweiser, Panoramen :c. Von deutschen Schriften über Paris führenwir an: Friedrich Schulz , „Über Paris und die Pariser" (1. Bd.; leider unvoll-endet); Reichardt'S „Briefe aus Paris" (3 Bde.); Kotzebue'S „Erinnerungen ausParis" (3Bde.); des Domherrn Meyer „Fragmente aus Paris "; Dessen spä-tere „Briefe aus der Hauptstadt Frankreichs ". Viel Anziehendes findet man inIäck's „Reise durch Frankreich, England und die Niederlande 1824" (Weimar 1826, 2 Thle.). Ein gründliches deutsches Werk über die Geschichte von Paris ,seine statist. Verhältnisse und seinen gesellschaftl. und moralischen Zustand dürftenwir wol kaum je erhalte». —st—
Pari s, Einnahme am 31. März 1814, der Enderfolg des Feldzugsplansder Verbündeten und der Kriegsereignisse seit der Schlacht am 9. und 10. März,und nach der Austösnng des Congresses zu Chatillon (vgl. d. Art., welcher denÜberblick des zweiten Theils dieses FeldzugeS, von der Schlacht bei Brünnean, enthält) bis zu der Schlacht vor Paris am 30. März 1814. — Nach den»Verluste der Schlacht bei Laon ließ Napoleon die Marschäile Monier und Mar-mor,! bei «Loissons stehen, um die schlesische Armee unter Blücher an der Aisne zu beobachten, während er sich mit seinem etwa 20,000 M. starken Heer in 4 Ab-theilungen gegen die Aube wandte, um die von Sens bis Sezanne auf einer Linievon 30 Stunden zerstreut stehenden Heerhaufen von Schwarzenberg's Armee zuüberfallen und einzeln zu schlagen. In dieser Absicht zog er eiligst an der Spitze derersten Abtheilung über Rheims, das er, nach einem glücklichen Gefecht am 13.,in welchem der Anführer der russ. und prcuß. Truppen, Graf von St.-Priest,tödtlich verwundet worden war, am 14. mit Capitulation nahm, nach ChalonS ,wo sich Macdonald mit ihm vereinigte; dann ging er bei Epernai über die Marne ,und am 19. März bei Plancy über die Aube, um den rechten Flügel der Haupt-armee anzugreifen, die Stellung Schwarzenberg's an der Aube zu durchbrechen,dessen übrige Streitkräfte an der Seine abzuschneiden und dadurch die Haupt-armes zur Räumung der Champagne zu nöthigen. Hätte er statt dieses Angriff?-Plans sich auf die Vertheidigung des Landes zwischen der Seine und Marne be-