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Achter Band. O bis Q.
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Paris (Einnahme von, 1815)

wo er am 1. April sein letztes Bulletin erließ, nach welchem er den Krieg fortzusetzenentschlossen war, indem die aus Paris abgezogenen Corps von Marmont und Mar-kier in der Stellung bei Essonne ihm die Hand reichten. Allein die Einnahme tonParis harte Frankreichs Willen und Streitkraft gelähmt. Schon am 2. Arrilsprach der Senat Napoleons Absetzung aus. Darauf unterwarf sich Marmont(s.d.) mit seinem Corps am 4. den Beschlüssen der provisorischen Regierung. End-lich unterzeichnete Napoleon am 1t. seinen Abdankungsvertrag, worauf der allge-meine Waffenstillstand vom 23., der die gegenseitige Räumung der Festungen undFrankreichs betraf, die Rückkehr Ludwigs Will. am 3.Mai und den pariser Frie-den am 30. Mai 1814 zur Folge hatte. Was würde dagegen geschehen sein, wennParis sich zwei Mal vierundzwanzig Stunden langer vertheidigt hätte? Man hatden Kriegsplan der Verbündeten und noch mehr den <Rang des Feldzugs selbst viel-fach getadelt. Doch läßt sich der strategische Entwurf des ganzen Feldzugs von1814 und die Wahl der zur En-eichung des Hauptzwecks angewandten Mittel nurdann richtig beurtheilen, wenn man die geheimen, darauf mit einwirkenden Trieb-federn kennt und hierdurch auf denjenigen Standpunkt gestellt ist, auf welchemsich der Oberfeldherr bei der stufenfolgen Entwickelung der Begebenheiten befand.Auf der andern Seite ist so viel gewiß, daß Napoleon , obgleich auch in seinemFcldzugSplane Manches durch die außerordentliche Lage, in welcher er handeln muß-te, nicht ganz befriedigend erklärt werden kann, s. Talent als Feldherr und s. Kunst,sich angriffsweise zu vertheidigen, so lange er mit s. kleinen Heere die Centralstellungfesthielt und gegen die doppelten Colonnen des Feindes eine innere Linie bildete,wodurch er Vortheile über die sechsfache Überzahl errang, indem er ihn mit s. Kern-truppen bald hier, bald dort überfiel, nie so glänzend und so glorreich bewährt hat,als in dem Feldzuge von 1814. Vgl. die „Beiträge zu der Äesch. des Feldzugs inFrankreich 1814 fg. (unter dem Kronpr. v. Würtemberg) von d. Ofsicieren d. kön.würtemb. Gen.-O..-L)kabs" (Stuttg., 3 Hefte, mit Planen); Prokesch's „Denk-würdigkeiten a. d. Leben des Feldmarsch. Schwarzenberg" (Wien 1823); undKoch's „Vläni. p. . ü l'siist. <le st, <:!>>>>>>, 4« 1814" (Par. 1818, 2Bde.). X.

P a r i S, E i n n a h m e von, im I.1815. Durch eine Kette von Mißgrif-fen der BourbonS und die große Anhänglichkeit der Truppen an ihren vormaligenFührer ward das staunenswerthe Ereigniß möglich, daß der kaum vor Jahresfristvertriebene Napoleon, ohne auf nennenswerthen Widerstand zu stoßen, wie imTriumphzuge von Cannes nach Paris inarschirte und den Thron von Frankreich zum zweiten Male bestieg. Nach der Schlacht von Waterloo (s. d.) war deinMarschall Davoust der Oberbefehl über das etwa 6»,000 M. starke Heer übertra-gen worden, welche? zur Vertheidigung von Paris vorhanden war. Die Stadtwar an der nördlichen und östlichen Seite schwer anzugreifen, da nicht allein derMontmartre und die Höhen von Beüeville, sondern auch die in der Ebene davorliegenden Dörfer durch Derschanzungen, mit vieler Artillerie besetzt, gesichert waren,und der Erfolg eine? Sturms auf diese große verschanzte Stellung zweifelhaft. einungeheurer Menschenverlust aber gewiß blieb. Die preuß. Armee traf am 28. Junivor diesen Linien ein; ant 30. hatten die Feldmarschälle Blücher und Wellington eine Unterredung zu Äonesse, in welcher beschlossen ward, daß die engl. Armee vorden Linien stehen bleiben, die preuß. unterhalb der Stadt über die Seine gehen undsie von Versailles her angreifen sollte. Dadurch ward jene ganze Befestigung un-nütz, indem entweder Paris an feiner schwächsten Seite angegriffen, oder durchAbschneidung aller Lebensbedürfnisse, die es aus der Normandie zieht, zur Über-gabe gezwungen ward. Diesem Beschluß gemäß marschiere am Abend des 50. das1. und 3. preuß. Corps rechts ab nach St.-Gcrmain, das 4. blieb bis zur Ankunftder Engländer in der bisherigen Stellung; am 2. Juli ging das 3. Corps überVersailles nncl> Plessis Piguet, das 1. über Daucrefson und ScvreS nach Meudon ;