Pariser Friedensschlüsse Pariser Theater 2"
das4. als Reserve nach Versailles. Der Feind war bei SevreS und Plessis Piquctbis nach Vangirard and Montrouge zurückgeworfen und Zssv besetzt. ()n einemzu Paris gehaltenen Kriegsrathe waren fast alle Anführer darin einstimmig, daßdie Stadt nicht länger zu halten sei. Um indes das Letzte zu versuchen, drang amMorgen des 3. Vandamme noch mit 10,000 M. vor und begann den Angriff aufßlssp ; er wart nach einem mehrstündigen blutigen (Gefechte zurückgeworfen, und dieÜbergabe der Stadt nun sogleich beschlossen. Zn St.-Cloud kam ncch an diesemTage die Capitulation (oder Militairconvention Blücber's und Welliiigton's mitEckmühl) zu Stande, nach welcher das franz. Heer Paris binnen 3 Tagen, räumen,binnen 8 Tagen hinter der Loire sein, den 5. Huli der Montmartre, den 0. alleBarrieren übergeben werden sollten. Am 7. Zuli zog das 1. prenß. Corps durchdie Barriere der Militairschule, ein Theil des engl. Heeres durch die von St.-De-nisein; am folgenden Tage langte Ludwig XVIII. wieder in seiner Hauptstadt,am 10. der Kaiser von Rußland und König von Preußen dort an; die vom Ostenherandringknten Heere trafen bald nachher ebenfalls ein, und so sah denn das ge-ben,uthigte Frankreich zum zweiten Male ein europäisches Heer siegreich in seinerHauptstadt versammelt. lst. II.
Pariser Friedensschlüsse: 1) Der zwischen Frankreich und Spa-nien mit Großbritannien und Portugal , am lO.Febr. 1763, endigte den siebenjähri-gen Krieg. Frankreich verzichtete aufAkadien (Neuschottland) und überließ ganz Ca-nada und Cap Breton an England; doch behielt Frankreich das Recht der Fischereibei Terreneuve. Großbritannien gab Guadeloupe , Martinigue und St.-Lucie anFrankreich zurück, behielt aber Grenada , Dominigue und Tabago, sowie die Col.o-nie am Senegal und Minorca. An Spanien gab England Havana zurück, er-hielt aber ganz Florida von Spanien. Dafür überließ Frankreich an Spanien Luisiana. — 2) Dom 3. Sept. 1788, Englands mit Frankreich, Spanien undNordamerika , nachdem mehre Präliminarverträge jenen Hauptfriedensschluß vor-bereitet hatten, und der vom 20. Mai 1784 mit den verein. Niederlanden. Groß-britannien erkannte die 13 verein. Provinzen Nordamerikas als souveraine Staatenan; Frankreich erhielt nebst St.-Lucie die übrigen Cclonien zurück und behielt Ta-bago und Senegal; Spanien behielt Minorca und bekam Florida zurück; die Nie-derländer mußten Negapatnam in den Händen der Briten lassen. — 8)Dcrcrste,pa-riser Friede, 80. Mai 1814, bestand in 4 besondern Verträgen Frankreichs mit Ost-reich, Rußland, Preußen und Großbritannien . (S. Frankreich seit 1814.)Deutschlands Staaten sollten durch ein Födcrativband vereinigt werden; derSchweiz ward die Unabhängigkeit, in den Niederlanden dem Hause Oranien dieSouvcrainetät und Belgien zuerkannt u. s. w. 4) Der 2. pariser Friedckoder derVertrag vom 20. Nov. 1815. (S. Frankreich seit 1814.) An demselben Tageerneuerte» Östreich, Rußland, Großbritannien u. Preußen den Vertrag von Chau-mont (s. d.) und vereinigten sich wir Austcchthaltung des 2. pariser Friedens.
P a r i s e r T h e a t e r. über die Geschichte der franz. Schauspielkunst s. d.A. Französisches Theater. Von ihrem Charakter wollen wir hier nur imAllgemeinen anfühlen, daß er im höher» Lustspiel, im lyrischen Lustspiel (der soge-nannten komischen Oper) und in den leichtern Zntriguestücken wol unnachahmlichist. daß aber auch die höhere Tragödie, ungeachtet ihres oft unnatürlichen Pathosurd der steifen abgezirkelten Förmlichkeit des mimischen und recitirenden Darstcl-luigsstyls des Franzosen , wesentliche und Nachahmungswerthe Vorzüge vor unsererdeutschen Bühne hat. Der Ausländer wird auch bald den bessern Geschmack derPariser in Allem, was zum Dühnenwesen gehört, wahrnehmen. Mir der Einfach-Hot und Würde, die bei der Darstellung eines stanz. Trauerspiels und der höher»fr.n;. Komödie unerläßliche Bedingungen sind, würde in Deutschland kein Publikumkarge zufrieden sein. Der Pariser ist es in seinem ersten Theater stcis, in welchem er