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Achter Band. O bis Q.
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Pariser Theater

Bühne gemeiniglich durch ein lebhaftes Händeklatschen bewillkomme. Die SitteVerbietet ihnen, dafür zu tanken. Wird aber zu Ente einer Scene geklatscht, sopflegt dafür von ihnen dem Publicum gedankt zu werden. Werden neue Stückemit Beifall aufgenommen, so wird der Dichter oder der Verfasser verlangt, indemman sich überzeugt hält, das er anwesend ist. Er wird nun auf die Bühne gesübrt,erkält allgemeines Zujauchzen, das er mit Bescheidenheit annimmt und sich zurück-,zieht. — Die Zahl der pariser Theater ist einem öftern Wechsel unterworfen. Inder Revolution war die Zahl derselben einmal bis gegen 3« gestiegen. Späterwurde sie auf 8 herabgesetzt. 1823 zählte man ihrer 14, 1825 10, die der Ehreder täglichen Anzeige im „Loni ier «peetsclr»", dem „älirni,", mit Angabeder Schauspieler, die in den angegebenen Stücken auftreten, theilhaftig werden.Die wichtigern pariserTheater erhalten von der Regierung bedeutende Unterstützun-gen. Die von der zweiten Classe vom Vaudcville an gerechnet aber nicht. Diesesind mcistentheils auf Actien unternommen. Die Besoldungen der ersten Schau-spieler (derPfeiler der einzelnen Bühnen) sind bedeutend und steige», wie bei Talma (starb 1826), nebst dem Ertrage ihrer Klinstreisen in die Provinzen, zuweilen auf100,000 Fr. und mehr. Die einzelnen Theater habe» folgenden Rang:

1. Die große -Oper (^ustloniio ro^-ile «le niuiiglit:). Dieses Theaterbietet einen schneidenden Contrast dar mit Dem, wag wir von der Einfachheit derDarstellungen der franz. Buhne gesagt haben. Bei dieser ist durch die reichstenDccorationen, durch ein zauberisches Basier, durch die glänzendsten Ccsiumes,die überraschendsten Maschinerien und ein an 200 Musiker starkes Orchester Allesaltfgeboten, um die Sinne zu entzücken. Hier werten die heroische franz. Operniit eingewebten Ballets, die kleinere franz. op«r.i «ei i- und besondere pamomim.BalletS dargestellt. Die Art des ernsten und großen franz. Gesanges wird deman ital. und deutsche Musik gewöhnten Ohre nie wohlthun, besonders wo er, wiehier, auf einen so großen Raum berechnet, oft zur Übertreibung wird. Die rhyth-mische Declamation und die Chöre wirken indeß immer ergreifend. Aus dieserBühne sind die Opern von Gluck und Sacchini heimisch, und man wird sie aufkeiner andern europäischen Bühne so vollendet vorgetragen und in die Scene gesetztfinden. Die in die großen Opern verwebten Tänze und die großen pantomimischenBallets, die stets noch nach einer Oper gegeben werden, weßhalb das Schauspielaucy gemeiniglich big nach Mitternacht dauert, übertreffen an Vollendung, Reichethum und Schönheit alles Ähnliche, in den letzten Jahren die große ital. Oper inLondon allein ausgenommen. Jedoch werden die Ballete der großen pariser Operals der Typus der höchsten Vollkommenheit des theatralischen Tanzes betrachtet,und welche große Tanzkünstler sich auch auf andern Bühnen in den europäischenHauptstädten befinden, so haben sie doch in der Regel sämmtlich hier ihre Bildungerhalten. Auf keiner europäischen Bühne wird man aber, wenn man auch einzelneausgezeichnete Tänzer und Tänzerinnen erworben hat, ein solches Ganzes in denBallets finden als in der pariser großen Oper. — Das schöne Opernhaus in derStraße Richelieu wurde nach der Erniordung des Herzogs v. Berry (s. d.) am13. Febr . 1820 geschloffen und abgetragen. Die Darstellungen mußten, bis einprovisorisches Opernhaus auf der Chaussee d'Antin gebaut war, in dem nichtgroßen Schauspielhause in der Straße Favart gegeben werden. — Don den in denAnnalen dieses Theaters berühmt gewordenen Sang- und Tanzkünstlern nennenwir die Damen Guimard, St.-Huberty, Arnauld, Armand, Braucht,, Mad.Gardel, und die Herren LaiS, Lainez, Destris, Gardel, Milon und Duport.Durch die franz.Memoiren und literarischen Correspondenzm (wie die von Grimmund Laharpe) wird man mit den Koryphäen dieser Bühne stets genauer bekannt,da sie häufig nicht bloß hier Rollen zu spielen pflegen. 1823 waren die erstenKünstler in der Oper: die Herren Nourrit, Deiches, Dabadie, Boncl, Prevost,