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Achter Band. O bis Q.
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286 Parlamentair Parma

anerkannt. Endlich erklärte das Parlament, daß nur die allgemeine Stände-.Versammlung verfassungsmäßig befugt fei, Das zu bewilligen, was die Regierungverlangte, und gab damit das Signal zu der Revolution, in welcher es selbst alseins der ersten Opfer unterging. Über das britische Parlament s. Großbritan-nien und Act. 87.

Parlamentair heißt im Kriege der Abgeordnete, der zur mündlichenUnterhandlung über einen Gegenstand oder zur Mittheilung einer Nachricht vonder einen kriegführenden Parkei an die andre abgeschickt wird, sei es nun bei einerbelagerten Stadt oder im offenen Felde. Gewöhnlich wird er von einem Trom-peter oder Tambour begleitet, um durch ein Signal den Vorposten seine Absichtanzugeben. Es finden dann keine Feindseligkeiten gegen ihn statt, doch wird er vonden ersten Posten unter Bedeckung an den Ort seiner Bestimmung und so wiederzurückgeleitet; zuweilen macht aber die Vorsicht besondere Maßregeln (z. B. Ver-binden der Augen) nothwendig. In andern Fällen werden gar keine Parlamentairezugelassen. Zur See führt das Parlamentairschiff eine eigne Flagge (Par-lamentairflagge).

P a r l a m e n t s w a h l, s. England und Septennalität.

Parma, Herzogthum in Oberitalien am rechten Ufer des Po, grenzt gegenN. und W. an das Mailänkische, gegen O. an das Modenesische und gegen S. andie Apenninen, die es twm ehemal. genuesischen Gebiet und von Toscana trennen.Es besteht aus den Herzogthümern Parma, Piacenza und Guastalla (104 OM.,440,000 E.). Das hügelige Land ist gut angebaut und sehr.ftuchtbar. Zs lie-fert viele und gute Seide, Getreide, Wein (Vin<> -unito), <)l, Hanf, und hattreffliche Schafzucht. Der Kunstfieiß der Einw. beschränkt sich fast nur auf Be-arbeitung der Seide. Die Hauptsi. Parma , am Flüßchen gl. N., ist befestigtund hat über 30,000 E. Die Straßen find meistens schön, und die Häuser vonguter Bauart. In den Kirchen sieht man Meisterwerke von Correggio , Lanfrancound Mazzuoli (genannt il pürim-^i-ino), die hier geboren sind. Die Domkirchebesitzt das berühmte, jetzt aber schadhafte Stück des Correggio von der Himmel-fahrt Mariä in Fresco; und in der Kirche des heil. Grabes bewundert man dieblittloiiiia «leilu 8ei»le1l,i desselben Meisters. Die Kirche der äl.iüoim.1 tlelluK>eee»t 2 ist wegen der Grabmäler des Farnese 'schen Hauses, und das Capuciner-kloster wegen der Malereien sehenswerlh. Au den Merkwürdigkeiten der Stadt ge-hört der herzogt. Palast mit einer Gemälde- und Kunstsammlung, woraus jedoch diekostbarsten Stücke schon 1734 nach Neapel gebracht worden, eine trefft. Bibliothek,die 1765 gestift.Akademien der schönen Wissensch., der Malerei und der Künste, dieUniversität, das 1618 erbaute Opernhaus (das größte in Europa ), welches 14,000Zuschauer faßt, das kleinere Theater, die 1761 neuangelegte Promenade zwischender Stadt und Citadelle, der ?r>I-,?.,,<> gstaiclino, ein mit der Stadt verbundenesherzogt. Lustschloß mit seinen Malereien und Gärten, das ehemal. weitläufige Bene-dicnnerkloster, die Carthause rc. Die Bodoni'sche Buchdruckerei, mit 215 verschie-denen Schriften für 155 Sprachen, gehört zu den ersten in Europa. Parma nebstPiacenza gehörten unter den Römern zum cisalpinischen Gallien , rissen sich in derFolge von der Oberherrschaft der deutschen Könige los und gehörten zum Bunde derlombard. Städte, litten aber später sehr durch innere Streitigkeiten. Die HäuserEste und Visconti besaßen Parma einige Zeit. Ludwig XII. eroberte beide Städte.Nach Auflösung der Ligue von Cambray (1508) eroberte sie Papst Julius II. 1514. Eigenmächtig erhob Papst Paul III. (aus dem Hause Farnese) Parma nebst Piacenza zum Herzogthume (1543) und belehnte damit seinen natürlichenSohn Peter AloysiuS Farnese, dessen Nachkommen sich zum Theil als Kriegerzz. B. Alexander, im Kriege in den Niederlanden) bekanntgemacht haben. Als173! her Mannsstamm des Hauses Farnese erlosch, erhielt Don Carlos,