Parmegiano Parmemdes 287
Sohn Königs Philipp V. von Spanien und der Elisabeth Farnese , die Herzogthü-mer Parma und Piacenza , die ihm schon früher durch verschiedene Vertrüge zuge-sichert worden waren, und als dieser Prinz durch den Frieden zu Wien (1135) dasKönigreich beider Sicilien erhielt, wurden Parma und Piacenza dem Kaiser alsEntschädigung überlassen. Durch den aachner Frieden (1148) überließ OstreichParma, Piacenza und Guastalla an den spanischen 0»sanken D. Philipp, milderBedingung des Rückfalls an Östreich, im Fall der Mannsstamm dieses Infamenerlöschen, oder einer seiner Nachkommen den sicilianischcn oder spanischen Thronbesteigen sollte. Auf Philipp folgte 1165 dessen Sohn Ferdinand, der 1196 mitFrankreich Frieden schloß und sich durch Spaniens Allianz mit Frankreich im Be-sitze seiner Länder behauptete. Dem Erbprinzen wurde sogar 1801 das KönigreichHetrurien ertheilt. Als aber 1802 der Herzog Ferdinand starb, nahm Frankreich ,zufolge einer mit Spanien abgeschlossenen Übereinkunft und ohne Ostreichs An-sprüche zu beachten, von Parma, Piacenza und Guastalla Besitz, die jedoch erst1805 förmlich mit dem großen Kaiserreiche vereinigt wurden. Durch den pariserFrieden (1814) und die Acte des wiener Congreffeö (1816) wurden die Herzog-thümer Parma , Piacenza und Guastalla der bisherigen Kaiserin von Frankreich,Erzherzogin Maria Louise von Östreich, als souveraines Eigenthum überlassen.Dieser Verfügung widersprach jedoch der span. Hof, verlangte jene Herzogrhümerfür die ehemalige Königin v. Hetrurien, Maria Louise , deren verst. Gemahl 1801s. Rechte an Parma rc. nur gegen den ihm zugestandenen Besitz von Hetrurien auf-gegeben hatte, und verweigerte deßwegen s. Beitritt zur wiener Congreßacte. Durcheinen besondern zu Paris d. 10. Juni 1811 abgeschlossenen Vertritt wurde daherfestgesetzt, daß Parma nebst Zubehör, mit Ausnahme des am linken Poufcr,liegen-den Theils, der mit dem Besatzungsrechte in der Festung Piacenza dem Hause Östreichbleibt, nach dem Tode der jetzigen Regentin an die verwitw. (seitdem am 23. März1824 verst.) Königin v. Hetrurien, Herzogin v. Lucca , und ihre männliche Nach-kommen in gerader Linie, nach deren Erlöschen aber an Östreich und Sardinienfallen solle. Wenn nach dem Tode der Kaiserin -Erzherzogin Parma an den Herzogv. Lucca fällt, so wird Lucca dem Großherzog v. Toscana zu Theil, der dagegenseine in Böhmen liegenden Güter, die jährl. 115,000 Thlr. einbringen, dem Sohneder Elstern, Herzoge von Reichstadt, abtritt. Der Versuch des spanischen Hofes,die Erzherzogin Maria Louise schon jetzt zur Abtretung von Parma an die Königinvon Hetrurien gegen eine Entschädigung in Gelde zu bewegen, ist ohne Erfolg ge-blieben. Die Herzogin regiert ihre Länder uneingeschränkt. Die Landesangelegen-heiten werden durch den Staatsrath und zwei Departements (des Innern und derFinanzen), deren jedem ein Präsident vorgesetzt ist, verwaltet. 1829 ward der k. k.Oberste und Geh.-Cab.-Secr. Frhr. v. Werklein zum Staatssecretair ernannt.Die Eink. schätzt man auf 14 Mill. Gld. oder 3' Mill. Fr. Die Residenz der Her-zogin ist Parma, im Sommer das Lustschloß Colorno . Parma hat einen Ritter-orden, den Konstantinorden, den die griech. Kaiser aus der Familie der Komnenen(1190) gestiftet haben. Einer ihrer letzten Abkömmlinge überließ das Großmeister-khum des Ordens (1699) an den Herzog v. Parma . Er besieht aus 4 Classen. DerKönig von Neapel behauptet auch Großmeister dieses Ordens zu sein, weil Parma 1151 an s. Familie gefallen war. S. „Geschichte der Lombardei ", von Hasse(DreSden 1821 fg., 4Bdchn.), und „Lsrtu tipo^ral. clei clucali <li Lorina, ?ian»e 6»»8t.", trigon. aufgenommen 1821 fg., gez. u. gest. vom k. k. Gen.-Quartier-meistersiabe (Mailand 1829, 9 Bl.).
Parmegiano (II), oder Parmcgianino, s. Mazzola.
Parmenidcs, ein griech. Philosoph aus Elea, der die speculative Ansichtdes TenophaneS, seines Freundes und Lehrers, weiter entwickelte und daher vorAllen zu der cleatifchen Schule gerechnet wird. Er blühte um die 79. Olvmpiade