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Achter Band. O bis Q.
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288 Parmentier Parnell

lind soll um die 80. L)l. oder v. Chr. 460 nach ?lthen gereist sein, wo Sokrates ihnals Jüngling gesehen haden soll. Im Alterthume stand er in hohem Ansehen, nichtbloß als Denker, sondern auch als weiser Gesetzgeber CleaS. Er stellte die Ver-nunftcrkenntni ß der Sinnenwahrnehmung scharf entgegen. Das reineSein, von dessen Begriffe er ausging, wird nur durch Vernunft erkannt; es istEins, unveränderlich und ewig, sich selbst begrenzend, und so erfüllt es aucb denRaum; dagegen ist Veränderung und Bewegung nur Schein. Wie er nun dieLehre des Seins entwickelte, so stellte er auch ein System über den Sinnenscheinauf, den er für unvermeidlich hielt. Hier nahm er das Warme und Helle, oder dasFeuer, und das Kalte und Dunkle, oder die Erde, als sich entgegengesetzte Principienan. Bruchstücke seines vhilosophischen Gedichtes von der Natur findet man beiStephanuS, dann mit Übets. von Fülleborn zusammengestellt (Züllichau 1795),und in Brantis's „tlu,i>,nciii-,tin». <-!o-,t.", 0. I. (Altona 1813).

P a r m e n t i e r(Antoine Augustin ), Generalinspector des MedicinalwesenSund Mikgl. des Instituts von Frankreich, geb. zu Montdidier 1737, kam als armerAporhekerlehrling mit wenigen Kenntnissen nach Paris , aber hier schufsein Geniesieb freie Bahn, und ausgezeichnet ist sein Rang als Pharmaceut und Agronom.Die allgemeine Hungersnorh 1169 veranlaßte die Akademie, einen Preis auf diebeste Abhandl. über diej.Vegetabilien auszusetzen, welche das Brot ersetzen konnten.P. erhielt den Preis, indem er die Kartoffel empfahl und alle Vorurtheile bestritt,welche durch 2 Jahrh, den Anbau derselben verhinderten. Von Ludwig XVI . er-hielt er 54 St. Morgen Sandboden zur Anpflanzung, und frohlockend, als widerErwarten die ersten Blüthen erschienen, überreichte er ein Bouguet derselben demKönige, der sich damit schmückte. Der Sieg der Kartoffeln in Frankreich war ent-schieden; als aber P. während der Revolution zum Municipalbeaniken vorgeschla-gen ward, widersetzte sich einer der Wähler, indem er zornig rief: „Er wird unsnichts als Kartoffeln zu essen geben! Er ist's, der sie erfunden hat!" — Fabrikenlind Ackerbau verdanken seinen vieljährigen Beobachtungen und Untersuchungen,bereit Ergebniß er in zahlreichen Werken von praktischem Werthe niedergelegt hat,sehr viel. Während terCominenkalsperre beschäftigte er sich auf.NeapoleousBefehlmit der Fabrication des Traubenzuckers und brachte sie zu hoher Vollkommenheit.— Die Armeelazarethe, welchen er schon im siebenjährigen Kriege, wo er 5 Malgefangen ward, mit größter Aufopferung diente, erhielten durch ihn eine trefflicheEinrichtung. Gleich ausgezeichnet durch die edelste Menschlichkeit wie durch um-fassende Kenntnisse, starb P. d. 17. Dec. 1818.

Parnassus, jetzt Liakura, ein Gebirge in der griech. Landsitz. Phocis(jetzt Rumeli), an dessen Fuße die Stadt Delphi (s. d.) lag, mit der kastalischenQuelle, in deren Krystallwasser die Priesterin und Jeder, der sie befragte, sich rei-nigen mußten. Es war dem Apollo und den Musen heilig. Den Namen leitetman bald von Parnassus, einem Sohne Neptun's, bald von Deukalion's Kasten(Larnace) ab, in welchem dieser bei der großen Wasserflut hier landete, daher esauch anfänglich Larnassus geheißen habe. Es hat 2 Spitzen, von denen die süd-liche Hpampea, die nordwestliche Tikhorea hieß. Der höchste Gipfel hieß Lykoreus.Hier feierten die berauschten Bacchantinnen ihre Orgien.

Parnell (Thomas), ein Dichter, gxb. 1679 zu Dublin , widmete sich derTheologie und ward 1705 ArchidiacvnuS von Clvgher. Seitdem besuchte er häu-fig England, wo er, seiner geselligen Eigenschaften wegen, angenehme Tage ver-lebte. Seine ersten Verbindungen waren mit den danials mächtigen Whigs; diegelehrtesten Männer unter ihnen, als Addison, Congreve und Steele, wurdenseine Freunde. Gegen das Ende der Regierung der Königin Anna aber, als dieTvries siegten, verließ P. (wahrscheinlich von Swift dazu vermocht) seine alrenFreunde und trat in genaue Verbindung mit Pope , Gay und Arbuthnot, welche der