Band 
Achter Band. O bis Q.
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289
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Parny Parodie 283

Gegenpartei mit Eifer anhingen. Auf Swist's Empfehlung an den EibischesKing erhielt er eine Pfründe und die einträgliche Pfarre von Finglaß. Sein häus-liches Glück vernichtete 1712 der Tod seiner Gattin. Nie konnte er diesen Verlustverschmierte»; er suchte Trost in »»müßigem Genusse des WeiuS; Mißvergnügenund Unruhe verfolgten ihn bis an seinen Tod 1717. P. hüt in Prosa und in Ver-sen geschrieben, u. a. das Leben Homcr'S vor Pope'S Iliade. das jedoch imStvle viele Verbesserungen von Letzten» erhielt, und eine „Lebensgeschichte desZoiluS", welche eine Satyre gegen Theobald und Tennis sein soll; auch Beitrügezu dem ,,5ft,oct:,t<»" und „ts»i>r<I>si>". Alle diese Werke verrathen Gelehrsamkeitund Phantasie. Gegcnwürtig wird er nur als Dichter geschaht. Nach seinem Todegab Pope eine Auswahl seiner Gedichte heraus, welche mehrmals gedruckt wordensind. Sie gehören zwar nicht zu dem Vollendetsten, wohl aber zu dem Leichtestenund Gefälligsten der engl. Poesie. Mehre sind glückliche Übersetzungen oder Nach-ahmungen. 1757 erschien noch ein Band seiner nachgelassenen Werke, der jedochseinem Rufe eher Nachiheil als Vortheil gebracht hat.

P a r n y (Chevalier Evarist de), ein Dichter, genannt der franz. Tibull, geb.1742 auf der Insel Bomben, kam 1753 nach Frankreich, studirte in Paris undRennes , war eine Zeit lang religiöser Schwärmer, wollte Trappist werden, trataber endlich in Kriegsdienste. Seine Liebe zu einem jungen Frauenzimmer, dasuns nur u. d. N. Eleonore bekannt ist, machte ihn zum elegische» Dichter. Grazieund Zartheit des Gedankens, tiefe Wahrheit der Empfindungen, der Reichlhumeiner bald heitern, bald wollüstigen, bald schwärmerischen Einbildungskraft, end-lich eine Versification, deren Harmonie, Weichheit und Leichtigkeit dasT>hr bezau-bern, waren die Eigenschaften seiner Elegien, die ihm einen Rang unter den classi-schen Dichtern der Franzosen verschafften. Außer den Elegien besitzt man von P.noch: „I..i gm rre «Ion Oieiix", „be zioiti'ionlle vnl«'". und „br5 Kor^i-inix".Das erste Gedicht, welches die christlichen Mythen und Sage» mit den Waffendes Lächerlichen zu bekämpfen sucht, scheint eine Nachahmung der „I'nerl!,- ,!'< >r-loant" von Voltaire sein zu sollen, die jedoch nicht gelungen ist, obgleich einige sinn-reiche Erfindungen, hübsche Gemälde und eine große Zahl glücklicher Verse darinnicht zu verkennen sind. In dem „l'nriolouiUo voll" zeichnen sich „1x^ ckepmii,--ine»s ,lo Von»!," als anmuthige Fabel und durch einige Schilderungen aus, indenen man die volle Frischheit seiner Elegien wiederfindet. Das Direcrorium hatteP., wegen der Frivolität seiner Merke, aus dem Institut bei dessen erster Bildungausgeschlossen. 1808 wurde er aber in dasselbe gewählt und vom Kaiser bestätigt.Er starb am 7. Dec. 1814.

Parodie (wörtlich Nebengesang). Mit diesem Namen belegten die Grie-chen scherzhafte Gedichte, auch wol nur einzelne Theile, wozu ganze Stellen odereinzelne Ausdrücke ernsthafter Gedickte entlehnt oder nachgeahmt wurden. Athenäughat uns ein solches Gedicht von Makro» aufbehalten und nennt den Hipponap,Aristoteles aber den Hegemon von Thasos als den Erfinder. Aristophan.es ist vollsolcher Parodien. Wir verstehen unter Parodie ei» Werk, in welche!» ein ernstespoetisches Werk mit Veränderungen seines Gegenstandes in ein andres selbständi-ges, entweder ernstes oder komisches Gedicht umgebildet wird. Gewöhnlicher istder letztere Fall; daher Parodie, gleichbedeutend mit Travestirung (vgl. d.) imengern Sinne, das einem ernsten Gedichte nachgebildete und einsprechende komischebedeutet. In einem noch engern Sinne und von der Travestirung unterschieden,findet Parodie nur da statt, wo (wie im „Frosch- und Mäusekrieg") nur dieHauptbegriffe und Figuren verändert, die Nebcnbcgriffe und die ganze Form derBehandlung aber beibehalten werten. Hier wird die Form des Erhabenen zumKölnischen benutzt, um einen dritten Gegenstand in ein komisches Licbt zu setzen,Sie wirkt durch den Contrast zwischen d«m Niedrigen des Gegenstandes und dein

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