Band 
Achter Band. O bis Q.
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2!U) Paronomafir Paroxysmus

edeln, erhabenen Tone, und die geringere Sache erhält dadurch ein erborgtes Tu-schen, derparokirteGegenstand aber bleibt in seiner Würde. Auch braucht die Parodienicht ein vorhandenes ernsthaftes Werk in allen einzelnen Theilen sklavisch nachzubil-den, sondern kann auf jeden gewählten Gegenstand den Ton und Geist eines ernstenGedichts scherzend anwenden. Ja, in einem böhern Lünne ist das Lustspiel Parodieder Tragödie überhaupt. DasPa r odiren (scherchaft nachbilden) kann, wenn es mitWitz und Laune geschieht, angenehm unterhalten undzugleich gewissen Ausschweifun-gen und Übertreibungen des Erhabenen entgegenwirken. Bei den Franzosen haben dieseParodien den meisten Beifall gefunden. Auch wir besitzen manche gelungene Parodie.

Paronomasie, die Redefigur, vermöge deren man verschiedene Vorstel-lungen durch gleichlautende Worte bezeichnet, um auf den Unterschied desto mehraufnierksam zu machen, ,z. B. die Menschen sind nicht immer zusammen, wenn siebeisammen sind.

Parole, s. Feldgeschrei.

Paros , türkischBara, Insel des griech. Archipelagus (s. d.), in derGruppe der Cykladen (44- HjM., 2000 griech. Einw.). Sie war im Alterthumereich und mächtig, hatte fruchtbare Gefilde, zahlreiche Diehheerden und 2 vor-treffliche Häfen. Nach der Defiegung des RerxeS wurde ParoS , das sich in diesemKriege zwar nicht, wie früher, mit den Persern verbunden, aber doch ein zwei-deutiges Betrage» beobachtet hatte, von ThemistokleS erobert und blieb denAthenern unterworfen. Nach Alexander kam es unter den ägyptischen König Pto-lemäuS; bald aber gelangten die Athener wieder zum Besttz und erhielten sich darinbis auf MithridateS ; dann kam die Insel unter die Botmäßigkeit der Römer.Berühmt war Paros wegen seines Marmors, der länger als andre Arten der Ein-wirkung der Witterung widersteht, besonders schön in den Steinbrüchen des Ber-ges Marpessa. (S. Marmorchronik.) Der Hauptort Parichia, nur ein Dorf,steht wahrscheinlich auf den Ruinen des alten Paros. Das Schloß und die Kirchederbeil. Jungfrau find aus den Überresten alter Gebäude aufgeführt. Das Innereder Insel ist bergig und mit Denkmälern des Alterthums angefüllt. Haupterzeugnißist Baumwolle, auch etwas Korn und Wein. Der beste Ankerplatz für die Kriegs-schiffe ist Naussa; daher war sie Station für die russische Flotte, im Seekriege mitden Türken, nach der Schlacht bei Tschesme. Bei Paros liegt Anti paros,500 Einw., der Geburtsort des Phidias und des Praxiteles, eine Felseninsel, be-rühmt durch ihre 250 Faden tiefe Höhle, voll der seltsamsten Tropfsteingestaltenund merkwürdig durch die hier sichtbare Krystallisation des Alabasters.

Paroxysmus (von scharf, heftig machen, anreizen), der Zu-

stand der höchsten Verstärkung eines Fieberanfalls, daher auch jede periodiscb wieder-kebrende heftige Verschlimmerung einerKrankheit. Es lasse» sich nämlich bei dem gan-zen Verlaufe des Fiebers die drei Stadien, der Zunahme, derHöhe und der Abnahme,unterscheiden (s. Fieber); jedes Fieber im Ganzen besteht aber wieder aus einzel-nen Fieberanfallen, welche zusammengenommen den gamen Umlauf des Fiebersbilden. Bei dem Wechselfieber sind die einzelnen Fieberanfälle am deutlichsten voneinander getrennt, indem ein beinahe ganz fieberfreier Zeitraum von 6, 24—48Stunden dazwischen liegt. Bei dem nachlassenden Fieber ist der Trennungszu-stand zwischen den einzelnen Fieberanfällen schon weniger deutlich, indem er sichbloß durch einen merklichen Nachlaß der vom Fieber abhängigen Zufälle offenbart,während die meisten, besonders die wesentlichen Zufälle, ununterbrochen fort-dauern. Der Anfall heißt bei dem Wechselfieber gewöhnlich ParoxySmuS, beidem nachlassenden Fieber Exacerbation. Auch nennt man andre heftige Zufälle,besonders wenn ste mit gewaltsamen Äußerungen, mit Krumpfen und Verzückun-gen oder Wahnsinn und Rasen verbunden sind und periodisch wiederkehren, Pa-roxysmuS, Der Paroxysmus in Fiebern ist entweder regelmäßig, d. h. zu be-