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Achter Band. O bis Q.
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Pascal

gung setzen, und sind unwandelbar. Man legte dann auch jeder ihr bestimmtesGeschäft bei. Die eine schrieb, die andre sprach, die dritte spann die Häken ab,oder Atropvs war die vergangene, Lachesis die künftige, Klocho die gegenwärtigeZeit, und so deuten sie Anfang, Mitte oder Dauer und Ende des Lebens. Abge-bildet werden sie, wie Lachesis die Spindel, Klocho den Rocken und Atropos dieSchere hält, mit welcher sie den Faden durchschneidet.

Pascal (Dlaise), geb. zu Clermont in Auvergne 1623, ein frommer Christund einer der geistreichsten Asceten. Er war einziger Wohn des Präsidenten derStelierkammer, der ihn außerordentlich liebte, ihn selbst unterrichtete und mit allerSorgfalt erzog. Schon in den frühern Jahren verrieth er eine ungemeine Geistes-kraft und entschiedene Anlagen zur Geometrie. Er beschäftigte sich in seinen Erho-lungsstunden mit Mathematik. Wein Bater überraschte ihn über dem Euklid, dener ohne weitere Beihülfe verstand, und schon im 16. I. schrieb er eine ausgezeich-nete scharfsinnige Abhandlung über die Kegelschnitte, doch ließ er sie, unbekümmertum Ruhm, trotz aller Aiiffoderungen, nicht drucken. Unterdessen stiidirte er auchSprachen, Logik, Physik und philosophische Wissenschaften so angestrengt, daß be-reits im 13. I. s. Gesundheit unheilbar zerstört war. Dennoch erfand er im Jahredarauftie bekannte Nechuenmaschine, deren Mechanismus den Arbeitern begreiflichzu machen ihm viel Mühe kostete, zumal da er fast keinen Tag schmerzenfrei war;auch machte er bis in s. 23. Jahr mehre Entdeckungen über die torricellische Leere.Noch war er nicht 21 I. alt, als er durch einige erbauliche Schriften plötzlich zuder Überzeugung kam, daß ein Christ nur Gott, und außer ihm nichts lieben müsse.Sogleich warf er alle profane Wissenschaften bei Seite, und wurzelte nur tiefer indem, ihm ohnedies eignen kindlichen Glauben. P.'s Frömmigkeit wirkte bele-bend und anziehend auf f. ganze Familie. Der Vater ward des Sohnes Schüler,und die eine Schwester, ein geistreiches Mädchen, ward Nonne im Kloster Port-Roval zu Paris . P. war indeß unaufhörlich krank, übte und stärkte aber dabei s.Geduld nur um so mehr. Auf Verlangen der Arzte ging er in Gesellschaft; aber s.Schwester, die Nonne, brachte ihn bald, wie früher er sie selbst, so weit, daß erallen weltlichen Umgang aufgab und sich alles Überflüssigen, selbst auf Kosten s.Gesundheit, einschlug. So lebte er gleichmäßig von s. Ll). I. an bis an das Ende.Er bezog, nachdem er eine Zeit lang ,n einem Kloster gelebt hatte, ein Landgut,entsagte dort allen Vergnügungen, bettete sich selbst, aß in der Küche und ließ Mirin Dem sich bedienen, was er nicht selbst verrichten konnte. Dabei betete und laser in der heil. Wchrift, die er auf diese Art ganz auswendig lernte, und in den Aus-legern. Indeß nahm s. Krankheit zu. und er starb 1662, im 31. I. s. Alters. Ei»solcher Charakter unter einer so leichtsinnigen und sinnlichen Nation mußte allerleiMißdeutungen unterworfen sein. P. war gewiß ein kräftiger Geest. Er hatte einWerk über die christl. Religion im Sinne, das ihre Herrlichkeit ebensowol aus derNatur des Menschen als historisch erörtern sollte. Nur s. Liebe zur Gründlichkeit,die Klarheit und Reife, wozu es allmälig in s. Geiste gediehen, und s. schmerzhaftevieliährige Krankheit hinderten die schriftliche Vollendung. Aus den Bruchstückenaber, die uns u. d. T.: ,,!'on<iü>»,-um l-> rvüchcm ow." (Amsterd. 1661), von ihmin den letzten 4 Jahren niedergeschrieben, von s. Freunden gesammelt, vorliegen,laßt sich der tiefe Meister wol errathen. Sei» oft gedrucktes berühmtes Werk: „1-<-sIttovliwüiles, uu letlreii oerilei, lmuA cle äluutulte ü u» l'inviiwüü sieamis", ist die schärfste Watyre auf die laxe Moral der Jesuiten , deren Ansehen da-durch mächtiger erschüttert wurde als durch die heftigsten Angriffe ihrer erklärtenGegner. Diese Briefe werden zugleich als Muster des didaktischen Briefstyls in derfranz. Literatur geschätzt. W. Wchwester Jacqueline, geb. 1626, als Dichteringeschätzt, schrieb s. Leben. P.'S „Beme reG erschienen Haag 1119, 5 Bde. Rai-jiwnd'S ckv Las.i,l", 1hs6, enthaft s. Lcbcnsgeschichte. V> a.