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Achter Band. O bis Q.
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298 Passagen Passageninstruinent

Pasquill genannt, wodurch man Jemand unmoralischer oder bloß lächerlicherHandlungen beschuldigt, um dadurch seinen guten Namen zu verletzen. Gewöhn-lich versteht man unter Pasquill eine anonyme Schmähung; koch behaupten Eini-ge, daß die Namenlosigkeü keineswegs ein weseniliches Erfoderniß desselber sei.Bei den Römern wurden Pasquillanten, nach dem Gesetze der 12 Tafeln mitSchlägen, mit Ehrlosigkeit oder mit dem Tode bestraft; bei uns ermäßig: derRichter die Strafe nach Beschaffenheit der U nstände. Schmähungen durch Gemälde,K upferstiche und andre bildliche Darstellungen werden auf ähnliche Weise behandelt.Das Wort Pasquill verdankt seinen Namen dem schuhflicker PaSquino, der vormehr als ZOO I. in R-'u lebte und sich durch seine witzigen Einfälle und beißendenSpöttereien so bekanntmachte, daß seine Werkstatt täglich von Menschen besuchtwurde, welche an denselben Vergnügen fanden. Kur; nach seinem Tode ward nichtweit von seiner Werkstatt eine schön gearbeitete, aber sehr verstümmelte marmorneBildsäule auSgezraben und in der Nähe in einem Winkel des urstnischen Palastesaufgestellt. (Nach Neuern die des Menelaus, s. „Kunstbl,", 1824, St. 47.)Das Volk gab ihr einstimmig den Namen Pasquino , und seitdem wurden Zet-tel daran geheftet, welche Satyren und witzige Einfälle über die Begebenheiten desTages enthielten, die man dem gleichsam wieder auferstandenen Schuster Pas-quino in den Mund legte. Dieser Statue gegenüber stand eine andre, Marforiogenannt, welches so viel als äl n tl, k»> »>» heißen soll, wo sie ehedem gestandenhat. An diese Bildsäule wurden gemeiniglich des Nachts Fragen angeheftet, wel-che Pasquino beantwortete. Es mag hier nur ein Beispiel stehen. Papst Sixtus V. hatte auf verschiedene Lebensmittel Auflagen gelegt. An einem Sonntage erblickteman den Pasquino mit einem naffen Hemde, um es an der Sonne zu trocknen.Marforio fragte, warum er, sein Hemd zu trocknen, nicht bis morgen warte.WoraufPasquino zur Antwort gab: „Ich darf keine Zeit verlieren, denn morgenkönnte ich vielleicht die Sonnenstrahlen bezahlen müssen". Die sehr beschädigtenbeiden Statuen liegen jetzt in einem Hofe des Eampidoglio.

Passagen, in der neuern Musik (vorzüglich im Gesänge), eine Reihe me-lodischer Töne, wodurch die Melodie mannigfaltiger gemacht, und mittelst der sogen.Diminution oder Verkleinerung eine Hauptnote in mehre verwandelt wird. Dieseaus allerlei Figuren zusammengesetzten Läufe müssen so beschaffen sein, daß alleTöne leicht und in einem Zusammenhange vorgetragen werden können, weshalb sieauch beim Gesänge nur auf eine Sylbe fallen. Sie sind entweder vom Tonsetzerselbst vorgeschrieben, oder werden vom Sänger oder Spieler da angebracht, wo jenernur die Hauptnoten angegeben hat. Sie müssen mit Einsicht und Geschmack ge-braucht werden, um nicht die Harmonie zu stören oder m leere Künsteleien auszu-arten. In der Kirchenmusik sind sie sparsamer anzuwenden als in der weltlichen.

Passagen- (auch Hohen-) Instrumen t, Mittags- oderDurchgangs-Fernrohr (engl. ti iusti), wurde 1684 von dem dänischen Astronomen OlauS Rö-mer angegeben, um Sterne durch den Mittagskreis eines Orts geben oder culnii-niren zu sehen. Es ist ein Fernrohr, das auf sehr soliden Stützen ruht, um es inder jedesmaligen Meridianebene des Orts aufstellen zu können, sodaß die Are desRohrS auch nur in dieser Ebene, zwischen dem Scheitelpunkt und Gesichtskreis, be-wegbar bleibt. Am Objectivglase ist ein Fadenkreuz angebracht, und ein am Instru-mente befindlicher Gradbogen dient, die Erhöhung des Rohres bei jeder Richtunganzuzeigen. S. die Beschreibung in Monnier's „tll-u. «ele.<Ue", in Lalande'S„äst,»».", in den „cl,ü„. st« !',,o:>st. st« >!<->>.", Z.THl., auch in Montucla's,,IIi>>t. ,l«5 »> >l 4.Thl.; und mit Rücksicht auf die neuesten Verbesserungen

namentlich in Biot's „ 1>Ur >»<, n. Auff-, Bd. I, Eap. 5 (Paris

1810). — Es springt in die Augen, daß jeder Stern, der sonach in der verlän-gerten Axe des Fernrohrs beobachtet wird, in diesem Augenblicke seinen Höhen-