Postum Patent 303
Alterthums erwarb ihm die Ausnahme in die Akad. der Wissensch. Ludwig AVs.ernannte ihn imSept. 119» zum Minister des Innern. Er blieb es nur kurze Zeit.Die Grundsätze der Revolution mit Mäßigung bekennend, trat er im Porteien-kampfe stets vermittelnd auf, sprach wider die Beeinträchtigung der kcnigl. Bor-,rechte und die Verfolgung der Emigranten. Nach den, Tode Mirabeau's befand ersich an der Spitze der Deputation, welche von der gesetzgebenden Versammlung dieUmwandlung der Kirche St.-Genoveve in ein franz.Pantheon verlangte. AlsPrä-sident der Versammlung schlug er die allmälige ? bsckaffm g des Negerhandels vor.1192 unterstützte er die Kriegserklärung gegen Östreich; die Begebe, heiten des 10.Aug. nöthigten ihn zur Flucht. 1195 zurückgekehrt, ward er Mitglied und im Aug.1196 Präsident des Raths der Fünfhundert, wo er die Presssreiheir vertheidigte, fürdie deportirten Priester sprach -c. Seine loyalen Gesinnungen verwickelten ihn inunaufhörliche Streitigkeiten mit dem Directorium, das ihn am 5.Sept. 1191 aufdie Deportationsliste setzte. Er flüchtete nach der Schweiz . Don Bonaparte 1800zurückberufen, ward er zum Mitgl. des Generalconseils der Hospitäler, 1804 zumPros. des Natur- und Völkerrechts, und 1809 zum Senator ernannt. Er stimmte1814 für Napoleons Absetzung. Ludwig X VIIl. ernannte ihn zum Pair, Comman-deur der Ehrenlegion und Rath der königl. Universität; 1824 ward er zum Vice-präsidenten der Pairskammer, und nach d'Ambray's Tode (im Dec. 1829) zumKanzler von Frankreich ernannt. In allen Verhältnissen bewies P. riefe Einsichtenund große Rechtlichkeit. Unter s. Werken über Politik, Geschichte, Literatur undAlterthümer zeichnet sich die „Uisi. cle ln Ie^is!->tion" (9 Bde., 1811—21) aus;auch setzte er die „IIi!>t liiteioiie clo I.-, b'r.ince" fort, welche durch die Benedicti-ner der Congregation von St. Maur angefangen war. 18.
Pästum, von den Griechen Posidonia genannt, eine griech.Stadt in Luca-nien (>m untern Italien ), östlich vom Flusse Silarus unter dem Berge Alburnus,an dem 8>,,»s pue-iMnu» (jetzt üolltt cii 3alt-rnn), ist bei den Dichtern berühmtwegen der schönen Rosen, die hier jährlich 2 Mal, im Frühling und im Herbste,blühten und in dieser feuchten, warmen Gegend vorzüglich zu gedeihen schienen. DieStadt war Une wahrscheinlich um 510 v. Chr. gestiftete Colonie von Srbaris, undgehörte also zum Stamme der Achäer. Daher hatte sie mit der Mutterstadt vor-züglich die Verehrung des Neptun gemein. Sie wurde 915 durch die Saracenenzerstört. Seit 1155 hat man herrliche Ruinen von ihr aufgegraben, welche, wie dieMünzen, von ihrem Wohlstände zeugen. 1829 entdeckte nian ein langes Säulen-werk, das einen PorkicuS bildet, auch griech. und röm. Gräber. Jetzt liegt an ihrerStelle Pesti , oder Pesto, in der neapol. Provinz Principaw ciira.
Patagonien, oder Magellansland, eine von den Ästen der CordilleraSdurchzogene Halbinsel, die südlichste (3k—54° W. B.) Landschaft in Südamerika ,zwischen Chile , Buenos-Ayres, dem atlantischen und stillen Meere und der niagel-lanischen Meerenge (22,350 OM., mit 110,000 E.). Der südl. Theil wird vonWilden bewohnt. Das Land hat ungeachtet mehrer Vulkane Steppen (Pampas,s. d.) und Moräste, bei rauher feuchter Witterung Überfluß an Weiden und Horn-vieh, welches in den nördl. Vtrichen wild herumläuft, und wovon jährlich vieletausend Stücke bloß der Häute und des Unschlitts, zuweilen auch der Jungen we-gen , erlegt werden. Das Fleisch wird von den wilden Hunten u. a. Thieren ver-zehrt. Wilde und zahme Pferde finden sich in großer Menge, auch Dicunas oderperuanische Schafe. Die Patagonier sind, wenn auch keine Riesen, wofür sie vonältern Reisenden ausgegeben wurden, doch gewöhnlich über 6 Fuß groß, stark,kupferfarbig, haben langes schwarzes Haar, kleiden sich in Felle und sind trefflicheReiter. An den Küsten treiben die Briten Wallfischfang, die Franzosen und Ame-rikaner Seeelefantenfischerei.
Patent, ein landesherrlicher offener (von litersk-p.-iieri iez) Briefoder Be-fehl, z. B. die öffentliche Bekanntmachung der Besitznahme eines neuerworbniev