Band 
Achter Band. O bis Q.
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Pathologie

Thätigkeit der Naturkrast tm Organismus sind in Rücksicht der Zeit an gewissePerioden gebunden, sodaß ein Wechsel von stärkerer und schwächerer Thätigkeitstattfindet. Dies ist der Fall theils in Rücksicht auf den ganzen Cyclus des Le-bens, indem in gewissen Lebensaltern bestimmte Organe ruhen, in andern dagegenin voller Thätigkeit sind, und ebenso umgekehrt; theils in Rücksicht des stjahreS-Umlaufs, theils in Rücksicht des Tagesumlaufs, welche den Wechsel mit Nachenund Schlaf begründet. Anhaltende Störung dieser Wechselverhältnisse, Anrci-zungen der Naturkrast in denjenigen Organen, welche die Periode ihrer Ruhedurchlaufen, oder Verhinderung der Functionen andrer, welche in der Periode ihrerThätigkeit flehen, verursachen ein Misvcrhältnifi im ganzen Organismus undeine Zerrüttung der Harmonie seiner Funktionen. Sowie die Naturkraft in ste-ter fortschreitender, entwickelnder und ncuscbassender Thätigkeit ist, so geht diematerielle Veränderung des Organismus ununterbrochen parallel mit jener fort,i» steter Bildung und Auflösung, in stetem Wechsel des Stosses, in Ausnahmeneuer lind Aussonderung alter Stosse, in Verbindung der neuen und Trennungder verbundenen. Daher die Absonderung und Aussonderung des Körpers in un-unterbrochener Eontinuität im Organismus vor sich gehen müssen, ^cde ab-norme Veränderung in der Thätigkeit der Naturkrast muss demnach eine Störungin der organischen und materiellen Beschaffenheit des Organismus zur Folge ha-ben, sie bestehe nun in beschleunigter oder zurückgehaltener Bildung oder Auflö-sung, in vermehrter oder verminderter Ab- und Aussonderung gewisser Stosse,in regelwidrigen Verbindungen oder Trennungen, und daher rührenden Verän-derungen der Bestandtheile des Organismus selbst, und Bildung fremdartigerStoffe. Zn der allgemeinen Pathologie wird die Wirklichkeit der vorkommendenmannigfaltigen Abweichungen von der Norm des Organismus gezeigt. Die Na-turkraft zeigt sich demnach in ihrer Thätigkeit zu stark, oder zu schwach, oder un-gleich vertheilt, sodak ein System vor dem andern in abnormer Thätigkeit begrif-fen ist. Damit in Übereinstimmung entstehen Fehler der materielle» Stoffe desOrganismus, fehlerhafte Anhäufungen, oder Mangel derselben; Fehler des or-ganischen Baues, der organischen Faser selbst, indem ein zu großer oder zu gerin-ger Zusammenhang der feinsten organischen Faser (Cohäsion derselben) stattfindet,so auch in der Beschaffenheit der einzelnen Bestandtheile und Gebilde des Orga-nismus, sowol der flüssigen als festen Theile. (Dgl. Humoralpathologie.)Letztere sind theils besäße (Organe, welche zur Aufnahme und Fortbewegung ge-wisser Flüssigkeiten bestimmt sind), welche in Ansehung zu großer Erweiterungoder Verengerung ihrer Höhlung oder Mündungen fehlerhaft sein können: oderandre Gebilde, welche in Hinsicht ihrer Form, Bildung und Größe fehlerhaftsind, als Geschwülste oder Zehrung; in Ansehung der Verbindung: Bruch,Verwundung, Verwachsung, irregulaire Lage, Verrenkung, Vorfall gewisserTheile, Austretiing von Eingeweide, als Brüchen u. s. w. Die Flüssigkeiten >mOrganismus, z. B. das Blut, der Magensaft, die Galle, der Schleim w., zei-gen ihre fehlerhafte Beschaffenheit durch zu große oder zu geringe Dichtigkeit,durch Veränderung ihrer innern Qualität, Abweichung des Verhältnisses ihrereinfachen Bestandtheile, Beimischung fremdartiger Theile, wodurch sie den sieleitenden Gesäße» entfremdet, werden, durch Veränderung des Verhältnisses zu die-sen, in Ansehung der Menge, welche zu groß oder zu gering sein kann, oder desOrts (durch AuStreten aus den Gefäßen in Theile, wohin sie nicht gehören), oderder Bewegung, welche zu stark, zu schwach oder unregelmäßig, nach manchen Or-ganen zu heftig, zu häufig, nach andern zu gering sein kann. Zn Rücksicht derphysischen Existenz des Menschen muß derOrganismus in Wechselwirkung betrach-tet werden, theils mit der ihn umgebenden äußern Natur, theils auch mit dempsychischen Wesen, welches als unser Zch in unserm Bewußtsein lebt. Diese