Band 
Achter Band. O bis Q.
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Putkul

Nk.'.i Menschen zukommende Maß der Eigenthümlichkeit, inwiefern es bleibender,'Ai r isi und von Freiheit ausgeht. Pathos, die vorübergehende Anregung, dasAngesbrochenwerden von den (Gegenständen. Werden beide getrennt, und wird dieDarstellung des Pathos als Hauptaufgabe und Vorwurs der Kunst angesehen,so entsteht ein beschränktes Angesprochenwerden von einer einzelnen der zur Er-zeugung des Kunstwerks oder Kunstgenusses nothwendig in Wechselwirkungstehenden Kräfte, besonders des Gefühls. Da nun jedes Kunstwerk aus dcmBe-sanmitspiel der Beisieckräfte hcrvorgeben und sich an die gesamnike Bemüthskraftwenden soll, so wus, ein solches Hosten auf einer Eizelheit der klaren Anschau-lichkeit und (Gegenständlichkeit, welche die Kunst als Darstellung der Idee federt,nothwendig Eintrag thun, und wird daher, wo es als Absicht zu Tage kommt,wie bei nn nchen Dichtern und Schauspielern unserer Zeit, welche sich dadurch desBeifalls der Menge bemächtigen, verwersiich, und ein falsches Patbos genannt,sei es nun, daß sie das Befühlentweder übertreiben oder eSam unrechten Drte ineinem hohen Brade der Stärke sprechen lassen. Das Hervorheben eines Einzel-nen, seo es auch die zärtlichste Rührung, gibt noch keinen Gegenstand und beruhtauf dem Befühle der Trennung von einem Ganzen, mithin auf einen! Schmerze,den zu erregen gar leicht, aber von der wahrhaft kunstgewäßen Rührung, d. h. derunerwarteten Harmonie scheinbar widerstreitender Kräfte, sehr verschieden ist. Be-fühl ist nur Ansatz und Ausgangspunkt geistiger Vereigenthümlichung und gibtalso nur gleichsam Eine Farbe der Idee an; diese aber, die Idee, federt völligeDurchbildung und Ausgleichung, ja Einbildung aller Momente des Seins undErkennens in das Eine. Das Pathos aber muß in der Darstellung aus der in-nern Natur der Sache, des Fühlenden oder Handelnden hervorgehen und dessenVerhältnissen angemessen sein; es ist ein Irrthum, das Erhabene nur in dasPa-rhos zu setzen. (S. Erhaben.) - XäA.

P atkul (Johann Reinhold oder Reginald von), ein Lieständer, soll 1660zu Stockholm ini Besorgnisse, wo seine Mutter seinem Vater (welchem Edchuldgegeben ward, im polnischen Kriege die Stadt Wollmar „leichtfertige!weise" andie Polen verrathen zu haben) Besellschaft leistete, geboren worden sein. AlsKarl X I. von Schweden den Adel von Tiefland in seinen Rechten sehr beschränkthalte, und dieser dringende Vorstellungen dagegen machte, wurde vom Königeeine Deputation der liest. Ritterschaft 1689 nach Stockholm berufen, um diestreitigen Punkte beizulegen. Bei dieser Deputation befand sich P.. damalsschwedischer Capitain, ein junger, feuriger und kenntnißrcicher Mann. Mit pa-triotischem Eifer sprach er, selbst als -r sich von seinen Mirdeputirten endlich ver-lassen sah, für Liestands Berechcsame; ja es gelang ihm das Interesse des Königsdafür zu erregen, und so kam er 1691 mit großen Hoffnungen zurück. Dochwurde in der Hauptsache dadurch Nichts geändert. Er stellte daher als lieständ.Depinivter bei dem schwed. Beneralgouvcrneur in Riga (169-2) die Beschwerdenseines Vaterlandes in einem Schreiben an den König sehr kräftig dar und schloßmit der übereilten Bemerkung: „daß Lieständ vordem fast besser gethan habenwürde, sich einem Kriege mit Polen oder Rußland auszusetzen, als einer Kronesich zu unterwerfen, die ihm zum schweren Joche werden wolle!" Von diesemAugenblick an begann die Verwickelung seines Schicksals. Die Regierung vonStockholm fokerte (1693) alle Landräthe von Liefland, den Landmarschall und ,sonders P. zum Verhör nach Stockholm . Man erfuhr aber zugleich, daß diesePersonen, namentlich P., als Rebellen bestraft werden sollten. Dieser hattesich schon vorher wegen eines unangenehmen Handels mit seinem Dberstlicutenantnach Kurland geflüchtet, erhielt aber 1694 sicheres Geleit und ging darauf nachStockholm. Doch schon im Oct. dies.I, zog er sich nach Erwahiri in Kurland zu-rück und wurde, ungeachtet eine« sehr demüthigen Schreibens an den König, we-