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Achter Band. O bis Q.
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Patkul

gen seiner thätigen Mitwirkung bei der liessänd. Angelegenheit, wegen seinesStreits niit dem Oberstlieutenant und wegen seiner Flucht ins Ausland, verur-theilt, infam erklärt zu werden, dann die rechte Hand und den Kopf zu verlieren;seine Güter sollten eingezogen und seine Schriften durch den Scharfrichter ver-brannt werde». Da er sich jetzt auch in Kurland nicht sicher glaubte, so begaber sich inS schweizerische Waadtland, wo er unter d. Namen Fischering den Wis-senschaften, besonders der Philosophie und Politik, lebte. Endlich ging er nachFrankreich und ward durch Vermittelung des kursächs. Generallieutenants Flem-ming 1698 Geheimerath in sächs.Diensten, nachdem er bei Karls XI. lüjährigemNachfolger, Karl XII. , vergebens Begnadigung nachgesucht hatte. Der Kur-fürst von Wachsen und König von Polen , August II., hatte damals den Plan, inVerbindung mit Dänemark und Rußland Schweden zu bekriegen und Liefiandwieder mit Polen zu vereinigen. P., von Vaterlandsliebe und Rachgefühl be-seelt, bot die Hände zur Ausführung. Er ging 1702 nach Petersburg , und dasBündniß mit Rußland ward geschloffen; weniger glückte es ihm in Liefiand, woman zu furchtsam war. Als man in Stockholm seine -schritte, und welchen An-theil er an des Königs von Polen Manifest gegen Schweden hatte, erfuhr, so warsein Urtheil vom schwedischen Hose unwiderruflich gesprochen. Seine Vertheidi-gungsschrift gegen diesen ward in Stockholm von Henkers Hand verbrannt. Errächte sich, indem er den Zaar Peter vermochte, eine in Stockholm erschienene Wi-derlegung des Manifestes in Moskau (1702) auf dem Markte gleichfalls verbren-nen zu lassen. Dies konnte ihm Karl XII. nie vergeben. Damals war er schonin russische Dienste getreten, und nachdem er als russischer Generaltriegsconunissairzu verschiedenen diplomatischen Geschäften gebraucht worden war, begleitete er denKönig von Polen als zaarischer Gesandter. 1704 war er als solcher in Dresden .Dort gefiel es ihm nicht, und er erhielt auf seine Bitte den Oberbefehl über die fürAugust bestimmten russischen HülfStruppen, mit der Würde eines Generallicuke-nants. Er eroberte Warschau durch Kapitulation, mußte sich aber nach Polen zurückziehen. Jetzt begannen Friedensunterhandlungen zwischen August undKarl XII. P.'s Bemühen (1705), den berliner Hof gegen Schweden zu gewin-nen, scheiterte; durch eine neue Schrift „Echo" schärfte er nur den Haß der schwe-dischen Regierung gegen seine Person. Er hatte sich so eben mir der reichen Witwedes dänischen Gesandten am sächs. Hose, Eay von Rumohr, verlobt, und KönigAugust seiiiBündniß mit dem Zaar durch eine persönliche Zusammenkunft noch fe-ster geknüpft, als P. einige Tage nach dieser Unterredung (Dec. 1705) mit 18seiner Vertrauten verhaftet und für seine Person auf die Festung Sonnenstein ,dann nach Königsstcin gebracht wurde. Als Ursachen führte der sächsich-polnischeHof an: 1) P. habe mit dem östr. Gesandten unterhandelt, -1000 Mann russische,bisher in sächs. Diensten gestandene Truppen in östreichische zu bringen; 2) erhabe beim Zaar Peter vorgegeben, der kaiserl. Hof wolle Stanislaus Lesczinskianerkennen; 3) er habe den Zaar und August entzweien wollen; 4) er habe hinterdem Rücken des Königs von Polen sich schändlich über ihn ausgedrückt und 5) mitSchweden correspondirt, und zum Preise seiner Begnadigung sich anheischiggemacht, zwischen Schweden und Rußland Frieden zu stiften. P. selbst schriebseine Verhaftung lediglich der gereizten Empfindlichkeit des Königs von Polen undseiner Minister zu. König August II. ward kurz darauf zum Frieden von Altran-städt (24. Sept. 1706) genöthigt, dessen 11. Artikel die Auslieferung P.'S be-dung. Diese geschah, obgleich August II. P.'s Entkommen heimlich angeordnetharte, das aber, wie man sagt, durch die Habsucht des Befehlshabers der Festung,der zu lange über das Lösegeld unterhandelte, vereitelt ward. Vergebens federtePeter seinen Gesandten von dem schwedischen Hofe zurück. Die Schweden nah-men P. bei ihrem Abzu-ss aus Sachsen nur sich und sollen ihn auf diesem Zuge