Patmos PatraS 811
auf eine Kanone gebunden haben. Auf dem Marsche (beim Kloster Kasimir,X Meilen von Posen) ward er durch ein Kriegsgericht als Landesverräther zumTode verurtheilt und am Ist. Oct. 1701 von unten hinauflebendig gerädert, danndem Halbtodten der Kopf abgeschlagen, der Körper 4 Tbeile gehauen und aufsRad gelegt. 1713, nachdem König August wieder zum Besitze der Krone gelangtwar, wurden P.'ö Gebeine gesammelt und nach Warschau gebracht. I.
Pa tmos, Patmosa, s. Sporaden.
PatraS (Patrasso), das alte Paträ, bekannt durch die Menschenopfer,die der Diana gebracht wurden, liegt im nvrdl. Dlorea an den kleinen Dardanel-len imGolfvon Lepanto. Bor dem 4. April 1821 zählte diese bedeutende Handclsst.über 22,ststst Einw.; seit aber hier der ?iussiand der Csiiechen ausbrach, isir P. durchsei» Castell, das die (Kriechen kurz vorher gegen Ali Pascha v. Ianina wieder aus-bauen niukten, ein militairischerPunkt geworden, der dieVerbindunaBioreasinitLepanto, Albanien und Rumelien sichert, Am Ende 1820 litt P. sehr durch dasErdbeben, welches Arkadien und EliS verwüstete: für die Griechen das Vorzeichengroßer Begebenheiten ! Denn schon längst reizte der geächtete Ali Paso! a. v.Ianinazu seu.er eignen Sicherheit die Mohammedaner und Christen in Morea zur Empö-rung gegen Khurschid Pascha auf. Als nun Khurschids Statthalter mTripolizzaeilten Griechen in P. verkästen ließ, der über den Druck der neuen Auflagen, fürwelche die Armer» All, s bis aus das Bette ihrer Kinder verkaufen mußten, sich be-schwert hatte, so entstand dasilbst ein Auflaus(12. Febr. 1821), der den Ausstandder Hellenen zur Folge hatte. (S. Griechenaufstand.) Khurschid traf nämlichgeheime 'Anstalten zur Vertilgung der Unzufriedenen. Der allgemein verehrte, durchBeredtsamkeit ausgezeichnete Erzbischof zu P., Germancs, und die Archontcn derS radt wurden nach Tripolizza gefedert. Kaum waren sie abgereist, so griffen dieGriechen in P. am 20. März zu den Waffen, die Türken zogen sich in die Citadelle;die europäischen Consuln, mit Ausnahme des französischen, verschanzten sich in ihrenHäusern, und die reichsten hellenischen Familien flüchteten nach Zante . In diesemwilden Kampfe zündeten die Türken ani 4 April 1821 die Stadt an; darauf zogdas Landvolk, welchesGermanos zum Aufstande gereizt harre, in die Statt; aberschon am 15. entsetzte Iussuff von Lepanto her, auf den Rath eines Briten, dieAkropolis von P., welches nun durch Brand, Mord und Plünderung ein «Lckiutt-Hausen wurde. Die Consuln entflohen; der franz., HugucS Pouaucvüle, blieb alleinzurück und rettete viele Unglückliche, bis auch ihn die äußerste Noth zwang, sich aufeine franz. Fregatte zu begeben. (Vgl. sein Tagebuch in Pougueville'S „lli>>i. <K:I, r-ch-norittie,!, ele lu tleee, ", wo der EngländerB. als Urheber des Unglücksvon P. bezeichnet wird.) Seitdem dauerte der regellose Kamps zwischen den Türkenund den Insurgenten vor und bei P. bis 1824 fort. Die Flotte des Kapudan Pa-scha verstärkte mehrmals die Besatzung. Mitten unter den Brandstätten schlugenZigeuner und Juden für beide Theile Krambuden auf, denen britische Schiffe allesNöthige zuführten. Da Maurokordaws Missolunghi (s. d.) behauptete, sokonnten die Türken von Epirus her weder P. entsetzen, noch Morea überziehen.K olokotroniS schloß daher die Akropolis enger ein; allein er hatte kein Belagerungs-geschütz, und zur See fehlte es der Besatzung nie an Zufuhr. Im Sommer 1821erkannte zwar England die von der g-riech. Regierung erklärte Seesperre derPlätzeP. und Lepanto an; da aber KolokotroniS im Nov. gegen die hellenische Regierungdie Waffen ergriff, so wurde P. wieder frei. Hierauf bemächtigte sich Ibrahim Pa-scha , welcher mit der ägypt.Eppedition 1825 Navarin erobert hatte, des westliche»Morea und griff von P. aus Missolunghi an. Endlich nahm nach dem Abzügeder ägyptischen Truppen aus Morea, am 4. Oktober 1828, der französische Gene»ral Maison am 5. Oktober P. mit Capirulation; seitdem lvehk hier die hellenischeNationalflagge.